Marktplatz Rheydt

12345678910111213

Rundgang schließen

©  Lichtschwärmer - Christo Libuda Marktplatz Rheydt 

©  Lichtschwärmer - Christo Libuda Marktplatz Rheydt 

©  Lichtschwärmer - Christo Libuda Marktplatz Rheydt 

©  Lichtschwärmer - Christo Libuda Marktplatz Rheydt 

©  Lichtschwärmer - Christo Libuda Marktplatz Rheydt 

©  Lichtschwärmer - Christo Libuda Marktplatz Rheydt 

©  Lichtschwärmer - Christo Libuda Marktplatz Rheydt 

©  Lichtschwärmer - Christo Libuda Marktplatz Rheydt 

©  Lichtschwärmer - Christo Libuda Marktplatz Rheydt 

©  Lichtschwärmer - Christo Libuda Marktplatz Rheydt 

©  Lichtschwärmer - Christo Libuda Marktplatz Rheydt 

©  Lichtschwärmer - Christo Libuda Marktplatz Rheydt 

©  Lichtschwärmer - Christo Libuda Marktplatz Rheydt 

Marktplatz Rheydt


Im Jahr 2009 gewann das Berliner Büro PLANORAMA Landschaftsarchitektur den Planungswettbewerb zur Neugestaltung des Marktplatzes im Stadtteil Rheydt von Mönchengladbach. Die Maßnahme war eingebettet in das Städtebauförderprogramm ‘Soziale Stadt Rheydt’, in dessen Rahmen weitere Teilprojekte im Stadtgebiet umgesetzt wurden. Der neue Marktplatz bildete dabei den Schwerpunkt dieser Bemühungen zur Reaktivierung der Innenstadt.

Auf ca. 1,7 ha Fläche ist für ein Gesamtvolumen von rund 5,7 Mio. EUR ein lebendiger Platzraum entstanden, der nun den Bürgern und den Besuchern der Stadt für zahlreiche Veranstaltungen und Feste aber vor allem auch für die regelmäßige Marktnutzung zur Verfügung steht.

Der Stadt Mönchengladbach als Bauherrin und ausgezeichneten Baufirmen ist es zu verdanken, dass bei der Generalplanung durch PLANORAMA alle wesentlichen Elemente des ursprünglichen Entwurfes tatsächlich umgesetzt werden konnten, trotz schwieriger Rahmenbedingungen.

Unterhalb des Platzes befindet sich eine Tiefgarage aus den 1970er Jahren, die im Zuge der Neugestaltung umfänglich saniert wurde. Hierbei wurden zahlreiche Sonderbauweisen erforderlich, da Art und Ausgestaltung des Bauwerks heutigen Normansprüchen nicht mehr genügen. Zufahrten wurden verkleinert, teilweise abgerissen, eine zusätzliche Tiefgarage neu angebunden und neue Aufgänge in den Platz integriert.
Der Platz selbst wird geprägt von den beiden Gebäuden der Evangelischen Hauptkirche und dem historischen Rathaus. Die restliche einfache Randbebauung stammt aus der Nachkriegszeit. In dieser Zeit wurden auch historische Platzkanten negiert. In den 1970er Jahren kamen typische, den Häusern vorgelagerte Pavillonbauten hinzu, welche die Erdgeschosse komplett vom Platz abschnitten. Die Pavillons wurden im Rahmen der Neugestaltung rückgebaut. An deren Stelle sind die leicht erhöhten ‘Marktterrassen’ getreten, die den Platz fassen und historische Bezüge wieder aufnehmen. Als Pendant wurde um die Kirche ein Plateau herausgebildet, dass dem Platz eine zweite Fassung verleiht und die Nord- Süd Ausrichtung auf das Rathaus betont.

Im Zentrum befindet sich eine ca. 3.000 qm große Pflasterfläche, die mit dem symbolischen Bild eines ausgetretenen Teppichs der Neugestaltung eine gewisse Belebtheit verleiht. Die Setzung mit einem kreisrunden Messing-Brunnen vor dem Rathaus bildet den Höhepunkt und lädt zum Verweilen und Spielen ein.
Hochwertige Natursteinbeläge aus großformatigen Platten und Pflaster- steinen bestimmen maßgeblich die hohe Qualität des neuen Platzraumes. Zahlreiche Sitzmöglichkeiten aus hochwertigen Betonfertigteilen mit Holzauflagen an den Platzrändern laden zum Verweilen und Beobachten ein.

Eine komplett neue Infrastruktur im Untergrund bietet modernste Technik für die Versorgung von Märkten und Kirmes. Die Platzbeleuchtung mit Inszenierung der Gebäude wurde komplett erneuert. Im Frühjahr blühen 25 weiße Tokyo-Kirschen auf den Marktterrassen, die im Herbst mit feurig rotem Laub aufwarten. Neue Grünflächen sind direkt am Platzrand entstanden und wertvoller Altbaumbestand wurde integriert. Alle Bereiche sind barrierefrei ausgebaut. Fahrbahnquerschnitte wurden verändert und können nun leichter gequert und Geschäfte näher an den Platz angebunden werden.

 


Deutscher Landschaftsarchitektur-Preis 2015

Würdigung
Juryurteil:

Die Neugestaltung Marktplatz Mönchengladbach-Rheydt war eingebettet in das Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt Rheydt“. Auf ca. 1,7 ha Fläche ist – über einer Tiefgarage – ein lebendiger Platzraum entstanden, der Bürgern wie Gästen für Veranstaltungen und eine regelmäßige Marktnutzung zur Verfügung steht.

Mit klarer Formensprache und Sensibilität für den Stadtraum geben die Autoren einen Beweis für die Bedeutung und Funktion eines leeren Raumes in der Stadtstruktur, der dadurch flexibel ist für verschiedene städtische Nutzungsformen.

Die funktionale Gliederung mit Aufenthaltszonen und Cafes - leicht erhöht am Rand - sowie der langen Bank und den Rasenpodesten an der gegenüberliegenden Seite markiert und verstärkt diesen Respekt für den Raum und weist zugleich auf die Bedeutung der Kirche und des historischen Rathauses im Stadtbild hin.

Die Höhenunterschiede an zwei Seiten sowie die neuen Positionen der Pavillonbauten an den Treppen zeigen das Geniale an der räumlichen Gestaltung. Durch diese Platztopografie und den dunkleren Pflasterteppich in der Mitte wird die Assoziation geweckt, der Marktplatz sei ein Senkgarten; veredelt durch den gut platzierten, kreisrunden Messing-Brunnen in der Spannungslinie zwischen Rathaus und Kirche. Materialwahl und Ausführung im Ganzen und Präzision im Detail weisen eine sehr hochwertige Qualität auf.

  

Projektbeteiligte Mitarbeiter innerhalb des Büros

Maik Böhmer, Gerd Holzwarth, Berlin (Mitverfasser)

Katja Erke, Markus Loh, Sebastian Meyer, Ulf Schrader

 


Planungsbeteiligte Partner • Bauausführende Firmen


Kempen Krause Ingenieure, Aachen



Carl Ley Landschaftsbau, Düren



Wassertechnik Rostock, Rostock

Planung

Planorama Landschaftsarchitektur

Marienburger Straße 28
10405 Berlin


Projektinformationen

Projektzeitraum
2009 - 2014

Bausumme
5,77 Mio. €

Auftraggeber • Bauherr
Stadt Mönchengladbach

Adresse
Marktstraße
41236 Mönchengladbach


Projekt auf Karte anzeigen

 

Video schließen

Anfang

Übersicht schließen