Grünflächenpflege am Autobahnring München

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Beweidung

Mahd

Gehölzpflege

Besucherlenkung - Öffentlichkeitsarbeit

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Beweidung mit Merino-Schafen

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Beweidung

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Beweidung

Für die Pflege bzw. Nutzung der Trockenstandorte wird eine Beweidung mit Schafen durchgeführt. Die Herdengröße liegt bei ca. 300 bis 500 Merinolandschafen. In das Beweidungssystem eingebunden werden alle bestehenden Trockenbiotope, neu gestalteten Ausgleichsflächen und die Straßennebenflächen mit Ausnahme der Kringelinnenflächen.
Die beweidbaren Flächen erstrecken sich vom AD Feldmoching im Osten über die gesamten im Bereich der Schotterzunge gelegenen Flächen bis in die Neubauabschnitte westlich der A 8. Die Flächen bilden einen nahezu geschlossenen Ring.
Die Trift wird in erster Linie über Wirtschaftswege, in kleinerem Umfang über die Böschungsflächen der Autobahnen durchgeführt. Öffentliche Straßen werden nur in geringem Umfang benötigt. Um eine reibungslose Trift der Schafherde zu ermöglichen, werden Wegränder, Ackerrandstreifen und Waldsäume mit einbezogen. Die Absicherung des Straßenverkehrs ist durch Wildschutzzäune gewährleistet.
Die Beweidung ist vertraglich auf 10 Jahre festgelegt. Damit ist kostengünstig und naturschutzfachlich bestmöglich die langfristige Pflege gesichert.

 

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Dianthus-Blüte

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Cirsium-Blüte

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Iris sibirica

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Mahd

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Mahd

Abseits der Triftkorridore, auf fahrbahnnahen Flächen sowie auf Feuchtflächen erfolgt die Pflege durch Mahd.
Auf bereits artenreichen Grünlandflächen wird sie als einmalige Herbstmahd, auf noch auszuhagernden Flächen als zweimalige Mahd (Sommer und Herbst) mit Abtransport des Mähgutes durchgeführt.
Für einen Teil der Flächen erfolgt eine Turnusmahd im Rhythmus von 2 bis 3 Jahren, so dass sich ein strukturreiches Mosaik aus Hochstaudenfluren, Großseggenriedern und kleinflächigen Gehölzbeständen entwickeln kann.
Gleiches gilt für Rand- und Pufferstreifen, auf denen lediglich eine Verbuschung verhindert werden soll.

 

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Gehölzpflege

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Gehölzpflege

Die Pflege der straßenbegleitenden Gehölzbestände geschieht durch abschnittsweisen Rückschnitt unter dem Verbleib einzelner gut entwickelter Bäume. Hierbei werden naturnahe und strukturreiche Bestände gefördert.
Der Pflegezeitraum ist mit 3 Jahren definiert, der Rückschnitt erfolgt jeweils im Winter. Im ersten Jahr wird ein Drittel des Bestandes bearbeitet, im zweiten und dritten Jahr werden die jeweils weiteren Drittel geschnitten.
Auch die Entwicklung von Waldrändern zielt auf einen strukturreichen Aufbau mit gestuften Beständen aus Gehölzmantel und artenreichem Krautsaum.
Insgesamt ist durch die Pflege langfristig die Entwicklung standfester und ökologisch hochwertiger Gehölzbestände gesichert

 

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Öffentlichkeitsarbeit

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Infotafel an der Autobahn

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Besucherlenkung - Öffentlichkeitsarbeit

Neben den naturschutzfachlichen Zielen erfüllen die Ausgleichs- und Gestaltungsflächen auch wichtige Funktionen im Hinblick auf die Reorganisation der Erholungsnutzung. Um Zielkonflikte zu vermeiden, erfolgt in besonders stark frequentierten Bereichen eine gezielte Besucherlenkung.
Ein wichtiger Schritt hierzu ist auch die Anlage begleitender Wege und Parkplätze. Zusätzlich werden durch den Bau von eigenen Reitwegen die Geh- und Radwege geschont.
Um die Erholungsnutzung weiter zu lenken, wurden Informationstafeln installiert. Sie beinhalten Angaben über die Ziele und den Wert der Ausgleichs- und Gestaltungsflächen sowie über deren geschichtlichen Hintergrund und die Entwicklung der Flächen. Zur Vermeidung von Konflikten zwischen Erholungsnutzung (z. B. Hunde) und Beweidung erfolgt eine regelmäßige Information der Öffentlichkeit.
Dies geschieht über die Bezirksausschüsse, durch Pressemitteilungen, Radio- und Fernsehinterviews und Einzelaktionen wie das jährliche Schäferfest. Hierbei werden Kindergärten und Schulen miteinbezogen.

 

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Grünflächenpflege am Autobahnring München Pflege- und Entwicklungsplan mit Beweidung, Gehölzpflege, Mahd und Öffentlichkeitsarbeit, Deutscher Landschaftsarchitekturpreis 2005, Würdigung


Für die zum Bau der Bundesautobahn A99 erstellten Ausgleichsflächen(ca. 200 ha Grünflächen, davon ca. 160 ha naturschutzfachliche Ausgleichs- und Gestaltungsflächen) wurde im Auftrag der Autobahndirektion Südbayern (ABDS) ein Pflege- und Entwicklungsplan (PEPL)erstellt.
Die Ausgleichsflächen sind in zahlreiche Teilflächen untergliedert, die sich beiderseits der Autobahn in einem Band aneinander reihen. Für die Einzelflächen wurden unterschiedliche Entwicklungsziele definiert, deren Zielerfüllung weitgehend von der künftigen Pflege abhängig ist.
Das Konzept und die damit verbundene Umsetzung basiert auf vier Säulen:
Beweidung, Mahd, Gehölzpflege und Öffentlichkeitsarbeit.

Für die Pflege und Nutzung der Trockenstandorte wird eine Beweidung mit Merinolandschafen durchgeführt.
Auf Feuchflächen sowie Flächen in der Nähe der Fahrbahn erfolgt die Pflege durch Mahd. Diese findet je nach Art der Grünfläche in einem unterschiedlichen Turnus statt.
Straßenbegleitende Gehölze werden unter dem Verbleib einzelner gut entwickelter Bäume zurückgeschnitten. Mit der Gehölzpflege ist langfristig die Entwicklung standfester und ökologisch hochwertiger Gehölzbestände gesichert.
Neben den naturschutzfachlichen Maßnahmen erfüllen die Ausgleichs- und Gestaltungsflächen zugleich wichtige Funktionen im Hinblick auf die Erhholungsnutzung. Um Konflikte zu vermeiden, erfolgt in strk frequentierten Bereichen eine gezielte Besucherlenkung.
Hauptziel ist es, die Entwicklung der Ausgleichs- und Gestaltungsflächen über die vorgeschlagene Pflege optimal zu fördern, so dass die Autobahn neben den Verkehrsfunktionen auch Funktionen der Biotopvernetzung übernehmen kann. Gleichzeitig wird ein neues wirtschaftliches Betätigungsfeld und Standbein für die örtliche Landwirtschaft im Rahmen der Landschaftspflege geschaffen.

 


Deutscher Landschaftsarchitektur-Preis 2005

Würdigung
Juryurteil: Schon die Umsetzung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen bei Vorhabenseingriffen stellt in Deutschland eine besondere Problematik bzw. Herausforderung - aufgrund nicht ausreichender qualitativer Flächenverfügbarkeit - dar. Erst recht mangelt es an umsetzbaren, d.h. auch finanzierbaren Pflegemaßnahmen und deren Nachkontrolle.

Das vorliegende Grünflächenpflegekonzept eröffnet innovative Ansätze, wie einzelne und häufig isolierte Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zu vernetzen sind.
Die Konzeption dient nicht nur einem ökologisch sinnvollen Biotopverbundsystem und der extensiven Erholungsnutzung, sondern vereinfacht auch die Pflege von Kompensationsmaßnahmen. Insbesondere die Vorschläge für einfache und kostengünstige Pflegemaßnahmen (Beweidung, Gehölzpflege, Mahd etc.), wie sie hier gefunden und umgesetzt wurden, sind vorbildhaft.

Planung

NRT Narr-Rist-Türk
Dietmar Narr, Martin Rist, Markus Türk

Isarstraße 9
85417 Marzling


Projektinformationen

Projektzeitraum
ab 1998

Größe
200 ha

Auftraggeber • Bauherr
Autobahndirektion Südbayern

Adresse

München


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