Gartenanlage Haus Schminke

Video

Stories

123456789101112131415

 

Digitale Visualisierung der Gartenanlage

Story schließen (x)

ISOMETRIE Villengarten Schminke

Die Isometrie zeigt den gesamten Villengarten Schminke um 1933.

© 2010 3D-Visualisierung | Sandro Wolff

Grundriss ERDGESCHOSS

Grundriss Erdgeschoss Villa Schminke Plangrundlage: Hans Scharoun, Grundriss Erdgeschoss; Landhaus Schminke, M 1:50, Juli 1932. Akademie der Künste, Scharounarchiv Wv-124.

© 2010 3D-Visualisierung | Sandro Wolff

Das GARTENHAUS von Hans Scharoun 1937

Um 1937 gestaltete Scharoun den Gartenpavillon in der Nordostecke des Grundstückes zum Gartenhaus für die Kinder um.

© 2010 3D-Visualisierung | Sandro Wolff

Die BRÜCKENBANK von Hans Scharoun 1934

Schon 1934 ändert Scharoun die Brücke auf der zentralen Wegeachse. Die Brückengeländer werden entfernt und durch und eine neue Brückenbank ersetzt

© 2010 3D-Visualisierung | Sandro Wolff

Der PAVILLON am Rondell um 1919

Noch vor Beginn der Hausbaumaßnahmen ist der Pavillon errichtet worden. Die Holzkonstruktion mit kegelförmigem Reetdach stand hinter dem Rondell in der nordöstlichen Grundstücksecke.

© 2010 3D-Visualisierung | Sandro Wolff

Die BRÜCKE zwischen den Teichen 1933

Die Brücke befindet sich auf dem zentralen Gartenweg zwischen der Nordterrasse des Hauses und dem Staudengarten im Norden. Unter der Brücke befindet sich die Kanalverbindung zwischen dem großen runden Teich und dem naturnahen Teich.

© 2010 3D-Visualisierung | Sandro Wolff

Der HEIDEGARTEN im Osten 1933

Heideterrasse mit Blockstufentreppe und Trittplattenpfad an der östlichen Grundstücksgrenze um 1933.

© 2010 3D-Visualisierung | Sandro Wolff

Der SPIELPLATZ im Südwesten 1937

Bild zeigt den Spielplatz im Südwesten um 1937. Die Berg.- und Talbahn ist vermutlich durch H. Scharoun entstanden. Gebaut wurde diese aus dem Klinker, der auch für das Gebäude verwendet wurde.

© 2010 3D-Visualisierung | Sandro Wolff

GARTENTOR 1933 von Hans Scharoun

DIE EINFRIEDUNG ZUR KIRSCHALLEE 1933 von Hans Scharoun Blick nach Südosten Plangrundlage: Gartentor Löbau, [Landhaus Schminke], M 1:10, 1:1 Professor Hans Scharoun, [1933], [Berlin], AdK-Berlin, Scharounarchiv Wv-124

© 2010 3D-Visualisierung | Sandro Wolff

GARTENTOR 1933 von Hans Scharoun

DIE EINFRIEDUNG ZUR KIRSCHALLEE 1933 von Hans Scharoun Blick nach Nordwesten Plangrundlage: Gartentor Löbau, [Landhaus Schminke], M 1:10, 1:1 Professor Hans Scharoun, [1933], [Berlin], AdK-Berlin, Scharounarchiv Wv-124

© 2010 3D-Visualisierung | Sandro Wolff

Digitale Visualisierung der Gartenanlage

In der Hochschule Anhalt (FH) in Bernburg wurde das Thema „Digitale Beiträge zum Denkmalwert einer Außenanlage“ von Sandro Wolff 2010 als Abschlussarbeit vorgelegt.
Ziel dieser Arbeit war es, ein umfassendes und klares Bild des Villengartens Schminke darzulegen. Im Ergebnis steht ein umfassender Textteil, zahlreiche Pläne und eine digitale Rekonstruktion des gesamten Gartens Schminke in seiner bauzeitlichen Situation um 1937. Das Haus Schminke, die früheren Kleinarchitekturen im Garten sowie die nicht mehr vorhandenen Pflanzsituationen werden hier dargestellt und durch 3D-Technik als Gesamtwerk erlebbar gemacht. Gerade mit Blick auf die Landesgartenschau 2012 in Löbau, sollten diese Ergebnisse für die Besucher zur Verfügung stehen.
Die Villa Schminke ist in entsprechenden Abhandlungen vielseitig beschrieben. Die dazugehörige Außenanlage wurde bisher kaum untersucht und dokumentiert.
Neben umfassender Archiv- und Literaturrecherche wurden auch Informationen aus einem Gespräch mit der jüngsten Tochter der Familie Schminke, Frau Helga Zumpfe, ausgewertet. Gemeinsam konnten alle Fragen geklärt werden, die aus der Auswertung des vorhandenen Materials offen geblieben waren. Frau Zumpfe überließ auch Bildmaterial, das von ihrer Mutter Charlotte Schminke fotografiert worden war und sich bis dahin in ihrem Privatbesitz befunden hatte. Auch die Einsichtnahme in das Gästebuch der Familie war aufschlussreich und half die geschichtliche Beschreibung des Gartens weiter zu konkretisieren.
Die heutige noch erhaltene Gartensubstanz muss mit Pflegemaßnahmen konserviert und bewahrt werden. Um den historischen Garten erhalten zu können ist eine genaue Erfassung notwendig gewesen. Die daraus gewonnenen Kenntnisse konnten von den Bestandsplänen bis zur 3D-Umsetzung dokumentiert werden. Die Pläne dieser Arbeit machen den Garten und sein Inventar virtuell erlebbar. Dies unterstreicht den Denkmalwert des Gartens Schminke. Die virtuelle 3D-Rekonstruktion tritt an die Stelle substanzzerstörender baulicher Rekonstruktion, hilft die Außenanlage zu bewahren und kann „rekonstruierende“ Eingriffe in die Originalsubstanz erübrigen.

 

Rundgang schließen

© 2011  Heike Hoppe | Sandro Wolff Naturnaher Teich 

Die Quelle des Wassers für den kleinen Teich befindet sich im Steingarten, der eine Stufe höher angelegt war. Über ein zwischen den Steinen verstecktes Absperrventil wurde die Wasserzufuhr gesteuert. Das Wasser bahnt sich in einer mit Steinen angelegten Rinne seinen Weg in den kleinen amorph angelegte Teich.

© 2010  Sandro Wolff Eingangstor zum Garten 

Das heutige Eingangs.- und Zufahrtstor zum Villengarten. Das Lamellentor wurde hier durch eine einfache Metallkonstruktion aus „DDR-Zeiten“ ersetzt. Blick zur Kirschallee.

© 2010  Michael Kress | Sandro Wolff Der zentrale Gartenweg 

Von der Nordterrasse des Gebäudes führt der zentrale Gartenweg zu den Staudenterrassen im Norden.

© 2010  Michael Kress | Sandro Wolff Blockstufentreppe zum Rondell 

Vom Rondellvorplatz gelangt man über zwei Blockstufentreppen zum Rondell

© 2010  Michael Kress | Sandro Wolff Steingarten 

Der Steingarten im Norden von der Außenterrasse des Obergeschosses aufgenommen.

© 2010  Sandro Wolff Nordausgang 

Der nördliche Ausgang vom Villengrundstück zum Obstgarten des Bruders von Fritz Schminke.

© 2010  Sandro Wolff Bruchsteinmauer zum Rondell 

Die Bruchsteinmauer zur Heidegartenterrasse im Osten grenzt an das nordöstlich gelegene Rondell.

© 2010  Sandro Wolff Der große Teich 

Der im Jahr 2003 rekonstruierte große Teich im nördlichen Wohngarten mit dem Rondell rechts und dem zentralen Weg links, hinten im Bild befinden sich die Rasenterrassen, auf der sich früher eine geschlossene Staudenbepflanzung befand. Foto: Juni 2010.

© 2010  Michael Kress | Sandro Wolff Villa Schminke Nordseite 

Die Nordseite der Villa Schminke mit den Außenterrassen im Erd.- und Obergeschoss. Der zentrale Gartenweg wird über eine Natursteintreppe mit dem Gebäude verbunden.

© 2011  Heike Hoppe | Sandro Wolff Wohnbereich im Erdgeschoss 

Über eine raumhohe Glaswand mit Schiebetüren, wird der Blick bis in den Wintergarten offen gelassen.

© 2010  Michael Kress | Sandro Wolff Speißeerker 

Der Essbereich im Erdgeschoss mit Blickachse durch das Panoramafenster in den Garten.

© 2010  Monique Müller | Sandro Wolff Wintergarten 

Die großen Fenster im gesamten Wintergarten und im Wohnbereich leiten direkt zu den Außenterrassen des Erdgeschosses, mit dem anschließenden Garten über. Der Wintergarten ist über gewachsenem Boden errichtet und trägt mit dem Wasserbecken zu einem optimalen Innenraumklima bei.

© 2010  Monique Mueller | Sandro Wolff Verbindung zwischen Erd.- und Obergeschoss 

Verbindungstreppe zwischen Erd.- und Obergeschoss im Gebäude. Die farbliche Innengestaltung der Wände ist verloren gegangen.

© 2011  Heike Hoppe | Sandro Wolff Außenterrasse 

Die Außenterrasse im Obergeschoss wird über einen Ausgang vom Schlafzimmer erreicht.

© 2006  Dr. C. Hellbrügge Außenbeleuchtung 

Haus Schminke Nordseite mit der Außenbeleuchtung der Terrassen des Erd.- und Obergeschoss und der Innenraumbeleuchtung des Wintergartens

Gartenanlage Haus Schminke Digitale Beiträge zum Denkmalwert einer Außenanlage


Der erste private Auftraggeber von Hans Scharoun (1893–1972), Fritz Oswald Schminke (1897-1971), ließ sich 1933 in Löbau eine Villa bauen, die ein herausragendes Beispiel für modernes Bauen darstellt. Die Villa Schminke ist als höchstrangiges Denkmal der Architektur der Klassischen Moderne international bekannt.

Die Bauabsichten für eine „Landhausvilla“ reichen aber bis in die Mitte des ersten Weltkrieges zurück. Eine solche wollte Wilhelm Schminke, der Vater von Fritz Schminke, bereits 1916 realisieren. Durch das damals existierende Bauverbot konnten aber nur Veränderungen am Grundstück vorgenommen werden.

Die erste Beauftragung für eine Gartengestaltung erhielt der Dresdner Gartenarchitekt Wilhelm Röhnick 1919. Als sich Scharoun 1930 mit der Planung des Hauses beschäftigte, wollte er sicherstellen, dass der bereits vorhandene Garten eine natürliche Erweiterung der Wohnräume wird. Somit werden von wichtigen Aufenthaltsbereichen des Hauses aus Blickachsen in den Garten ermöglicht. Vom Garten aus gesehen, ist das Haus Kulisse und Inszenierung zugleich.

Bevor der Entschluss zum Neubau fiel, informierte sich das architekturinteressierte Ehepaar Schminke auf verschiedenen Bauausstellungen. Die Weißenhofausstellung 1927 in Stuttgart und die Versuchssiedlung in Breslau 1929 wurden vom Deutschen Werkbund initiiert und waren richtungweisende Wohnsiedlungen der Klassischen Moderne. Da durch die unterschiedlichen Wohnkonzepte auf den Werkbundausstellungen das ohnehin schon große Interesse für modernes Bauen bei den Schminkes noch mehr verstärkt wurde, wandte sich Fritz Schminke an Hans Scharoun. 1967 schreibt Scharoun selbst dazu: „Das Haus, das mir am liebsten war, ließ sich der Fabrikant Schminke in Löbau in Sachsen bauen.“

Familie Schminke nutzte die Villa 12 Jahre als Wohnhaus. Mit Beendigung des zweiten Weltkrieges verließen sie die Villa. Kurze Zeit später beschlagnahmten Truppen der Roten Armee das Gebäude und bewohnten es mit Offizieren. Nach einem Jahr der militärischen Besetzung erfolgte die Rückgabe des Hauses an die Familie. Zunächst wurde ein Erholungsheim für Kinder bombengeschädigter Familien aus Dresden eingerichtet. Im April 1951 verließen die Schminkes Löbau und ein Jahr später wurde die Stadt Löbau Besitzer von Gebäude und Garten. Nach 1952 unterlag das Gebäude mit seiner Außenanlage einem vielfältigen Nutzungswechsel. Vom anfänglich eingerichteten Kindergarten wurde es zum Klubhaus der „Freien Deutschen Jugend“ (FDJ) und ab 1963 dann zum Kreispionierhaus. Ab 1990 wurde das Baudenkmal als Jugend- und Freizeitzentrum genutzt.

Durch die verschiedenen Nutzungsansprüche ging an Originalbausubstanz des Gebäudes und der Außenanlage einiges verloren. Um den fortschreitenden Verfall des Gebäudes aufzuhalten, wurde im Jahr 2000 mit der Sanierung des Hauses begonnen. Im Mai 2009 gründeten die Stadt Löbau und die Hess AG die Stiftung „Haus Schminke“, die sich bis heute um alle Belange der Anlage kümmert.

Als Wilhelm Schminke 1916 die Baugrube für den Hausneubau ausheben lies, wurden die Bodenmassen vor allem dazu genutzt, das nach Norden hin abfallende Gelände aufzuschütten und neu zu modellieren. Der Gartenarchitekt Röhnick hat den Villengarten Schminke 1919 noch Baubeginn des Hauses gestaltet. Auf Grundlage der schon vorhandenen Geländemodellierung, der Einfriedung in Verbindung mit den Bruchsteinmauern, plante er den Garten um und neu. Zu den wichtigsten Veränderungen und Einbauten durch den Gartenarchitekten Röhnick zählen die Einfriedung zur Kirschallee, der Pavillon am Rondell und die Brücke zwischen den Teichen.
Mit der Festlegung der Blickachsen in den Garten bei der Planung des Hauses wollte Scharoun die Einheit zwischen Garten und Gebäude herstellen. Die wesentlichen planerischen Eingriffe in den Garten durch die Architektur von Hans Scharoun sind: Das Gartentor im Nordwesten 1933, die Brückenbank auf dem zentralen Gartenweg 1934 und 1937 die gemauerte Gartenbank im Westen, der neue Wirtschaftsschuppen im Westen und das Gartenhaus in der Nordostecke des Grundstücks.

Hans Scharoun hatte bereits beim Besuch des Hauses kurz nach dessen Fertigstellung gemeinsam mit dem Ehepaar Hammerbacher-Mattern über Veränderungen und Verbesserungen der Gartengestaltung nachgedacht. Im Gästebuch der Familie hat Scharoun zu dieser Zeit eine Skizze über die Umgestaltung des Gartenpavillons zum Gartenhaus hinterlassen. Auch sind dort die Besuche des befreundeten Ehepaars Mattern in Löbau vermerkt. Welche Einflüsse Herta Hammerbacher oder Hermann Mattern auf die Gestaltung des Gartens der Familie Schminke hatten, ist bis heute nicht bekannt.

  

Projektbeteiligte Mitarbeiter innerhalb des Büros

Sandro Wolff

Ing. Landschaftsarchitektur (FH)

Techniker Garten- und Landschaftsbau



Am Gladeberg 31

37181 Hardegsen

  

Zugänglichkeit, Öffnungszeiten & Informationen zur Anfahrt

Stiftung Haus Schminke

Öffnungszeiten ab Juli 2013
Donnerstag - Sonntag von 12 - 17 Uhr
Führungen finden jeden Samstag und Sonntag um 13 Uhr und 15 Uhr statt.


Telefon: +49 (0) 35 85 / 86 21 33
Fax: +49 (0) 35 85 / 83 30 10
E-Mail: info@stiftung-hausschminke.eu

 


Weitere Informationen im Internet

Stiftung Haus Schminke

Hans Scharoun Archiv

HS-Anhalt (FH) FB I

Stadt Löbau

Planung

 


Projektinformationen

Projektzeitraum
2008 - 2010

Größe
4000 m²

Auftraggeber • Bauherr
HS-Anhalt (FH)
Stiftung Haus Schminke

Adresse
Kirschallee 1b
02708 Löbau


Projekt auf Karte anzeigen

 

Video schließen

Anfang

Übersicht schließen