Luisenstädtischer Kanal

Zeitblende schliessen  (x)

1845-1926

1928-1945

1945-1992

©   | Landesarchiv Berlin

Der 1843 festgesetzte Bebauungsplan für das Köpenicker Feld, bearbeitet von P. J. Lenné

©  Max Missmann | Landesdenkmalamt Berlin

Elisabeth-Ufer am Luisenstädtischen Kanal 1906

©   | Landesarchiv Berlin

Luisenstädtischer Kanal Richtung Engelbecken, vor 1926

©   | Förderverein St. Michael e.V.

Teil der Luisenstadt mit Kirche St. Michael, Michaelkirchplatz und Engelbecken, Luftbild 1919

©   | Landesarchiv Berlin

Blick von der Kirche St. Michael auf das Engelbecken und den Luisenstädtischen Kanal Richtung Oranienplatz, um 1925

©  F. A. Schwartz

Blick vom Bethanien auf den Luisenstädtischen Kanal Richtung Thomaskirche, um 1885

©  H. Rückwardt

An der Melchiorbrücke, Richtung Köpenicker Straße, 1886

Der Schifffahrtskanal

Die Arbeiten am Kanal begannen 1845. Sie wurden als Notstandsprojekt der 1848er Revolution intensiviert und am 15.Mai 1852 dem Verkehr übergeben. Der Kanal diente vor allem für den Transport der Baumaterialien in das neue Stadterweiterungsgebiet und sollte den Lieferverkehr für die entstehenden Fabriken übernehmen. Die Obst- und Gemüsebauern aus dem Spreewald nutzten seine Hafenbecken als schwimmende Marktplätze. Das Engelbecken bildete den "Vorplatz" für die vom Architekten August Soller errichtete St. Michaelkirche (1851-61), die als zweite katholische Kirche in Berlin vor allem als Garnisonkirche diente und deren krönende Engelfigur dem Becken seinen Namen gab. Seine Bedeutung als Umschlagplatz für Baumaterialien zum Ausbau des Köpenicker Feldes verlor der Kanal nach der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Mangelnde Nutzung und technische Schwierigkeiten – das Gefälle zwischen Spree und Landwehrkanal war zu gering, um eine ausreichende Durchflutung zu sichern, die Folge waren Algenbewuchs, Gestank und Mückenplage – gaben den Anlass, den Kanal zuzuschütten. Ab 1926 wurde der Erdaushub der neuen U-Bahnlinie zwischen Gesundbrunnen und Neukölln für die Verfüllung des Kanals genutzt.

©   | Landesarchiv Berlin

Zuschüttung des Luisenstädtischen Kanals 1926, im Hintergrund die Melanchthonkirche

©   | Landesdenkmalamt Berlin

Genehmigter Entwurf Barths von 1929 für die Ausgestaltung des Luisenstädtischen Kanals

©   | Landesdenkmalamt Berlin

Barths Entwurf zum Rosengarten mit "Indischem Brunnen", um 1930

©   | Zentralblatt der Bauverwaltung

Der Rosengarten mit dem Indischen Brunnen, um 1940

©   | Gärtnerei Fachblatt

Wasserschloss am Engelbecken um 1934

©   | Berliner Lokalanzeiger v. 12. Juli 1934

Badespaß im Wasserschloss am Engelbecken, 1934

©   | Archiv Kramer

Der Immergrüne Garten um 1932, Blick von der Adalbertstraße Richtung Engelbecken

©   | Landesdenkmalamt Berlin

Blütensträuchergarten: Kinderspielplatz zwischen Köpenicker Straße und Melchiorstraße, 1935

Der Grünzug aus dem Wasser

Die Planung für den Grünzug wurde 1928 dem Berliner Stadtgartendirektor Erwin Barth (1880-1933) in Zusammenarbeit mit den Gartenbauämtern der 1920 gebildeten Bezirke Mitte und Kreuzberg übertragen. Barth gelang es, den Lennéschen Kanal in eine Abfolge von Schmuck-, Lehr- und Spiel-Gärten "aufzuheben", indem er sie zwischen den Kanalmauern einen Meter über dem Niveau des ehemaligen Wasserspiegels anlegte. An den Wasserweg erinnerte noch das Engelbecken, jetzt Schmuckteich, und die Brücke im Verlauf der Waldemarstraße. Für das Engelbecken plante Barth anfangs, inspiriert von der Anlage des Taj Mahal, einen "Indischen Teich" mit Palmen, exotischen Pflanzen und Elefantenstatuen, der von den warmen Abwässern der Eisfabrik in der Köpenicker Straße gespeist werden sollte, dann ein Volksbad, das aber am Widerstand der katholischen Öffentlichkeit scheiterte. Von seinen Visionen zeugt allein noch der Indische Brunnen im angrenzenden Rosengarten. Das Engelbecken wurde in der an öffentlichen Freiflächen armen Luisenstadt ein beliebter Ort für allerlei Freizeitvergnügen wie Eislaufen, Planschen im "Wasserschloss" und Karpfenfang.

©  Kaiser | Foyer Sonderausgabe Nov 1999

Aufnahme vom 9. November 1989: Blick auf den zum Mauerstreifen mutierten Grünzug, im Hintergrund die Thomaskirche

©   | Landesdenkmalamt Berlin

Blick auf die Mauer an der Waldemarbrücke und den verfüllten ehemaligen Rosengarten, 1970/80er Jahre

©   | Landesdenkmalamt Berlin

Nach dem Mauerfall, 1990: Blick auf den Abschnitt des Immergrünen Gartens, links das Gewerkschaftshaus von Bruno und Max Taut

©   | Landesdenkmalamt Berlin

Luftbild 1992: Neu gesetzte Lindenreihen rahmen die noch verfüllten Abschnitte Rosengarten, Engelbecken und Immergrüner Garten

Nachkriegsentwicklung

Der im Krieg kaum beschädigte Grünzug wurde in den 1950er Jahren teilweise mit Trümmerschutt aus der stark zerstörten Luisenstadt aufgefüllt und im Stil dieser Zeit umgestaltet. Durch die Teilung der Stadt wurden die Bezirke Kreuzberg und Mitte 1961 voneinander getrennt. Die im Ostberliner Bezirk Mitte liegenden Gartenabschnitte und das Engelbecken wurden komplett verfüllt und zur Grenzbefestigung ausgebaut. Dabei holzte man auch sämtliche den einstigen Kanal säumenden Baumreihen ab. Auf Westberliner Seite, zwischen Urbanhafen und Waldemarbrücke, fristete der Grünzug ein Dasein im Schatten der Mauer und wurde in den 1980er Jahren im Zusammenhang mit den Planungen der Internationalen Bauausstellung (IBA) nach Entwürfen von Baller, Luz und Hanke umgestaltet. Dabei wurden jedoch die historischen Gestaltungsprinzipien und damit auch die Barthsche Tieflage der Kanalgärten nicht mehr aufgenommen.

 

Zeitblende

Stories

12345678

 

 

 

 

 

 

 

Blütensträuchergarten

Engelbecken

Michaelkirchplatz

Oranienplatz

Immergrüner Garten

Rosengarten

Waldpflanzengarten

Story schließen (x)

Blütensträuchergarten vor der Neuanlage

© 2007 Ralf Hartmann | HORTEC

Entwurfsplan Blütensträuchergarten

© 2008 HORTEC

Blütensträuchergarten

Der zwischen Melchior- und Köpenicker Straße liegende Blütensträuchergarten wurde aus Mitteln des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Abt. IV C) durch das Bezirksamt Mitte auf Grundlage einer intensiven Bürgerbeteiligung neu gestaltet. Im Unterschied zu den anderen Abschnitten ist auf eine Ausgrabung bis auf das ursprüngliche Niveau der 1930er Jahre verzichtet worden. Die Spielskulpturen auf der großen, leicht abgesenkten Rasenfläche erinnern an die Lastkähne auf dem ehemaligen Kanal.

 

Story schließen (x)

Freilegung Engelbecken und Wasserschloss 1994

© 1994 Gesine Sturm | Landesdenkmalamt Berlin

Entwurfsplan Engelbecken

© 2005 HORTEC

Irispflanzung am Engelbecken

© 2009 Ralf Hartmann | HORTEC

Engelbecken

Mit Mitteln und auf Veranlassung von Landesdenkmalamt, Gartendenkmalpflege, Senatsbauverwaltung und Bezirksamt Mitte konnte das Engelbecken 1999/2000 freigelegt und die umlaufenden Promenaden wiederhergestellt werden – schon 1994 fanden Teilinstandsetzungen an Mauern und Treppen statt. Durch den gestiegenen Grundwasserstand füllte sich das Becken kontinuierlich auf den idealen Wasserstand. Von Herbst 2005 an wurden mit Mitteln des Städtebaulichen Denkmalschutzes die Becken- und Umfassungsmauern saniert, der Uferweg mit Laubengängen und Bänken wieder hergestellt, Kanalwände mit Rank- und Kletterpflanzen begrünt, Böschungen mit Iris und Hecken bepflanzt, Rasenflächen angelegt, das Wasserbecken vertieft und wieder mit 16 Fontänen ausgestattet.
Der Wiederaufbau des "Wasserschlosses" als Gebäude mit gastronomischer Nutzung wurde 2011 abgeschlossen. Die Gestaltung des Bauwerks und des gesamten Nordufers erfolgte in Anlehnung an die historische Gestaltung unter Berücksichtigung vorhandener Substanz und heutiger Nutzungsanforderungen.

 

Story schließen (x)

Wiederherstellungsplanung Michaelkirchplatz

Das Konzept für den Michaelkirchplatz basiert in den Grundzügen auf der Platzgestaltung von 1866 nach dem Entwurf von Peter Joseph Lenné, die nahezu vollständig bis 1945 existierte und somit auch wichtiger Bestandteil des Grünzugkonzeptes aus den 1920er Jahren von Erwin Barth war.

© 2011 HORTEC

Eröffnung der neugestalteten Anlage des Michaelkirchplatzes am 29. Juni 2012

© 2012 Ralf Hartmann | HORTEC

Die Platzgestaltung vor der Kirche St. Michael

Die Platzgestaltung vor der Kirche St. Michael ist gegenüber dem Lennéschen Entwurf schmaler dimensioniert, zum Erhalt des Baumbestands. Der Mittelweg ist in ockerfarbener wassergebundener Wegedecke ausgeführt. Die seitlich angegliederten Pflasterstreifen aus Bernburger Mosaikpflaster nehmen […]

© 2012 Fiona Laudamus | HORTEC

Michaelkirchplatz, seitliche Promenaden

Die innere Promenade umläuft den gesamten Platz, wegebegleitend wurden Crataegus laevigata ‚Pauls Scarlet’ gepflanzt.

© 2012 Fiona Laudamus | HORTEC

Micheaelkirchplatz, Pflanzstreifen

Analog zur Lennéschen Gestaltung wird der Kirchenvorplatz durch vier symmetrisch angeordnete Fliedergebüsche sowie Eckbepflanzungen auf der Außenseite betont. In den Rasenflächen werden entsprechend dem historischen Vorbild Ziergehölzflächen ausgebildet, die durch Solitärsträucher […]

© 2012 Fiona Laudamus | HORTEC

Michaelkirchplatz, Nordseite

Im Norden schließt die innere Promenade über zwei kurze Wegeverbindungen in Flucht der Michaelkirchstraße an den äußeren Promenadenring an. Die radiale Wegeführung im Norden nimmt deutlich die Form der halbrunden Kirchenapsis auf. Die Ecken der Rasenfläche akzentuieren Fliedersolitäre.

© 2012 Fiona Laudamus | HORTEC

Michaelkirchplatz

Ab 2011 erfolgt mit Mitteln des Städtebaulichen Denkmalschutzes die Umgestaltung der Freiflächen auf dem Michaelkirchplatz. Zur Wiederherstellung der Platzfläche nach dem Lennéschen Vorbild gehören die Neuanlage von Wege-, Rasen- und Pflanzflächen sowie die Neupflanzung von Bäumen gemäß der historischen Konzeption, die Pflege der vorhandenen Lindenreihen und die Neuausstattung des Platzes mit Sitzbänken und Papierkörben. Durch die Verschönerung und Umgestaltung des Michaelkirchplatzes als „grünes Herz“ der Luisenstadt wird die Verknüpfung des Platzes zum Engelbecken wieder deutlich und auch die Bedeutung von Platz und Kirche als Blickpunkt in der Nord-Süd-Achse des Grünzugs Luisenstädtischer Kanal herausgestellt.

 

Story schließen (x)

Oranienplatz

© 2006 TOPOS

Oranienplatz

Für Teile des ehemaligen Kanals (Oranienplatz und Promenaden zwischen Waldemarbrücke und Ritter-/Reichenberger Straße) im Bereich des Bezirks Kreuzberg-Friedrichshain wurde durch das Büro TOPOS im Auftrag des Landesdenkmalamtes Berlin ein städtebaulich-gartendenkmalpflegerisches Gutachten (2005) erstellt. Auf Grundlage des Gutachtens erfolgte 2006/2007 die Sanierung der Nordhälfte des Oranienplatzes durch das Bezirksamt. Die Südhälfte des Platzes wurde komplett nach der Konzeption umgesetzt.

 

Story schließen (x)

Originale freigelegte Treppen und Mauern der 1930er Jahre

© 1992  | Landesdenkmalamt Berlin

Pflanzplan zum Garten "Durch Raum und Zeit"

© 1992 Horst Schumacher | Büro für Gartenkunst und Landschaftsarchitektur

Luftbild Immergrüner Garten nach der Fertigstellung, Juli 1993

© 1993  | Landesdenkmalamt Berlin

Immergrüner Garten

Der Immergrüne Garten zwischen Engelbecken und Adalbertstraße war der erste Teilabschnitt, der mit Mitteln des Landesdenkmalamtes Berlin und des Bezirksamtes Berlin-Mitte auf dem historischen Gartengrundriss von Erwin Barth wiederhergestellt wurde. Dabei sind die alten Wege, Mauern und Treppen wieder freigelegt, anschließend saniert und die Brüstung der Kanalmauern erneuert worden. Damals wie heute betont der instandgesetzte, mit zahlreichen Bankplätzen ausgestattete Promenadenweg die Längsachse des Immergrünen Gartens. Die Bepflanzung wurde, abweichend von der historischen Situation, durch das Landschaftsarchitekturbüro Horst Schumacher neu interpretiert. Im April 1993 ist der Immergrüne Garten unter der Bezeichnung "Durch Raum und Zeit" feierlich eröffnet worden.

 

Story schließen (x)

Rosengarten: Rasenparterre mit Rosenbeeten

© 2012 Fiona Laudamus | HORTEC

Rosengarten
Pergolengang mit Sitzbänken, zur Berankung angesetzt ist eine Kletterhortensie

© 2012 Fiona Laudamus | HORTEC

Die Hauptachse des Rosengartens mit dem "Indischen Brunnen"

© 2012 Fiona Laudamus | HORTEC

Rosengarten: Der "Indische Brunnen"

Der "Indische Brunnen" zeigt sich heute wieder komplett mit nachgebildeter Bronzeplastik. Zahlreiche Wasser speiende Löwenköpfe und Figuren zieren die fünf ringförmig umlaufenden Etagen. Die Spitze krönt die Figur einer Göttin der Weisheit. Diese war 1942 von den Nazis eingeschmolzen und […]

© 2012 Fiona Laudamus | HORTEC

Rosengarten

Der Rosengarten wurde 1995 mit Mitteln des Landesdenkmalamtes Berlin und des Bezirksamtes Berlin-Mitte wiederhergestellt. Die einzig erhaltene historische Brücke, die Waldemarbrücke, bildet hier die Nahtstelle zwischen den Grünzugabschnitten Mitte und Kreuzberg. Bei den Ausgrabungsarbeiten am Rosengarten fand man neben Wegeeinfassungen und Pergolenresten auch das längliche Brunnenbecken.
Bei der anschließenden Wiederherstellung des Gartens auf Grundlage der Planung des Landschaftsarchitekturbüros Horst Schumacher wurden die Kanalwände restauriert und das Rasenparterre mit Rosenbeeten angelegt. Zahlreiche Sitzbänke in den mit Wildem Wein, Kletterrosen, Kletterhortensien und Clematis berankten Pergolengängen laden seit Juni 1995 wieder zum Verweilen ein. Der „Indische Brunnen“ zeigt sich heute komplett mit nachgebildeter Bronzeplastik. Die Spitze krönt die Figur einer Göttin der Weisheit, Mitte der 1990er Jahre durch den Künstler Gerald Matzner in Anlehnung an das historische Vorbild neu gefertigt.

 

Story schließen (x)

Originale freigelegte Treppe der 1930er Jahre

© 2002 Ralf Hartmann | HORTEC

Wiederherstellungsplan Waldpflanzengarten, Juni 2005

© 2005 HORTEC

Waldpflanzengarten

Der Waldpflanzengarten war der dritte Abschnitt, welcher 2006 wiederhergestellt werden konnte. Bereits Mitte der 1990er Jahre wurden die Kanalmauern freigelegt; erst Ende 2004 gelang es mit Hilfe von Spendengeldern zur Verbesserung der Freiraumsituation im Bezirk Mitte die desolaten Mauern und Treppenanlagen zu sanieren. Ab Herbst 2005 folgte die Wiederherstellung und Neugestaltung des Gartens: Anlage des Mittelweges mit Sitzbereichen und Anpflanzung typisch märkischer Gehölze – Kiefer, Hainbuche, Birke, Pappel – sowie Stauden und Rosen in Anlehnung an den historischen Pflanzplan von Hans Martin.
Im Vorfeld der Gestaltungsmaßnahmen wurden vom Bezirk Mitte gemeinsam mit dem Landesdenkmalamt mehrere Bürgerveranstaltungen durchgeführt, die zu einem Kompromiss zwischen Gartendenkmalpflege und aktuellen Nutzungsbedürfnissen führten. Dabei blieb ein Teil der Spontanvegetation unter Naturschutzaspekten erhalten.

 

Rundgang schließen

© 2011   | HORTEC Übersichtsplan Grünzug Luisenstädtischer Kanal 

© 2012  Fiona Laudamus | HORTEC Immergrüner Garten 

© 2012  Fiona Laudamus | HORTEC Rosengarten  (zwischen Waldemarbrücke und Engelbecken)

© 2008  Ralf Hartmann | HORTEC Waldpflanzengarten  (am Engeldamm zwischen Adalbert- und Melchiorstraße)

© 2008  Ralf Hartmann | HORTEC Blütensträuchergarten  (am Engeldamm zwischen Köpenicker Straße und Melchiorstraße)

© 2012  Fiona Laudamus | HORTEC Engelbecken 

© 2012  Fiona Laudamus | HORTEC Michaelkirchplatz 

© 2012  Fiona Laudamus | HORTEC Oranienplatz 

Luisenstädtischer Kanal


Der Luisenstädtische Kanal wird Mitte des 19. Jh. als Schifffahrtskanal zwischen Spree und Landwehrkanal im Zuge der baulichen Erweiterung Berlins auf der Grundlage des von Peter Joseph Lenné (1789-1866) entworfenen "Bebauungs-Plan für das Cöpnicker Feld zu Berlin" angelegt. Als Vorbilder dienen die Straße Unter den Linden und – als Hinweis auf Königin Elisabeth, Gemahlin Friedrich Wilhelm IV. und Tochter des bayrischen Königs Ludwig I. - der Kanal im Park von Schloss Nymphenburg (München). Zugleich bildet der Luisenstädtische Kanal das Kernstück von Lennés Plan "Projektirte Schmuck- und Grenzzüge von Berlin mit nächster Umgegend" (1840).
1926/27 wird er zugeschüttet, und zwischen den alten Kanalmauern entstehen nach Plänen des Berliner Stadtgartendirektors Erwin Barth (1880-1933) und der Gartenamtsleiter Hans Martin und Leo Kloss Schmuckbecken, blühende Gärten, Spielplätze und Promenaden.

Der im Krieg kaum beschädigte Grünzug wurde in den 1950er Jahren teilweise mit Trümmerschutt aus der stark zerstörten Luisenstadt aufgefüllt und im Stil dieser Zeit umgestaltet. Mit dem Bau der Berliner Mauer 1961 widerfährt dem Grünzug etwa 30 Jahre lang ein getrenntes Schicksal:
Die im Ostberliner Bezirk Mitte liegenden Gartenabschnitte und das Engelbecken wurden komplett verfüllt und zur Grenzbefestigung ausgebaut. Dabei holzte man auch sämtliche den einstigen Kanal säumenden Baumreihen ab. Auf Westberliner Seite, zwischen Urbanhafen und Waldemarbrücke, fristete der Grünzug ein Dasein im Schatten der Mauer und wurde in den 1980er Jahren im Zusammenhang mit den Planungen der Internationalen Bauausstellung (IBA) nach Entwürfen von Baller, Luz und Hanke umgestaltet. Dabei wurden jedoch die historischen Gestaltungsprinzipien und damit auch die Barthsche Tieflage der Kanalgärten nicht mehr aufgenommen.

Wiederherstellungsmaßnahmen 1991 - 2012
Durch eine mutige Entscheidung der Berliner Gartendenkmalpflege konnte in enger Abstimmung mit dem Bezirksamt Mitte von Berlin kurz nach der Wende mit der schrittweisen Instandsetzung des Luisenstädtischen Kanals begonnen werden: 1991 wurden die Promenaden im ehemaligen Ostberliner Teil zwischen Waldemarbrücke und Köpenicker Straße wieder mit den Lennéschen Lindenreihen bepflanzt, auch um die Anlage als Denkmal und Grünraum vor der Umwandlung in eine Verkehrstrasse zu schützen. Denkmalschutz wurde 1993 für den ganzen Kanalzug ausgesprochen und die im Bezirk Mitte liegenden Gartenabschnitte auf der Grundlage gartenarchäologischer Grabungen wieder hergestellt.

  

Zugänglichkeit, Öffnungszeiten & Informationen zur Anfahrt

öffentliche Grünanlage

 


Weitere Informationen im Internet

Bürgerverein Luisenstadt e.V., bürgerschaftliches Engagement im Stadtquartier

Planung

HORTEC
Dipl.-Ing. (arch) Freie Landschaftsarchitektin Christa Ringkamp

Meierottostr. 7
10719 Berlin


Projektinformationen

Projektzeitraum
2002 - 2012

Auftraggeber • Bauherr
Bezirksamt Mitte von Berlin
Tiefbau- und Landschaftsplanungsamt
Karl-Marx-Allee 31
10178 Berlin


Projekt auf Karte anzeigen

 

Video schließen

Anfang

Übersicht schließen