wagnisART

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© 2016  david riek / vidadmedia wagnisART - wohnumfeld als partizipativer prozess 

© 2016  david riek / vidadmedia innenwelten wagnisArt . ineinandergreifen von gemeinschafts- und privatraum 

© 2016  david riek / vidadmedia gemeinschaftliche freiräume mit spezifischen charakteren auf verschiedenen ebenen 

© 2016  david riek / vidadmedia niederschwellige abgrenzung über niveausprünge zwischen unterschiedlichen nutzungsbereichen 

© 2016  david riek / vidadmedia innenwelten wagnisArt . verschmelzen von gemeinschafts- und privatraum 

© 2016  david riek / vidadmedia wagnisART - wohnumfeld als partizipativer prozess 

© 2016  david riek / vidadmedia wagnisART - wohnumfeld als partizipativer prozess 

© 2016  bauchplan ).( kollektives bepflanzen individueller freiräume 

© 2016  bauchplan ).( kollektives bepflanzen individueller freiräume 

© 2013  bauchplan ).( partizipation in der planung . spielerisches programmieren der freiflächen 

© 2013  bauchplan ).( partizipation in der planung . spielerisches programmieren der freiflächen 

wagnisART wohnumfeld als partizipativer prozess


in einem partizipativen experiment brachten planerInnen und spätere bewohnerInnen viel vertrauen mit, um gemeinsam einen einzigartigen stadtbaustein für das münchner domagk areal in der ehemaligen funkkaserne zu entwickeln. im fokus stand nicht allein die produktqualität der planung sondern darüber hinaus der prozess ihrer erarbeitung. das ergebnis ist ein komplexes ensemble aus baukörpern, durch brücken miteinander verbunden, das vielfältige dachgärten und freiräume bietet. ein lebendiger ort, der mit unterschiedlichen graden an offenheit und privatheit aktiv zur qualität des quartiers beiträgt.

partizipation und planung

das bislang größte wohnbauprojekt der genossenschaft wagnis eg liegt auf dem gelände der ehemaligen funkkaserne, dem münchener domagk-areal. nach der kasernennutzung bildete sich hier mit den domagk-ateliers eine europaweit vernetzte künstlerkolonie. in nachbarschaft des davon verbliebenen „kunsthofs“ entsteht seit 2012 eine aus fünf baukörpern bestehende wohnanlage mit besonderem anspruch an kunst und kultur.

das projekt verbindet wohnen und arbeiten in einer gemeinschaft mit experimentellen wohnformen und einem aktiven beitrag für das entstehende quartier. die architektur und freiraumgestaltung weisen über das gewöhnliche hinaus. freiheitsgrade und offenheit sind dabei zentrale faktoren.
fünf polygonale baukörper, die 138 wohneinheiten sowie eine vielzahl von möglichkeitsräumen und öffentlichen nutzungen beinhalten, sind durch brücken im dritten und vierten stock verbunden. und eine vielgestaltige einheit, die auf dachflächen, in innenhöfen und in der verknüpfung mit dem stadtraum gelebt wird: es entstehen teilräume mit hoher nutzungsqualität sowie unterschiedlichen graden an öffentlichkeit.

dachgärten und terrassen des ensembles sind essenzieller teil dieser aufenthaltsräume. ein grüner horizont in der dachlandschaft münchens, im jahr 2009 noch als vision agropolis, die wiederentdeckung des erntens im urbanen alltag, formuliert, wird hier gelebte realität.

gegenüber dem straßenniveau sind private und gemeinschaftliche bereiche angehoben. neben aufenthaltsmöglichkeiten erlauben die höfe auch individuelle bespielungen. einzel- und gemeinschaftsnutzung können problemlos nebeneinander bestehen, private freibereiche fügen sich nahtlos zu einem gesamtbild. an der schnittstelle zum öffentlichen straßenraum liegen ein café, ein veranstaltungsraum, ateliers, büros und praxen, die öffentlichkeit für ein lebendiges stadtquartier schaffen.


entwürfe wagen, identitäten schaffen

teilhabe war ein wesentlicher bestandteil im planungsprozess. die planerInnen nahmen zunächst eine moderierende rolle ein. inhalte und programme wurden in arbeitsgruppen und workshops gemeinsam erarbeitet. im fokus stand nicht allein die produktqualität der planung, sondern darüber hinaus der laufende prozess ihrer erarbeitung. so entstand auf vertrauensbasis zwischen planerInnen und bewohnerInnen Identität für ein einzigartiges stadtquartier.

die grunddisposition der vielschichtigen freiraum-nutzungen wurde in einer planungsgruppe als leitbild entwickelt: „zu hause unterwegs“ oder „aus der haustüre raus und schon da” die positionierung der angebote wurde in einem „programm-modell” erarbeitet. das ziel spezifischer möglichkeitsräume wird mit grundsätzlichen freiraum-typologien erreicht, die einen gestaltungsrahmen definieren. innerhalb dieses gerüsts sind für die genossInnen vielfache chancen zur interaktion und entwicklung des flexibel nutzbaren freiraums vorhanden. bei der ausstattung mit mobiliar und bei der bepflanzung wurden die künftigen bewohnerInnen in eigenarbeit aktiv.
im gesamten projekt bleiben freiheiten für das zeitweilige oder dauerhafte bespielen durch alle formen von kunst offen. der planungsprozess, der in teilen auch künstlerInnen der ehemaligen kolonie einbinden konnte, führt eine eigenständige identität des areals von einer zwischennutzung in einen stadtbaustein über.

das projekt wurde bereits vor fertigstellung mit dem deutschen städtebaupreis 2016 ausgezeichnet.

 


Deutscher Landschaftsarchitektur-Preis 2017

Auszeichnung Partizipation und Planung

 


Planungsbeteiligte Partner • Bauausführende Firmen


argepartner freiraum: aubock & karasz


Architektur
bogevischs büro, schindler/hable, kohler architekten



heller landschaft service gmbh & co. kg



ddb dachbegrünung gmbh



hummelsberger schlosserei gmbh



viabizzuno lichttechnik

Planung

bauchplan ).(
t. baldauf, f. otto, mt. okresek, r. halbartschlager

Severinstrasse 5
81541 München


Projektinformationen

Projektzeitraum
2012 - 2016

Bausumme
1,1 Mio. Euro

Auftraggeber • Bauherr
genossenschaft wagnis eg


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