Interdisziplinärer Wettbewerb für die Planung der Rastanlage […]

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©  Autobahndirektion Nordbayern Entwürfe der drei Preisträger 

©  Autobahndirektion Nordbayern Planungsentwürfe 

©  Autobahndirektion Nordbayern Panoramabild Autobahn Veste-Coburg 

©  Autobahndirektion Nordbayern Preisgerichtssitzung 

©  Autobahndirektion Nordbayern Preisgerichtssitzung 

©  Autobahndirektion Nordbayern Wettbewerbsmappen 

Interdisziplinärer Wettbewerb für die Planung der Rastanlage „Lange Berge“ an der A 73 Neue Wege bei der Auslobung von Planungsleistungen


Entwurfsverfasser Landschaftsarchitektur: 15 Arbeitsgemeinschaften aus Landschaftsarchitekten und Verkehrsplanern mit Vergabe eines 3. und zweier 1. Preise:
3. Preis: Planstatt Senner – Landschaftsarchitektur, Überlingen, Ingenieurbüro K. Langenbach, Dresden
1. Preis: realgrün Landschaftsarchitekten, München, Dr. Brenner Ingenieurgesellschaft mbH, Aalen
1. Preis: Brugger Landschaftsarchitekten, Aichach, Ingenieurbüro Mayr, Aichach

Das Wettbewerbsverfahren „Rastanlage Lange Berge“ begreift verkehrliche Infrastruktur und Landschaftsarchitektur als gleichwertige Aspekte in der Entwurfsfindung und zeichnet sich durch den interdisziplinären Wettbewerb als transparentes, qualitätssteigerndes Verfahren mit zahlreichen interessanten Beiträgen aus. Die äußerst positive Resonanz aus Fachkreisen und Öffentlichkeit verdeutlicht den in vielfältiger Hinsicht bereichernden Beitrag zur Planungskultur.

Integrierte Freiraumplanung - erstmalig interdisziplinärer Wettbewerb

Planerische Eingriffe in die Landschaft zur Herstellung infrastruktureller Anlagen sind durch den gesteigerten Bedarf an Versorgungseinrichtungen auch für die individuelle Mobilität unausweichlich. Mit dem Bau von Autobahnen verbunden ist das Erfordernis zum Bau von Rastanlagen. Diesem zunehmenden Anspruch an Natur und Landschaft begegnen von der Maßnahme Betroffene mit einer gewachsenen Sensibilität für Belange von Ökologie, Landschaftsbild sowie für die regionale und lokale Identität. Um diesen teils konkurrierenden Anforderungen gerecht zu werden, war es notwendig, bei der Suche nach geeigneten Lösungen neue Wege zu beschreiten.
Mit der erstmaligen Auslobung der Planungsleistungen in Form eines interdisziplinären Wettbewerbes mit Planungsteams aus Verkehrsplanern und Landschaftsarchitekten verfolgte die Autobahndirektion Nordbayern das Ziel, Aspekte der Landschafts- und Freiraumplanung als Schlüsselelement der Entwurfsaufgabe schon frühzeitig in die Planung zu integrieren. Verkehrstechnische Erfordernisse, Ansprüche an freiräumliche Qualitäten sowie die optimale Einbindung der Anlage in die Landschaft wurden als gleichwertig gewichtete Aufgaben verstanden, die nur bei gemeinsamer Lösung ein bestmögliches Ergebnis erwarten lassen.
„Ziel war es, im Zusammenwirken von Verkehrsplanern und Landschaftsarchitekten eine optimale Lösung für die Gestaltung der Verkehrsanlagen und der Erholungsbereiche sowie eine bestmögliche Einbindung in die Landschaft zu erreichen und nicht zuletzt auch die Akzeptanz bei den Bewohnern der vom Bau der Rastanlage betroffenen Gemeinde Meeder zu verbessern.“
Mit „unterwartet großem Interesse“ bewarben sich europaweit 28 teilnahmeberechtigte Bewerbergemeinschaften, von denen 15 Teilnehmer per Losentscheid ermittelt wurden. Alle zur Teilnahme zugelassenen Planungsteams reichten einen wertbaren Beitrag ein.

Positives Echo - Vorbild für zukünftige Planungen

Der Erfolg des Wettbewerbs spiegelt das Ergebnis wider, das ein „breites Lösungsspektrum“ bietet und damit weit über die „übliche Möblierung und Eingrünung“ hinaus geht.
Über die gute Integration der geplanten Anlagen in die Landschaft hinaus wurden insbesondere die neuen landschaftsplanerischen Ansätze gewürdigt, durch die die Verkehrsanlagen nicht nur funktional, sondern auch gestalterisch überzeugen. Neben der gestalterischen und funktionalen Qualität der Ergebnisse wurde der „interdisziplinäre Ansatz in Fachkreisen äußerst positiv aufgenommen“ und konnte durch seine hohe Transparenz auch in der politischen Öffentlichkeit vor Ort viele Bedenken gegenüber der Planung ausräumen.
Der Wettbewerb hat beim Auslober und beim Preisgericht, bei den Teilnehmern und nicht zuletzt beim interessierten Fachpublikum eine „interessante, fruchtbare Diskussion“ angeregt, „aufgrund derer die Disziplinen voneinander lernen konnten und hoffentlich der Grundstein gelegt werden konnte, in Zukunft ähnliche Planungsverfahren durchzuführen“.

Bewertung durch das Preisgericht

Das Büro brugger landschaftsarchitekten, Aichach, erzielte in Arbeitsgemeinschaft mit dem Ingenieurbüro Mayr, Aichach einen der beiden ersten Preise. Die Arbeitsgemeinschaft ist von der Autobahndirektion Nordbayern mit der weiteren Planung der Rastanlage beauftragt.
Die Jury würdigt den Ansatz des Entwurfes, das wohltuend Einfache zu bieten: großzügige Offenheit und Ruhe durch weitläufige Wiesen, zurückhaltende aber pointiert gesetzte Pflanzungen mit attraktiven Sichtbeziehungen in die Ferne. Lineare und einfache aber auch deutliche Geländegestaltungen werden dem Ort und seinen Zweck gerecht.
Vielfältige Erholungs-, Sport-, Ruhe- und Spielmöglichkeiten für Rastende aller Altersgruppen werden angeboten, ohne der Versuchung zur Überinstrumentierung zu erliegen. Es entsteht ein Park, der wirkt und nutzbar ist, sich bewusst von der Umgebung abheben will und Mittel wie Linearität, Übersicht und Klarheit anwendet.
Den Verfassern gelingt es damit, Elemente von Infrastruktur gekonnt schlicht zu inszenieren und zugleich einen Park zu schaffen der sowohl Gegenpol zum schnellen Verkehr darstellt als auch zum Ort passt und der zudem der ansässigen Bevölkerung zur Verfügung steht.

 


Deutscher Landschaftsarchitektur-Preis 2015

Sonderpreis Infrastruktur und Landschaft
Juryurteil:

Die Jury vergibt den Sonderpreis Infrastruktur und Landschaft für den beispielhaften Planungsprozess zur Gestaltung einer Autobahn-Rastanlage mit der Erwartung der entsprechenden Umsetzung in die Realität. Durch einen interdisziplinären Wettbewerb mit Landschaftsarchitekten und Verkehrsplanern, ausgelobt durch die Autobahndirektion Nordbayern, wurden zeitgemäße Ansätze zur integrierten Gestaltung einer Autobahnrastanlage gesucht und funktional und gestalterisch überzeugende Beiträge gefunden.

Der begrüßungswerte interdisziplinäre Ansatz bei der Planung dieser großflächigen technischen Infrastruktur wurde zu Synergien aus den Belangen von Ingenieurskunst, Landschaftsplanung/-architektur und Ökologie hervorragend genutzt.

So stellen die Beiträge der Siegerteams Rastanlagen dar, die nicht zuletzt ihre Identität aus den landschaftlichen Gegebenheiten schöpft. Als Gegenpol zu Hektik der Autobahntrassen werden Orte der Ruhe und Entspannung mit Bezug zur Landschaft entwickelt, aber auch Räume für Spiel und Sport von hoher gestalterischer Qualität dargestellt, die gleichzeitig eine hohe Sensibilität in der Einbindung und Akzentuierung der Landschaft spüren lassen.

Der Jury empfiehlt die zügige Umsetzung der Entwurfsideen und hofft, dass dieser gelungene Ansatz im Umgang mit Planung technischer Infrastruktur zum Vorbild für zukünftige Projekte dienen und zum Standard erhoben werden möge.

Planung



Projektinformationen

Projektzeitraum
2013 - 2014

Auftraggeber • Bauherr
Autobahndirektion Nordbayern, Nürnberg

Adresse
A 73 nördlich von Coburg, bei Drossenhausen
96484 Meeder


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