Das Grüne U in Stuttgart

123456789101112131415161718192021

Rundgang schließen

©  LUZ | Landschaftsarchitektur Das Grüne U 

©  LUZ | Landschaftsarchitektur Schlossplatz 

Der Schlossplatz - zentraler und größter Platz der Stadt - besteht zur Hälfte aus Grün: Rasenflächen, Schmuckpflanzungen, zwei Kastanienalleen. Die ursprüngliche Planung stammt von Hackländer und Leins (1865). 1977 wurde der Platz neu gestaltet durch Behnisch und Partner, Architekten / Luz + Partner, Landschaftsarchitekten.

© 2008  LUZ | Landschaftsarchitektur Oberer Schlossgarten: der Eckensee 

Schwerpunkt der Neugestaltung im Oberen Schlossgarten anlässlich der Bundesgartenschau 1961 waren der „Eckensee“, ein neuer geometrischer Rosengarten sowie der neu geschaffene Akademiegarten.

© 2008  LUZ | Landschaftsarchitektur Mittlerer Schlossgarten 

Ein sehr beliebter - und belebter - Park: Der Mittlere Schlossgarten mit seinen weitläufigen Wiesenflächen, Wasserspielen und Spieleinrichtungen.

© 2012  LUZ | Landschaftsarchitektur ... seit 2012: Bauvorbereitende Maßnahmen für den neuen Hauptbahnhof, Einrichtung der Baulogistik, etc. 

Der Park ist weiterhin geöffnet, jedoch in Teilen längerfristig nicht zugänglich (Stichwort Stuttgart 21).

©  LUZ | Landschaftsarchitektur Unterer Schlossgarten 

© 1977  LUZ | Landschaftsarchitektur Unterer Schlossgarten: Gelände der Bundesgartenschau Stuttgart 1977 

Beim „Schwanenplatz“, wo der lange Schlauch der Anlagen auf den Neckar trifft wurden drei Seen angelegt. Hier wurden die „Berger Sprudler“ geschaffen: umfangreiche Erdmodellierungen, in welche die Gleisschleifen, Masten und Drähte der hier auf einem Tunnel verkehrenden Straßenbahn integriert sind.

© 1977  LUZ | Landschaftsarchitektur Unterer Schlossgarten: Berger Sprudler 

© 1993  LUZ | Landschaftsarchitektur Rosensteinpark 

Der Rosensteinpark wird geprägt durch weite Wiesenflächen und ausgereifte Baumgruppen. Er gilt als als der größte englische Landschaftspark Südwestdeutschlands und steht unter Denkmalschutz.

© 1993  LUZ | Landschaftsarchitektur Rosensteinpark 

© 2002  LUZ | Landschaftsarchitektur Leibfriedscher Garten: Ruine der Villa Moser 

Die Ruine der Villa Moser, ein im zweiten Weltkrieg zerstörter großbürgerlicher Bau, wurde im Rahmen der IGA 1993 durch die Installation des Künstlers Hans-Dieter Schaal "übergehbar", die steinernen Reste wurden der Natur überlassen.

© 2002  LUZ | Landschaftsarchitektur Leibfriedscher Garten: Bastion - Rundumblick mit Stadtgeschichte 

Der zur IGA 93 entstandene Aussichtshügel bietet nicht nur einen Rundumblick: in Tafeln eingraviert finden sich Information und Anekdoten zu Stadtgeschichte, Architektur und allerlei schwäbische Besonderheiten ...

© 2002  LUZ | Landschaftsarchitektur Wartberg / Steinberg: der Egelsee 

Durch eine Vielzahl von Sprudlern, Speiern und Fontänen ist das Wasser ständig in Bewegung und erhält damit neben der räumlich-gestalterischen Funktion zusammen mit der Wasserfläche auch seinen gewässerökologischen und kleinklimatoogischen Sinn. Eine räumlich markante, vom Berg herunterführende Wiese geht allmählich über in Rasen und wird durch den sich ständig ändernden Wasserkörper gleichsam zur grünen begehbaren Skulptur.

© 1993  LUZ | Landschaftsarchitektur Wartberg/Steinberg: Wasserspiele im Egelsee 

© 1993  LUZ | Landschaftsarchitektur Wartberg/Steinberg: Im Keuper 

© 1993  LUZ | Landschaftsarchitektur Wartberg/Steinberg: Im Keuper 

Station "Im Keuper" - eine Hommage an die geologische Formation aus Sandstein und Mergel, auf der Stuttgart und ein großer Teil der württembergischen Stammlande stehen. Die alten Bauten in Stuttgart sind aus diesen Steinen gebaut, die u.a. auch hier im Wartberg und am Killesberg gebrochen wurden. Steine, aus denen auch die Wengerter ihre Mauern für die Terrassierungen gebaut haben, die die Weinberglandschaft geprägt haben. Bildhauer: Hans Dieter Bohnet

©  LUZ | Landschaftsarchitektur Höhenpark Killesberg: Tal der Rosen 

Der Höhenpark Killesberg entstand zur Reichsgartenschau 1939 in einem aufgelassenen Steinbruch.

© 1993  LUZ | Landschaftsarchitektur Höhenpark Killesberg: der "Stangenwald" von Hans Dieter Schal 

© 2002  LUZ | Landschaftsarchitektur Höhenpark Killesberg: Aussichtsturm 

Der filligrane Turm - ein 42 Meter hohes, transparentes Gebilde mit vier durch eine Seilnetzkonstruktion gehaltene Aussichtsplattformen - bietet einen grandiosen Rundumblick.

© 2012  Arnim Kilgus Grüne Fuge 

Die knapp einen Meter hohen "Wiesenkissen" wirken wie eine große Grünfläche und werden durch umfangreiche Baumpflanzungen ergänzt.

© 2012  Arnim Kilgus Grüne Fuge 

Das Grüne U in Stuttgart


Der Garten- und Landschaftsarchitekt Hans Luz, Erfinder des "Grünen U", starb am 9. April 2016 kurz vor Vollendung seines 90. Lebensjahres in Stuttgart.

Das Grüne U ist eine Parklandschaft, die vom Schlossplatz im Zentrum Stuttgarts bis hinauf zu den die Stadt umgebenden Wäldern reicht. Vorhandenes und Neues, Übrigebliebenes und fast Vergessenes - Parks, Gärten, Reste und Zwickel - wurden zu einem Ganzen zusammengefügt, wobei die einzelnen Teile ihren jeweiligen Charakter behalten haben und die Handschrift unterschiedlicher Epochen und Personen tragen.
Dieses Ziel wurde seit den 20er Jahren beharrlich verfolgt und mit Hilfe mehrerer Gartenschauen erreicht.

Ungehindert von Straßen und Verkehr kann der Spaziergänger vom Schlossplatz durch die ehemals königlichen Anlagen hinunter zum Neckar, durch den Rosensteinpark, über den Leibfriedschen Garten und Wartberg zum Höhenpark Killesberg und durch die Grüne Fuge wandern und weiter durch die Wälder, die die Stadt umgeben.
Das Grüne U ist aber nicht nur eine Grünfläche von erheblichem Ausmaß sondern auch eine gartenkulturell und gartenhistorisch interessante Parklandschaft, bei der städtebaulich vorher getrennte und auseinander liegende Stadtteile miteinander verbunden worden sind.

Das Grüne U umfasst folgende Bereiche:

► Oberer, Mittlerer und Unterer Schlossgarten

Die ehemals königlichen Anlagen entstanden unter Friedrich I zwischen 1806-1817 nach den Plänen von Nikolaus Friedrich von Thouret. Sie reichen vom Neuen Schloss in der Stadtmitte bis nach Bad Cannstatt und gehen über in den Rosensteinpark.

Oberer und Mittlerer Schlossgarten wurden - nach heftigen Diskussionen - zur Bundesgartenschau 1961 neu gestaltet. Eine Restaurierung der historischen Anlagen fand wegen der geänderten städtebaulichen Situation im Bereich der Oberen Anlagen (u.a. Neubau Landtag, Kleines Haus, Schlossgartenhotel) keine Mehrheit.
Die Planung erfolgte durch das Stuttgarter Gartenamt; Berater des Landes war Walter Rossow.
Schwerpunkt der Neugestaltung im Oberen Schlossgarten waren der „Eckensee“, ein neuer geometrischer Rosengarten sowie der neu geschaffene Akademiegarten.

Der Mittlere Schlossgarten wird nach Auflösung der Mittelachse geprägt durch weitläufige Wiesenflächen und den erweiterten historischen See. Der mit seinen Liegewiesen, Wasserspielen und Spieleinrichtungen sehr beliebte - und belebte - Park ist in Teilen längerfristig nicht zugänglich (Stichwort Stuttgart 21: Bauvorbereitende Maßnahmen für den neuen Hauptbahnhof, Baulogistik).

Der Untere Schlossgarten wurde im Laufe der Zeit beidseits immer mehr bedrängt von Bahnanlagen und Straßen, über Jahrzehnte vernachlässigt und von Spaziergängern gemieden.
Zur Bundesgartenschau 1977 erfolgte - unter Wahrung der historischen Substanz - eine behutsame Neugestaltung. Der Park wird geprägt von den durchgängigen Wiesenflächen; der leicht geschwungene Hauptweg hat sein Gegenstück in der historischen Platanenalle, mit der er vielfältig verbunden ist.
Beim „Schwanenplatz“, wo der lange Schlauch der Anlagen auf den Neckar trifft wurden drei Seen angelegt. Hier wurden die „Berger Sprudler“ geschaffen: umfangreiche Erdmodellierungen, in welche die Gleisschleifen, Masten und Drähte der hier auf einem Tunnel verkehrenden Straßenbahn integriert sind.
Zahlreiche Brücke und Wege verbinden den vormals isolierten Unteren Schlossgarten mit den angrenzenden Stadtteilen und Parks.

Die Planung erfolgte durch die Planungsgruppe 1 - Hans Luz + Partner, Max Bächer + H.G. Lie, Bernhard Winkler, Dietrich Brunken, Ilse Kaiser, Walter Scheu / Federführung Büro Luz, Stuttgart.

► Rosensteinpark

Der Rosensteinpark wurde nach Plänen von John Papworth (Plan mit großem Rundweg, 1819) und Oberhofgärtner Johann Wilhelm Bosch (Weiterentwicklung, ab 1823) angelegt: ein klassscher englischer Landschaftsgarten mit großzügigen Wiesenflächen, einem reifen Baumbestand und interessanten Blickbeziehung in die Landschaft.
Der Rosensteinpark gilt als der bedeutendste Landschaftspark Südwestdeutschlands und steht unter Denkmalschutz.
Exkurs: Ab 1842 ließ König Wilhelm I im nordöstlichen Teil des Parks Gebäude im „Maurischen Stil“ errichten. Bauten und Gärten sind in weiten Teilen erhalten und heute Teil des zoologisch-botanischen Gartens „Wilhelma“.

► Leibfriedscher Garten und Wartberg/Steinberg

Beide Bereiche wurden zur Internationalen Gartenbauausstellung 1993 (IGA) neu gestaltet. Dabei blieb der Grundcharakter der einzelnen Bereiche, die Struktur der überwucherten Villa Moser im Leibfriedschen Garten und der Gütle und Gärten im Wartberg erhalten.

Im Leibfriedschen Garten macht eine Installation des Künstlers Hans Dieter Schaal die Ruine der Villa Moser "übergehbar". Ein Aussichtshügel bietet einen Rundumblick.

Am Fuße des Wartbergs entstand u.a. der rund 4500 m² große Egelsee mit seinen imposanten Wasserspielen. Durch eine Vielzahl von Sprudlern, Speiern und Fontänen ist das Wasser ständig in Bewegung und erhält damit neben der räumlich-gestalterischen Funktion zusammen mit der Wasserfläche auch seinen gewässerökologischen und kleinklimatoogischen Sinn. Eine räumlich markante, vom Berg herunterführende Wiese geht allmählich über in Rasen und wird durch den sich ständig ändernden Wasserkörper gleichsam zur grünen begehbaren Skulptur.
Der Aufstieg zum Killesberg wird begleitet von Kunststationen, die zum Ausruhen einladen und die sich baulich-gestalterisch von den eher unveränderten Teilen abheben.
Brücken und Stege liegen grundsätzlich auf dem Gelände auf; die Unterführung zum Höhenpark Killesberg nutzt geschickt die Topografie aus.

Die Planung erfolgte durch die Planungsgruppe Luz, Lohrer, Egenhofer, Schlaich / Federführung Büro Luz, Stuttgart.

► Höhenpark Killesberg

Der Höhenpark Killesberg entstand zur Reichsgartenschau 1939 nach den Plänen von Hermann Mattern in einem aufgelassenen Steinbruch. Der Park steht in weiten Teilen unter Denkmalschutz und gilt heute als einziges, großes und gut erhaltenes Beispiel für die Gartenbaukunst der 30er Jahre, insbesondere auch wegen des meisterhaften Umgangs mit Naturstein und der hohen Qualität der Trockenmauern.
Die Deutsche Gartenschau 1950 war Anlass, Kriegsschäden notdürftig zu reparieren und sanieren. Mit anderen Materialien wie Stahl, Glas und Beton wurde die gewünschte Aufgelockertheit erzielt. Mattern baute leichte Gerüste in die Ruinen, eine leichte Pergola beim Höhencafé und am Ende des Tals der Rosen einen frei geformten See anstelle eines rechteckigen Wasserbeckens. Die Milchbar von Rolf Gutbrod wurde ein „Wallfahrtsort“ für jüngere Architekten.

Aus den Austtellungshallen im Bereich des Haupteingangs entwickelte sich die Messe Stuttgart, deren stufenweiser Ausbau in den folgenden Jahren weitreichende Änderungen gegenüber der Matternschen Planung mit sich brachte. 1988 ergab sich mit dem Bau der (damals) Neuen Messe eine völlig neue Situation: die Hallen schoben sich weit in den Park hinein, der Hauptzugang wurde verschoben und führte in Teilen über unterirdische Messehallen.
2008 wurde der Messestandort aufgegeben: mit dem Rückbau der Hallen verschwand u.a. auch der großzügige, von Wasserspielen begleitete Zugang zum Park. Mit den frei gewordenen Flächen ergaben sich in diesem Teil des Höhenparks sowie des Stadtquartiers insgesamt neue Herausforderungen, für die Lösungen gefunden werden mussten.

2001 wurde der Aussichtsturm eingeweiht. Kein Turm im herkömmlichen Sinne, sondern eigentlich nur ein 42 Meter hohes, transparentes Gebilde mit vier durch eine Seilnetzkonstruktion gehaltene Aussichtsplattformen.
Nachdem der zur IGA1993 geplante Aussichtsturm überraschenderweise nicht gebaut wurde, nahm sich der Verschönerungsverein Stuttgart e.V. des Vorhabens an, fungierte als Bauherr und finanzierte den Bau teils aus eigenen Mitteln, teils durch Spenden und den “Verkauf” von Treppenstufen - ohne Großsponsoren.

► Grüne Fuge

Nach Wegzug der Messe bot sich die Möglichkeit, eine durchgehende Verbindung zwischen Höhenpark und Feuerbacher Heide zu schaffen. Seit 2012 verbinden die "Grüne Fuge" (im Bereich ehem. Haupteingang / Messehallen) und der daran anschließende "Park Rote Wand" (zuvor Standort eines Parkhauses) den Höhenpark mit der Feuerbacher Heide und dem Kräherwald, womit auch eine Verbindung besteht zu dem Waldgürtel, der die Stadt umgibt.

Rund 50.000 Kubikmeter Erdreich wurden zu einer neuen Landschaft geformt; die knapp einen Meter hohen "Wiesenkissen" wirken wie eine große Grünfläche und werden durch umfangreiche Baumpflanzungen ergänzt.
Der Bachlauf, der die Grüne Fuge durchfließt und ein naturnaher neuer See werden gespeist durch Dach-/Oberflächenwasser, das in einer Zisterne gesammelt wird.

Geplant wurde der neue Park von der Arbeitsgemeinschaft Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten + Stadtplaner, München, Berlin / Pfrommer + Roeder Landschaftsarchitekten, Stuttgart.

 


Garten des Monats • Jahrgang 2016

Mai 2016

  

Zugänglichkeit, Öffnungszeiten & Informationen zur Anfahrt

Alle Bereiche des Grünen U sind ganzjährig und kostenfrei zugänglich.

 


Weitere Informationen im Internet

Nachruf auf Hans Luz, 1916 - 2016

Planung

 

Adresse
vom Schlossplatz in der Stadtmitte bis zum Killesberg
Stuttgart


Projekt auf Karte anzeigen

 

Video schließen

Anfang

Übersicht schließen