Fischhofpark Tirschenreuth

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©  geskes.hack Landschaftsarchitekten GmbH "Fischkästen" am Oberen Teich 

©  geskes.hack Landschaftsarchitekten GmbH Oberer Teich mit Fischhof und Fischhofbrücke 

©  geskes.hack Landschaftsarchitekten GmbH Unterer Teich mit Überlaufwehr 

©  geskes.hack Landschaftsarchitekten GmbH Überlaufwehr 

©  geskes.hack Landschaftsarchitekten GmbH Aussichtspavillon im Philosophenweg 

©  geskes.hack Landschaftsarchitekten GmbH Zugang Haus am Teich 

©  geskes.hack Landschaftsarchitekten GmbH Platz am See 

©  geskes.hack Landschaftsarchitekten GmbH Wasserkante 

©  geskes.hack Landschaftsarchitekten GmbH Lageplan 

©  geskes.hack Landschaftsarchitekten GmbH Pergola im Stadtgarten 

©  geskes.hack Landschaftsarchitekten GmbH Stadtgarten 

©  geskes.hack Landschaftsarchitekten GmbH Holzsteg an der Storchenwiese 

©  geskes.hack Landschaftsarchitekten GmbH Senkgarten am Fischhof 

Fischhofpark Tirschenreuth


Der Fischhofpark in Tirschenreuth: Wiederbelebung einer einzigartigen Kulturlandschaft

Historische Abbildungen zeigen Tirschenreuth als eine Stadt, die vollständig von Fischteichen umgeben ist. Lediglich die zwei erhöhten Kuppen - die Altstadt und der Zehnthof „Fischhof“ - ragen als Inseln aus den riesigen Fischteichen. Bis heute prägt die Fischzucht die Landschaft und das Selbstverständnis der Region. 1808 wurden jedoch im Zuge der Säkularisierung die beiden größten Teichanlagen trockengelegt. Seitdem stand die 100 Meter lange, 1750 von Philippo Muttone erbaute, Steinbogenbrücke abseits auf der grünen Wiese.
Im Rahmen der kleinen Gartenschau „Natur in Tirschenreuth“ konnte - zumindest im Bereich um die denkmalgeschützte Fischhofbrücke - die historische Situation durch den Bau zweier Teiche rekonstruiert werden. Sie bilden nun den Ausgangspunkt für eine neue Parklandschaft, die in bewusst zurückhaltender Weise, den Übergang aus der Innenstadt in die reizvolle Oberpfälzer Kulturlandschaft formuliert.
Mit der Landschaftsgestaltung ging aber auch eine umfassende, städtebauliche Neuordnung des benachbarten, brachliegenden Areals der Schelsbrauerei einher. Ein Ensemble aus Hotel, Gastronomie und Seeplatz bilden heute den attraktiven Brückenkopf von der Innenstadt zum neuen Park. Die städtebauliche Arrondierung initiierte schließlich eine Reihe weiterer Investitionen und führte dadurch zu einer nachhaltigen in Wert Setzung und Revitalisierung des gesamten, lange Zeit vernachlässigten, östlichen Stadtrandes.

Altstadtkuppe, Talraum und Klosterinsel: Topographie wieder lesbar machen

Der Entwurf für den Fischhofpark basiert auf der Idee, die „verschütteten“ natur- und stadträumlichen Grenzen - Altstadtkuppe, Talraum und Klosterinsel - wieder erlebbar zu gestalten. Dies spiegelt sich in der klaren Gliederung des Parks wieder: Stadtgärten: Arrondierung des östlichen Altstadtrandes und Verbindungen mit dem Stadtzentrum.
Die Stadtgärten definieren den Übergang von der Stadt zum Park. Hier befinden sich intensive Nutzungen wie der Spielplatz, die Uferpromenade, der Staudengarten mit Stadtpergola und der Platz an See. Großzügige Wegeachsen vernetzen den Park mit der Stadt und gliedern die Gärten. Wie ein Fenster öffnet der Platz am See neue Perspektiven aus der dichten Innenstadt zum neuen Fischhofpark. Zwei thematisch miteinander verbundene Baukörper geben dem Platz eine bauliche Fassung und verleihen ihm eine innenstädtische Maßstäblichkeit. Die städtebaulich wichtige Verbindung Bahnhofstraße-Marktplatz-Lehnerstraße findet hier einen Endpunkt und wird über eine neue Brücke zum Fischhof weitergeführt.
Eine neue Treppenanlage verbindet den Marktplatz mit dem Platz am See. Die Lehnerstraße erhielt durch einen neuen Pflasterbelag aus Flossenbürger Granit eine neue Wertschätzung. Die neugestalteten Außenanlagen um das Fischereimuseum „Haus am Teich“ bilden ein weiteres Bindeglied zwischen der Altstadt und dem Stadtpark.


Landschaftspark: Tradition bewahren – die „Fischkästen“

Im Übergang zur angrenzenden Kulturlandschaft nimmt sich die Parkgestaltung bewusst zurück. Die Talräume des Landschaftsparks werden bis zu den Hangkanten, die den Verlauf der historischen Seeufer nachzeichnen, offengehalten. Ein Rundweg führt die Besucher um die beiden neuen Teiche und macht so die oberpfälzische Kulturlandschaft zum Schaustück. Hier ordnen sich die markanten Aussichtspavillons „Fischkästen“ an. Fischkästen - meist als einfache Holztröge gebaut - dienen in der Fischereiwirtschaft zur Zwischenlagerung der Fische.
Die Pavillons greifen durch ihre Gestaltung das Motiv der originalen Fischkästen und -häuser entlang des Mühlgrabens auf. Als eine Art „Landschafts-Fenster“ lenken Sie die Blicke der Besucher auf besondere Attraktionen in der Landschaft und markieren darin - als Artefakte - zugleich selbst Blickpunkte.


Fischhofinsel: das Zentrum

Über dem Park erhebt sich die „Klosterinsel“. Die Form der ehemaligen Insel wird durch ein Gartenband betont und somit wieder lesbar. Ihrer kulturhistorischen Bedeutung entsprechend bildet das Ensemble Fischhof und Fischhofbrücke den dramaturgischen Höhepunkt des neuen Seeparks. Der Kräutergarten im Innenhof wurde rekonstruiert.


„Orte“: Treffpunkte für Bewohner der Stadt

Am Platz am See lädt eine großzügige Treppenanlage aus Sitzstufen die Besucher zu Aufenthalt direkt am Wasser ein. Der Senkgarten korrespondiert als grünes Pendant zum steinernen
Platz am See auf der anderen Uferseite. Aus den hier ankommenden Wegen entwickelt sich eine Platzmitte, die durch leichtes Versenken besonders betont wird. Es entsteht ein „geschützter“, mit Stauden und Gräsern bepflanzter Senkgarten. Eine raumbestimmende 30 Meter lange Stadtpergola schirmt den öffentlichen Stadtgarten von den angrenzenden, heterogenen, privaten Hausgärten ab. Von hier aus öffnet sich ein reizvolles Panorama über Fischhof und die historische Steinbogenbrücke.
Ein Highlight des Fischhofparks ist der Wasserspielplatz „Fischers Fritz“. Bildmotive der Fischereiwirtschaft wurden auf Spielangebote übertragen. Die Spielgeräte sind künstlerisch gestaltete Unikate. Die Skateanlage ist sowohl auf die Ansprüche von Skatern als auch von BMX-Fahrern zugeschnitten. Ein einem Beteiligungsverfahren wurde gemeinsam mit Skatern und Bikern der Entwurf für die ca. 1000 Quadratmeter große Anlage entwickelt.


Granit und Holz: Eine klare Formensprache umgesetzt mit traditionellen und zeitlosen Baustoffen

Aufgrund des Holzvorkommens im Oberpfälzer Wald sowie der zahlreichen Granitkuppen der Nördlichen Oberpfalz, sind Granit und Holz die bestimmenden Materialien der Region. Als hochwertige und zeitlose Materialien bestimmen sie den Entwurf des Seeparks.

 


Deutscher Landschaftsarchitektur-Preis 2015

Würdigung
Juryurteil:

Der mit der kleinen Landesgartenschau „Natur in Tirschenreuth“ 2013 entstandene Fischhofpark trägt zur Wiederbelebung einer einzigartigen Kulturlandschaft bei und schafft eine Verbindung zwischen der Geschichte des Ortes und dem zeitgemäßen Bedürfnis nach Naherholung. Grundgedanke war es, mit der Anlage eines größeren Teiches der ansässigen Fischereiwirtschaft Ausdruck zu verleihen, dem Ort einen erlebbaren Raum am Wasser und nicht zuletzt der mehr als 200 Jahre auf dem Trockenen stehenden Fischhofbrücke wieder einen Sinn zu geben.

Dabei wurde der neue Grünraum mit Wanderwegen, dem Spielplatz „Fischers Fritz“ und zahlreichen Interventionen zum Naturerleben in vorbildlicher Weise an den Ort angebunden. Die Jury würdigt die Detailqualität des Parks, gleichzeitig die szenografische Qualität der in den Rundweg eingefügten Aussichtspavillons „Fischkästen“. Als eine Art „Landschafts-Fenster“ lenken sie die Blicke der Besucher auf Szenen in der Landschaft, die so, wie auch die Pavillons selbst, zur Attraktion werden.

  

Projektbeteiligte Mitarbeiter innerhalb des Büros

Stefan Hack (Projektleitung), Cornelia Breda, Annette Klittich, Volker Röhrs, Verena Schönhardt, Thomas Rothe, Armin Conrady (Bauüberwachung), Christian Meyer (Pflanzplanung Stauden)

 


Planungsbeteiligte Partner • Bauausführende Firmen

Mitarbeit Wettbewerb
Kolb Ripke Architekten Planungsgesellschaft mbH, Berlin


Tragwerksplanung
IB Lehner


Wasserrechtsantrag Teich
NARR RIST TÜRK, Landschaftsarchitekten BDLA, Marzling


Städtebauliche Studie zur Vorbereitung der Natur in Tirschenreuth
Arge apg 90 architektengemeinschaft /NRT Landschaftsarchitekten


Teichbau
IN Zwick



Franz Kassecker GmbH, Fichtner GaLaBau, Schmidt GaLaBau, Kahl GaLaBau, H. Kreuzer GmbH

Planung

geskes.hack Landschaftsarchitekten GmbH
Christof Geskes, Kristin Hack

Danckelmannstraße 9
14059 Berlin


Projektinformationen

Projektzeitraum
2009 - 2013

Bausumme
5,2 Mio. Euro

Auftraggeber • Bauherr
Natur in Tirschenreuth 2013 GmbH

Adresse
Am Fischhof
95643 Tirschenreuth


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