Netzausbauprojekte in Schleswig-Holstein

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- 1976

1976-1990

1990-2005

2006 - 2010

2011 - 2013

© 2012 Uwe Herrmann | TenneT

Planunterlage zum Neubau einer 380-kV-Leitung, Anzeigeverfahren 1974 Die Anforderungen an Inhalt und Umfang der Unterlagen zur Genehmigung von Freileitungsprojekten sind in den letzten Jahrzehnten beträchtlich gewachsen.

© 2007 Uwe Herrmann | BHF

linear trassierte 110-kV Leitung Trassierung ohne Berücksichtigung landschaftlicher Gegebenheiten ermöglicht einen geradlinigen Verlauf

Netzausbau im letzten Jahrhundert

Netzausbauplanung ist in der Zeit vor dem modernisierten Bundesnaturschutzgesetz mit Einführung der Eingriffsregelung ein sehr überschaubares Geschäft weniger Fachingenieure. Der Netztechniker ermittelt den Bedarf und zeichnet eine möglichst gerade Linie zwischen Anfangs- und Endpunkt und entwirft damit ein unter ökonomischen und netztechnischen Gesichtspunkten optmiertes Projekt. Die Genehmigungsunterlage beinhaltet neben wenigen Sätzen zur Bedarfsbegründung den Anfangs- und Endpunkt des Projekts (in der Regel Umspannwerke) und eine Prinzipzeichnung eines typischen Mastes. Arten- und Biotopschutz, Eingriffsregelung und Landschaftsplanung, Erholungswert der Landschaft, Landschaftsbild, elektrische und magnetische Felder der Leitung sind noch keine Themen und die Öffentlichkeit erfährt in der Regel vom Projekt, wenn die Bagger anrollen. Bürgerproteste waren noch nicht bekannt – selige Zeit von wirtschaftlicher Entwicklung und industriellem Aufbau Landschaftsarchitekten waren am Prozess noch nicht beteiligt und die Umweltplanung als Arbeitsfeld noch nicht entdeckt - es wurden diverse Schäden an der ntürlichen und besiedelten Umwelt ausgelöst, die uns in der Planung bis heute beschäftigen

© 2012 Uwe Herrmann | BHF

Landschaftspflegerischer Beitrag zum Bau einer 110 kV-Leitung von 1989 Maststandortscharfe Darstellung sowie die Biotoptypenkartierung und die Erfassung gesetzlich geschützter Biotope haben Eingang in die Planung gefunden. Die Landschaftspalnung hat inzwischen Einfluss auf Trassierungsdetails.

© 2012 Uwe Herrmann | BHF

110-kV Leitung mit Vollwandmasten zur Minimierung der Eingriffswirkung im Siedlungsrandbereich Die Verwendung von Vollwandmasten ermöglichte bei kleineren Spannungsebenen (- 110 kV) und geringeren Bodenabständen im Bereich landwirtschaftlicher Flächen in den vergangenen Jahren ein Mastdesign, welches dem einer regelmäßig anzutreffenden Mittelspannungsleitung vergleichbar ist. Die Leitung wird damit weniger als störender Fremdkörper in der Landschaft wahrgenommen.

Netzausbau in Zeiten von Landschaftsplanung und Eingriffsregelung

Mit der Einführung der Eingriffsregelung und Regelungen zum Biotopschutz beginnt die Zeit der Landschafts- und Umweltplaner im Bereich des Netzausbaus. Der Ausbaubedarf ist nur gering und bemisst sich weitgehend an Verbrauchszuwächsen in den Siedlungsschwerpunkten und industriellen Ballungsräumen. Teilweise werden im Umfeld neuer Kraftwerksstandorte Anschlussleitungen begrenzter Länge erforderlich. Die geringe Projektanzahl macht den Netzausbau für Landschaftsarchitekten zum Nischengeschäft. Das Fachrecht definiert für den Netzausbau noch kein Erfordernis für ein konzentrierendes Genehmigungsverfahren. Damit werden weiterhin nur Einzelgenehmigungen eingeholt und ein öffentliches Beteiligungsverfahren findet nicht statt. Der Landschaftsarchitekt kümmert sich mit überschaubarem Aufwand um die Abhandlung der Eingriffsregelung, entwickelt erste ganzheitliche Ausgleichskonzepte (heute würden wir das multifunktionale Kompensation nennen) und sichert die Mindestanforderungen des Biotopschutzes. Es werden erste Ansätze zur Vermeidung und Schonung des Landschaftsbildes entwickelt. Ohne engagierte Planer sind diese aber nur schwer umzusetzen, da ohne Konzentrationsverfahren und Gesamtabwägung die Umweltplanung oftmals auf „verlorenem Posten“ neben der technischen Planung steht. Artenschutz und europäischer Gebietsschutz haben noch keinen Einzug in die Planung gefunden. Rechtssicherheit ist noch kein maßgeblicher Begriff und Klagen gegen Netzausbauvorhaben spielen keine bedeutende Rolle. Die Öffentlichkeit nimmt von den Vorhaben weiterhin wenig Notiz.

© 2005 Uwe Herrmann | BHF

Der Zubau erneuerbarer Energien erfordert Netzumbau und Erweiterungen

© 2012 Uwe Herrmann | BHF

Variantenplanung als Teil einer Umweltverträglichkeitsstudie Die Ermittlung und Bewertung möglicher Trassenvarianten hat mit der Umweltverträglichkeitsprüfung Eingang in die Planunterlagen gefunden. Der Stellenwert der Umweltplanung im der Trassierung nimmt damit weiter zu und der Landschaftsarchitekt wird zum wichtigen Berater auch in frühen Planungsphasen. Erhebliche Beeinträchtigungen des Naturhaushaltes können frühzeitig erkannt und rechtzeitig vermieden werden.

Die UVP hält Einzug in die Netzausbauplanung

Seit 1990 ist die UVP-Richtlinie in Deutschland mit dem Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz (UVPG) in nationales Recht umgesetzt worden. Das UVPG definiert dabei bestimmte Projekte für die in jedem Fall oder nach vorhergehender Einzelfallprüfung eine Umweltverträglichkeitsprüfung vorzunehmen ist. Diese Umweltverträglichkeitsprüfung ist dabei immer unselbständiger Bestandteil eines Verwaltungsverfahrens und beinhaltet zwingend ein formalisiertes Verfahren der Öffentlichkeitsbeteiligung. Damit rückt die Planung größerer Leitungsprojekte aus der für die Öffentlichkeit weitgehend unbemerkten Fachplanung in den Fokus der allgemeinen Aufmerksamkeit. Die Darlegung der Umweltauswirkungen führt zur kritischen Auseinandersetzung mit den Projekten. Gleichzeitig führten ein gewachsenes Umweltbewusstsein und der Zweifel an Grenzwerten zum Gesundheitsschutz zu Widerständen gegen Bauprojekte. Neben den Wiederständen in der Öffentlichkeit traten Unsicherheiten bei der Wahl des Genehmigungsverfahrens erschwerend und verzögernd hinzu. Zum einen musste für eine Vielzahl von Projekten (alle Höchstspannungsleitungen unter 15 km Länge sowie alle Hochspannungsleitungen) in Rahmen einer Vorprüfung entschieden werden, ob eine UVP erforderlich ist. Aus dieser Entscheidung resultierte ggf. die wichtige Frage nach der Wahl des richtigen Genehmigungsverfahrens. Für die UVP-pflichtigen Projekte musste jeweils ein Genehmigungsverfahren gefunden werden, dass eine hinreichende Öffentlichkeitsbeteiligung für die UVP ermöglicht. Mit der Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes 2005 wurde diese Fragestellung geklärt, da mit dem neuen § 43 die Planfeststellungspflicht für alle UVP-pflichtigen Freileitungsvorhaben definiert wurde. Die in den vergangenen Jahren sehr schlanken und schnellen Genehmigungsverfahren waren nicht mehr zu realisieren und es traten erste Verzögerungen bei der Projektrealisierung ein. Für das Berufsfeld des Landschaftsarchitekten trat mit der UVP ein sehr umfangreiches Arbeitsfeld hinzu und insbesondere im Rahmen der Trassenfindung und Bewertung rückte die Aufgabe von der rein nachsorgenden Beseitigung von Umweltschäden zum vorbeugenden Schutz der Umwelt. Die Zusammenarbeit zwischen Umweltplanung und Trassierung wurde zwingend enger und es erforderte auf Seiten der Umweltplaner erweiterte Kenntnisse der Projektanforderungen. Die Anzahl der Projekte war immer noch recht gering. Vielfach resultierten die Projekte aber inzwischen aus dem Zubau dezentraler, regenerativer Energien, deren produzierte Leistung ohne die erforderlichen Netzanschlüsse und verstärkte regionale Verteilnetze nicht zu den Verbrauchern geliefert werden konnte.

© 2011 Katrin Fabricius | BHF

Neue Hochspannungsleitung im Bau Der Bau neuer Hochspannungsleitungen mit den damit verbundenen Umweltwirkungen ist anders als der Neubau von Straßen in der Bevölkerung nur wenig bekannt. Hier ist viel Aufklärungsarbeit notwendig.

© 2012 Uwe Herrmann | Dithmarscher Landeszeitung

Einstellung des Leitungsprojekts Heide - Pöschendorf Im Jahr 2011 beendet E.ON Netz die Planung der 110 kV-Leitung Heide - Pöschndorf, da nach ca. 10-jähriger Planungszeit die Transportkapazität absehbar nicht ausreichen wird. Der Netzausbau im Bereich der Westküste Schleswig-Holsteins erfährt damit einen weiteren Rückschlag.

Netzausbau im Übergang zur Energiewende

Mit dem Infrastrukturplanungs- und Beschleunigungsgesetz wird das Planfeststellungsverfahren für den Neubau aller Hoch- und Höchstspannungsleitungen verbindlich vorgeschrieben. Für bereits begonnene Projekte im Rahmen anderer Verfahren können dadurch Verzögerungen entstehen. Die Anforderungen an die Verfahrensunterlagen wachsen. Rechtsprechung und Gesetzesänderungen zum Artenschutz steigern die Anforderungen an Erfassung und Bewertung von Natur und Landschaft und insbesondere der Tierwelt erheblich. Erfassungszeiträume können zu Verzögerungen bei der Zusammenstellung der Unterlagen führen. Die öffentlichen Widerstände gegen einzelne Leitungsprojekte steigen erheblich. Dies führt auch bei Projekten in Schleswig-Holstein bis zu Klageverfahren vom Ausbau betroffener Bürger. Die Kommunikation mit den Betroffenen beschränkt sich weitgehend auf den formalen Austausch mit Stellungnahmen und Erörterungen. In den Planfeststellungsverfahren wird dabei über Jahre hinweg über den Bedarf des Ausbaus gestritten und es werden verschiedene Einzelgutachten zur Bedarfsbestimmung erforderlich. Letztendlich führen die entstehenden Verzögerungen bei einzelnen Projekten dazu, dass der über Jahre als zu groß hinterfragte Bedarf sich als inzwischen unterdimensioniert erweist und die Projekte aufgrund der mangelnden Leistungsfähigkeit eingestellt und durch Projekte einer höheren Spannungsebene ersetzt werden müssen. Die Aufgaben für Landschaftsarchitekten sind weiter gewachsen. Neben der Abarbeitung der bewertenden Pflichtaufgaben des Naturschutzrechts werden immer mehr Beratungstätigkeiten erforderlich, um gemeinsam mit den Technikern, Trassierungsplanern und Bauunternehmern Lösungsansätze zu entwickeln, welche den Leitungsbau und Betreib unter den strengen arten- und naturschutzrechtlichen Anforderungen ermöglichen.

© 2012 BNetzA | NEP 2012, Stand: August 2012, www.netzentwicklungsplan.de

Netzentwicklungsplan Der Netzenwicklungsplan stellt das zentrale Element einer neuen Form der Bedarfsbestimmung im Höchstspannungsnetz dar.

© 2012 Christian Rohweder | TenneT

Projektbüro - Kommunikation braucht neue Formen und regelmäßige lokale Präsenz Kommunikation aus der Ferne ist trotz neuer Medien bestenfalls zweite Wahl. Wer überzeugen will, muss die lokalen Probleme erkennen und regelmäßig persönlich zur Verfügung stehen. Das persönliche Gespräch schafft das Vertrauenverhältnis, um kritische Fragen offen zu diskutieren, Beweggründe offenzulegen und Lösungen vorzubereiten. Hier ist der Sachverstand des Landschaftsrchitekten vor Ort zielführender als die weltweite Präsenz des international tätigen Dienstleisters.

© 2012 Michael Müller-Bründel | BHF

Maststockung im Zuge des Neubaus einer Höchstspannungsleitung Großes Projekt mit überschaubaren baulichen Umweltauswirkungen

Netzausbau heute und morgen

Die Energiewende hat Deutschland erreicht. Mit dem Reaktorunfall in Fukushima und dem in der Folgezeit beschlossenen Atomausstieg verändert die Politik erneut die Rahmenbedingungen der zukünftigen Energieversorgung. Der Widereinstieg in den Atomausstieg mit fest vereinbarten Abschaltzeiten für die verbleibenden Reaktoren verändert die Anforderungen an die Transport- und Verteilnetze in einer nie gekannten Geschwindigkeit. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für den sehr ambitionierten Zeitplan des Umbaus werden mit dem Netzausbaubeschleunigungsgesetz (NABEG) geschaffen. Neue Arbeitsmittel wie der Netzentwicklungsplan und der Bundesbedarfsplan werden eigesetzt, um die Bedarfsdiskussion zu straffen. Die Frage der Erdverkabelung auf der Höchstspannungsebene wird als Ausnahmelösung auf Pilotstrecken definiert. Gleichzeitig gehen die Proteste auf einigen geplanten Neubaustrecken weiter. Es fehlt die klare Vermittlung, dass nicht jede Ortslage im Nahbereich einer Neubaustrecke eine hinreichende Begründung für eine Erdverkabelung sein kann. Gleichzeitig überfordert der Umstand, dass der Netzentwicklungsplan und der Bundesbedarfsplan sehr kurzfristig fortgeschrieben werden, Teile der Öffentlichkeit. So wird nicht hinreichend deutlich gemacht, dass eine nicht im Bundesbedarfsplan enthaltene Strecke nicht dauerhaft entbehrlich sein muss, sondern schon bei der Fortschreibung im Folgejahr in den Netzentwicklungsplan aufgenommen werden kann. Der Vorwurf einer Projektentwicklung als „Salamitaktik“ steht im Raum. Die Netzbetreiber bauen ihre Ressourcen für den Netzausbau deutlich aus und starten ein größere Zahl von Aus- und Neubauprojekten. Die Erfahrungen aus einem Jahrzehnt Planfeststellung im Energieleitungsbau fangen an Früchte zu tragen. In Kooperation mit den Genehmigungsbehörden gelingt es, Standards zu etablieren und die Planungs- und Genehmigungszeiten zu straffen. Erste Teilprojekte werden genehmigt und ohne Klageverfahren gebaut. Für die Landschaftsarchitekten wächst ein Marktsegment mit sehr großer Dynamik. Neben den klassischen Prüfungs- und Planungsaufgaben (SUP, UVP, LBP, FFH-VP, Artenschutz) treten Arbeitsfelder wie die Projektkommunikation und die ökologische Baubegleitung in den Vordergrund, ohne die eine beschleunigte Planung und ein Bauablauf ohne Verzögerungen nicht zu realisieren sind. Es ist absehbar, dass dieses Arbeitsfeld noch für mindestens ein Jahrzehnt eine deutliche Nachfrage nach landschaftsplanerischen Leistungen generieren wird.

 

Zeitblende

Stories

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Stromentzausbau - warum braucht die Abschaltung von Atomkraftwerken ein neues Leitungsnetz

Die Quadratur des Kreises - Zielkonflikte beim Netzausbau

Beschleunigung

Bürgerbeteiligung

Arten- und Landschaftsschutz

rechtssichere Abwägung

Raumanalyse

Regionalkonferenz

Infomarkt

Stakeholderansprache

Projektbüro

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Pressearbeit

Gezielte Pressearbeit ermöglicht die Information einer breiten Öffentlichkeit. Auch wenn die Informationen oft oberflächlich sind und nicht immer korrekt widergegeben werden, dienen sie jedoch als Anstoß für eine frühzeitige Diskussion.

© 2012 Uwe Herrmann | Kieler Nachrichten

Regionalkonferenz

Die umfangreichste Öffentlichkeitswirkung sichert eine Präsenz in Rundfunk und Fernshen. Die Regionalkonferenz ist ein Weg, diese Medien anzusprechen. Die Vermittlung von Deitailinformationen wird in diesem Rahmen nicht gelingen, allerdings kann damit eine Diskussionsprozess initiiert werden.

© 2012 Uwe Herrmann | NDR

Infomarkt - das persönliche Gespräch zählt

Das persönliche Gespräch mit kompetenten Gesprächspartnern ist entscheidend.

© 2012 Christian Rohweder | TenneT

Projektbüro - Kommunikation braucht neue Formen und regelmäßige lokale Präsenz

Kommunikation aus der Ferne ist trotz neuer Medien bestenfalls zweite Wahl. Wer überzeugen will, muss die lokalen Probleme erkennen und regelmäßig persönlich zur Verfügung stehen. Das persönliche Gespräch schafft das Vertrauenverhältnis, um kritische Fragen offen zu diskutieren, […]

© 2012 Christian Rohweder | TenneT

Stromentzausbau - warum braucht die Abschaltung von Atomkraftwerken ein neues Leitungsnetz

Presse, Rundfunk und Fernsehen machen es uns nahezu täglich deutlich: der Stromnetzausbau ist ein maßgeblicher Teil der Energiewende. Ein schleppender Ausbau der Netze scheint dabei zur Achillesferse der Energiewende werden. Wie kann dabei in einem Land wie Schleswig-Holstein, in dem aufgrund der Siedlungs- und Industriedichte nur wenig Strom verbraucht wird und in dem gelichzeitig drei Atomkraftwerke abgeschaltet wurden, ein Bedarf für neue Leitungskapazitäten entstehen.
Etwas vereinfachend lässt sich dies wir folgt erklären: durch den Wegfall der Atomkraftwerke, die alle im räumlichen Umfeld Hamburgs stehen und die angestrebte Produktion erneuerbarer Energien vor allem in dezentralen Windparks wird eine völlig veränderte Netzstruktur notwendig. Gleichzeitig wird nicht mehr mit Grundlastkraftwerken weitgehend am bestehenden strombedarf ausgerichtet produziert, sondern der Strom wird in der Menge produziert, wie der Wind weht. Wenn diese Kapazität auch in Schwachwindzeiten für den Bedarf ausreichen soll, wird in den Starkwindzeiten eine massive Überkapazität anfallen. Diese Volatilität der Energiequellen erfordert daher ein leistungsstarkes Netz zum überregionalen Ausgleich von Angebot und Verbrauch.
Nur mit einem Ausbau der Netze lassen sich der regenerativ erzeugte Strom aus den besonders energiehöffigen Regionen (Windstrom im Norden, Solarstrom im Süden)in die Verbrauchszentren transportieren und Schwankungen bei der Einspeisung dieser volatilen Energieformen ausgleichen. Ohne eine Beschleunigung des Ausbaus wird der gesamte Zeitplan für den Umstieg auf erneuerbare Energien in Frage gestellt.
Gleichzeitig vermitteln uns Stellungnahmen der Bundesnetzagentur und verschiedenste Pressemeldungen, dass der Netzausbau noch immer nicht in der erforderlichen Geschwindigkeit voranschreitet. Berücksichtigt man, dass die maßgeblichen Regelungen für einen beschleunigten Netzausbau, wie das Netzausbaubeschleunigungsgesetz bereits aus dem Sommer 2011 stammen, bleibt die Frage, woran es mangelt, dass die Beschleunigung bisher ausblieb.

 

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Quadratur des Kreises

© 2013 Uwe Herrmann | BHF

Die Quadratur des Kreises - Zielkonflikte beim Netzausbau

Mit der beschlossenen Energiewende wurde kurzfristig klar, dass der Ausbau des Stromnetzes zur Achillesferse dieses Projekts werden kann, wenn der Aus- und Umbau zeitlich nicht mit der Abschaltung der Atomkraftwerke und der Errichtung neuer, vorwiegend dezentraler Einspeisung regenerativer Energien mithalten könnte. Damit war eine deutliche Beschleunigung des Planungs- und Bauprozesses erforderlich. Erste Schätzungen gingen allein für Schleswig-Holstein von einem Erfordernis von ca. 600 km neuer Höchstspannungsleitungen (380 kV) innerhalb eines Jahrzehnts aus. Dazu kommt noch ein möglicherweise größerer Neubau- und Ertüchtigungsbedarf auf der Hochspannungsebene (110 kV). Verdeutlicht wird der Umfang des Beschleunigungsbedarfs durch den Umstand, dass es im vergangenen Jahrzehnt gerade einmal möglich war, ca. 40 km neue Hoch- und Höchstspannungsleitungen zu bauen.
Parallel zur erforderlichen Beschleunigung trat aber auch die Erkenntnis, dass Großprojekte ohne eine deutlich erweiterte Bürgerbeteiligung nur schwer zu realisieren sind. Wie sich solche zusätzlichen Beteiligungsschritte mit einer Straffung und Beschleunigung der Verfahren vertragen, war dabei völlig unklar.
Nicht zuletzt war auch eine erhöhte Rechtssicherheit gefordert, um nicht bei genehmigten Projekten auf dem Klageweg zu Verzögerungen zu kommen. Wie sich eine solche rechtssichere Abwägungsentscheidung im Spannungsfeld zwischen erweiterter Bürgerbeteiligung und sukzessiv verschärften Artenschutzanforderungen zu realisieren ist, war eine weitere Fragestellung, die in der Projektentwicklung des Projektes „Netzausbau Schleswig-Holstein“ zu klären war.
Da zu den genannten Problemstellungen keine vorgefertigten Lösungsansätze vorlagen, gestaltete sich der gesamten Prozess als „learning by doing“. Inzwischen liegen aus der engen Zusammenarbeit zwichen TenneT und BHF Landschaftsarchitekten umfangreiche Erfahrungen vor, die als Musterprojekte für weitere Verfahren dienen können.

 

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Infomarkt als integraler Bestandteil eines Kommunikationskonzepts

Gute Kommunikation braucht viele Kommunikationswege, um die Öffentlichkeit zu erreichen. Infomärkte stellen ein geeignetes Medium dar, um frühzeitig ins Gespräch zu kommen und Verfahrensverzögerungen zu vermeiden. Durch den persönlichen Kontakt zu kompetenten Fachplanern kann ein […]

© 2012 Christian Rohweder | TenneT

Vermeidungsmaßnahme zur Beschleunigung des Baubetriebs

Amphibienschutzmaßnahmen ermöglichen den Baubetrieb auch im Bereich von Lebensstätten europarechtlich geschützter Amphibienarten im Sommerhalbjahr

© 2012 Michael Müller-Bründel | BHF

Baubegleitende Vergrämung

Von der ökologischen Baubegleitung eingerichtete Vergräungsmaßnahmen gegen die Ansiedlung von Bodenbrütern sichern den Baubetrieb während der Brutzeit und vermeiden Bauunterbrechungen im Sommerhalbjahr

© 2012 Michael Müller-Bründel | BHF

Beschleunigung

Die Beschleunigung des Netzausbaus kann in der Hauptsache an drei Punkten ansetzen. Sie sind die Bestimmung des Ausbaubedarfs, die Projektplanung der konkreten Einzelprojekte und die abschließende Bauausführung.
Zur Beschleunigung der Bestimmung des Ausbaubedarfs wurden vom Gesetzgeber mit dem NABEG der Netzentwicklungsplan und der Bundesbedarfsplan ins Leben gerufen. Mit diesen Instrumenten wird auf Grund von Bedarfsermittlungen der Übertragungsnetzbetreiber ein Ausbaubedarf durch die Bundesnetzagentur überprüft und durch den Bundestag als Bundesbedarfsplangesetz beschlossen. Die Bürgerbeteiligung findet dabei internetbasiert statt und hatte bei dem Umfang der Projekte eine sehr geringe Resonanz. Es ist absehbar, dass viele der zu erwartenden Widersprüche erst auf den folgenden, konkretisierenden Ebenen auftreten werden. Der Zeitplan für die Bedarfsbestimmung der wichtigsten Leitungen konnte eingehalten werden, so dass die Bedarfsbegründung für die folgenden Verfahren rechtzeitig vorliegt.
Bei der Umsetzung der konkreten Projektplanungen sind Beschleunigungen durch möglichst optimierte Erfassungszeiträume, optimierte Unterlagen, frühzeitige Beteiligung möglichst vieler Stakeholder zur Vermeidung von Änderungen im Genehmigungsprozess möglich. Unter der Mitwirkung von BHF Landschaftsarchitekten konnte gezeigt werden, dass hier erhebliche Potenziale zur Beschleunigung zu nutzen sind.
Der Bauprozess kann durch optimierte Baudurchführung in mehreren Abschnitten mit erhöhtem Personal- und Geräteeinsatz beschleunigt werden. Zusätzlich sind differenzierte und optimierte Lösungen für eine Vielzahl von Anforderungen aus dem Natur- und Artenschutz erforderlich, um eine ganzjährigen Bauablauf zu ermöglichen. Auch hierzu konnten BHF Landschaftsarchitekten Musterunterlagen vorbereiten, die ein deutliches Beschleunigungspotenzial erkennen lassen.

 

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Bürgerbeteiligung

Seit 2009 ist Stuttgart 21 das Synonym für die Folgen ungenügender Bürgerbeteiligung. Das rechtmäßig genehmigte Projekt geriet durch Massenproteste mit dem Baubeginn in die bundesweiten Schlagzeilen und konnte erst nach einem aufwendigen Moderationsverfahren und einem Volksentscheid fortgesetzt werden. Solche Folgen gilt es bei Großprojekten zu vermeiden.
Für den Netzausbau in Schleswig-Holstein gilt dies insbesondere, da dieses Projekt unter erheblichem Zeitdruck steht. In Zusammenarbeit mit BHF Landschaftsarchitekten wurde für ein erstes Großprojekt (Ausbau der Leitung Audorf – Hamburg/Nord auf einer Länge von ca. 70 km auf 380 kV) ein vorbereitendes Kommunikationsmanagement durchgeführt. In diesem Zuge wurden vor Planungsbeginn alle maßgeblichen Stakeholder (Gemeinden, Behörden, Bauernverband, Umweltverbände) sowie die betroffenen Grundeigentümer über das Erfordernis und die Grundzüge des geplanten Projekts sowie den Ablauf des Genehmigungsverfahrens schriftlich und in einer Vielzahl von Präsenzterminen informiert. Diese Informationen wurden mit dem Planungsfortschritt vor Fertigstellung der Planfeststellungsunterlagen mehrfach wiederholt. In diesem Zusammenhang wurde auch verdeutlicht, dass die maßgeblichen Möglichkeiten zur Mitwirkung vor dem formalen Planfeststellungsverfahren liegen, da im Verfahren Änderungen nur zeitaufwendig zu realisieren sind und daher möglichst vermieden werden.
Weiterhin wurde ein Gesamtkonzept für die verfahrensbegleitende Kommunikation erarbeitet, welches mit vorbereitender Raumanalyse, Regionalkonferenzen, Infomärkten und Projektbüro vor Ort eine möglichst breite Kommunikation und einen dauerhaften Austausch mit allen Interssierten Bürgern gewährleistet.
Mit diesen Schritten war es möglich, eine Vielzahl von Einzelinteressen vor der Detailplanung des Projekts kennenzulernen und in der Umsetzung angemessen zu berücksichtigen. Damit kann die Zahl der Einwendungen im Planfeststellungsverfahren deutlich reduziert werden. Auch das Risiko umfangreicher Änderungen kann durch die frühzeitig kommunizierten Lösungsansätze und die abgewogene Detailplanung vermindert werden.

 

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Detailplanung

Verzögerungen bei Genehmigung und Bau können durch eine frühzeitig im Detail abgestimmte Trassierung und Maßnahmenplanung verringert werden. Dies erfordert einen fortlaufenden Kontakt zu den betroffenen Behörden, Gemeinden und Bürgern.

© 2012 Uwe Herrmann | BHF

Baubegleitende Vergrämung

Von der ökologischen Baubegleitung eingerichtete Vergräungsmaßnahmen gegen die Ansiedlung von Bodenbrütern sichern den Baubetrieb während der Brutzeit und vermeiden Bauunterbrechungen im Sommerhalbjahr

© 2012 Michael Müller-Bründel | BHF

Vermeidungsmaßnahme zur Beschleunigung des Baubetriebs

Amphibienschutzmaßnahmen ermöglichen den Baubetrieb auch im Bereich von Lebensstätten europarechtlich geschützter Amphibienarten im Sommerhalbjahr

© 2012 Michael Müller-Bründel | BHF

Vogelschutzmarker

Die Markierung von Freileitungen mit effektiven Vogelschutzmarkern verhindert weitgehend die Verletzung von Vögeln durch Anflug an die Seile stellt eine Möglichkeit dar, die negativen Auswirkungen des Baus von Freileitungen auf die Vogelwelt zu vermindern.

© 2011 Uwe Herrmann | BHF

Arten- und Landschaftsschutz

Die angemessene Berücksichtigung der naturschutzrechtlichen Regularien ist inzwischen zu zum Damoklesschwert vieler Großprojekte geworden. Mängel bei der Erfassung und Bewertung von Projektwirkungen auf eine Vielzahl von europarechtlich geschützten Arten haben bereits zum gerichtlich verhängten Stopp bei diversen Verfahren geführt.
Um solche Folgen weitgehend auszuschließen, wurden von BHF Landschaftsarchitekten detaillierte Lösungen für alle durch Bau und Betrieb potenziell auftretenden Verbotstatbestände für das gesamte zu berücksichtigende Artenspektrum erarbeitet. In einem anschließenden, breit angelegten Diskussionsprozess mit den Naturschutzfachbehörden sowie den technischen Planern und bauausführenden Betrieben wurden diese Lösungen auf ihre Wirksamkeit sowie die Integrationsfähigkeit in den Bauablauf getestet. Im Ergebnis konnten Musterlösungen vorbereitet werden, die in angepasster Form auch bei zukünftigen Projekten zum Einsatz kommen können. Die Lösungsansätze ermöglichen es, ganzjährig ohne maßgebliche zeitliche Unterbrechungen den Bau von Freileitungsprojekten zu realisieren.
Neben den oben beschriebenen faunistisch dominierten Maßnahmen wurden in einer Vielzahl von Fällen auch Lösungen zur Schonung der Landschaft, der Erholungsnutzung und des Siedlungsumfeldes vorbereitet. So konnten in relevanten Bereichen Siedlungsränder entlastet werden. Im Bereich von Wäldern mit maßgeblicher Erholungsfunktion konnte durch Trassierung mit höheren Bodenabständen Schneisenbildungen vermieden werden.

 

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Klageverfahren gegen Freileitungsprojekt

Bei strittigen Großprojekten muss immer auch mit gerichtlichen Überprüfungen gerechnet werden. Rechtskonforme Unterlagen sind daher maßgeblich für eine verzögerungsfreie Umsetzung.

© 2011 Uwe Herrmann | Kieler Nachrichten

rechtssichere Abwägung

Maßgeblich für den Bestand eines Planfeststellungsbeschlusses im Falle einer gerichtlichen Überprüfung ist eine sachgerechte Abwägungsentscheidung. Diese ist durch den Vorhabenträger vorzubereiten und durch die Planfeststellungsbehörde mit dem Beschluss vorzulegen. Nur mit einem rechtssicheren Beschluss ist eine verzögerungsfreie Umsetzung des Vorhabens gewährleistet.
Um die Antragsunterlagen für diesen Beschluss entsprechend aufzubereiten, ist es erforderlich, die oftmals widerstreitenden öffentlichen und privaten Interessen rechtzeitig zu kennen. So wird von privater Seite regelmäßig eine Trassierung von Leitungen in möglichst großem Siedlungsabstand gefordert. Dem können aber naturschutzrechtliche Hürden wie der Artenschutz oder der europäische Gebietsschutz entgegenstehen. Auf einer betroffenen landwirtschaftlichen Fläche können sich besondere Erschwernisse in der Bewirtschaftung ergeben, wenn ein Maststandort ungünstig platziert wird. Diese Beispiele wären beliebig fortsetzbar. Um diese Interessen sachgerecht zu wichten, gegeneinander abzuwägen und das Ergebnis in der Planung zu berücksichtigen, ist die Kenntnis dieser Interessen vor Erarbeitung der Planfeststellungsunterlage zwingend. Anderenfalls kann eine große Zahl von Änderungen im Planfeststellungsverfahren nicht ausgeschlossen werden.
BHF Landschaftsarchitekten stellen daher vor Einleitung des Verfahrens begleitend zur Bearbeitung der Antragsunterlagen den Kontakt zu den maßgeblichen öffentlichen und privaten Interessenträgern her, werten deren Interessen aus und konzipieren Lösungsvorschläge. Dabei ist es maßgeblich, dass eine gerechte Gewichtung der Interessen vorgenommen wird und nicht einzelne Individualinteressen übermäßig berücksichtigt werden. Letztendlich muss die entwickelte Lösung für die Planfeststellungsbehörde nachvollziehbar sein und die abschließende Abwägungsentscheidung der Behörde belassen werden.

 

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Eine große Anzahl verschiedenster Daten ist im Rahmen der Raumanalyse auszuwerten

© 2012 Uwe Herrmann | BHF

Raumwiderstandsanalyse als ein maßgeblicher Schritt zur Trassenfindung

Die Kommunikation der Trassenbestimmung braucht transparente Bewertungskriterien und nachvollziehbare Darstellungen, um in der Öffentlichkeit eine konsensfähige Abwägung zu vermitteln.

© 2012 U. Herrmann | BHF

Raumanalyse

Trassenfindung und Diskussion über die richtige Lösung erfordern als erstes eine fachlich fundierte, transparente und für die Allgemeinheit nachvollziehbare Darlegung der Entscheidungsgründe. Eine wichtige Rolle spielen dabei umwelt- und raumplanerische Kriterien. Die entscheidenden Schritte dazu sind die Raumanalyse und die Raumwiderstandsbewertung.
BHF Landschaftsarchitekten erarbeiten diese Analysen und Bewertungen möglichst großräumig, um auch die Verbundwirkungen mit weiteren Projekten darstellen zu können. In diesem Verfahren wird der umfangreiche Datenbestand im Land auf seine Relevanz für Leitungsbauprojekte überprüft und selektiert, in einer GIS-Datenbank gesammelt und grafisch aufbereitet. Im folgenden Schritt werden diese Daten bezüglich ihrer Relevanz bewertet und gewichtet. Diese Bewertung wird als Farbkarte dargestellt und ermöglicht auch dem Laien eine nachvollziehbare Herleitung der Raumwiderstände. Das erstellte Kartenmaterial dient als Diskussionsgrundlage für die frühzeitige Kommunikation zu Neu- und Ausbauprojekten und ermöglicht die offene Diskussion über zu berücksichtigende Varianten. Weiterhin dient das Material für die Variantendiskussion innerhalb der Planfeststellungsunterlagen.

 

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Regionalkonferenz

Die Teilnahme von Presse und Fernsehn sichert dem Thema die erwünschte öffentliche Aufmerksamkeit.

© 2011 Uwe Herrmann | NDR

Regionalkonferenz

Die Teilnahme von Fernsehen und Presse sichert dem Thema die erwünschte öffentliche Aufmerksamkeit.

© 2011 Uwe Herrmann | NDR

Regionalkonferenz

Die Beteiligung an den Regionalkonferenzen schwankt in Abhängigkeit von Veranstaltungsort und Relevanz des Projekts in der Öffentlichkeit erheblich.

© 2011 BHF | Kieler Nachrichten

Regionalkonferenz

Regionalkonferenzen sind ein Mittel, um große Teile der Öffentlichkeit zu erreichen. Insbesondere in kritisch begleiteten Trassenabschnitten mit höherer Bevölkerungsdichte, bei bereits vorhandenen Bürgerinitiativen sowie bei politischer Begleitung ist mit einer hohen Teilnehmerzahl von oftmals deutlich über hundert Teilnehmern und auch mit Beteiligung von Fernsehen und Presse zu rechnen.
BHF bereitet die Präsentationsunterlagen für diese Veranstaltungen vor und begleitet die folgenden Diskussionen. Wichtige ist dabei eine sachgerechte Vereinfachung der oft komplexen Zusammenhänge und eine Präsentation in allgemeinverständlicher Sprache. Aufbauend auf den Regionalkonferenzen und mit weiteren Veranstaltungen im kleineren Kreis ist es durch regelmäßige Kontakte möglich, ein persönliches Vertrauensverhältnis aufzubauen und auch kritische Punkte unverkrampft und offen zu diskutieren. Ziel ist es dabei zu vermitteln, dass die letztendliche Lösung eine bestmögliche Abwägung aller Interessen ist, die nicht vorwiegend und einseitig das Gewinninteresse des Vorhabenträgers berücksichtigt. Dabei ist aber immer auch deutlich zu machen, dass bei großen Bauprojekten Einzelne nachteiliger betroffen sein werden als die überwiegende Öffentlichkeit und dies alleine nicht als hinreichender Grund für eine veränderte Planung dienen kann.

 

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Infomarkt als integraler Bestandteil eines Kommunikationskonzepts

Gute Kommunikation braucht viele Kommunikationswege, um die Öffentlichkeit zu erreichen. Infomärkte stellen ein geeignetes Medium dar, um frühzeitig ins Gespräch zu kommen und Verfahrensverzögerungen zu vermeiden. Durch den persönlichen Kontakt zu kompetenten Fachplanern kann ein […]

© 2012 Christian Rohweder | TenneT

Infomarkt

© 2012 Christian Roweder | TenneT

Infomarkt - das persönliche Gespräch zählt

Das persönliche Gespräch mit kompetenten Gesprächspartnern ist entscheidend.

© 2012 Christian Rohweder | TenneT

Infomarkt

Maßgeblich für eine erfolgreiche Kommunikation ist neben der möglichst vollständigen Ansprache der Meinungsführer vor allem der persönliche Kontakt zu allen Betroffenen. Da sich dies nicht mit der Frontalveranstaltung einer Regionalkonferenz zu erreichen lässt und nicht jeder Bürger bereit oder in der Lage ist, ein Projektbüro aufzusuchen, stellen Infomärkte ein sinnvolles weiteres Medium der Kommunikation dar. Hierbei kann ohne eine größere Hemmschwelle der Kontakt zwischen Bürger und Planer hergestellt werden. Da sich bei diesen Veranstaltungen in der Regel kleine Gruppen bei jedem Planer bilden, können vielschichtige Themen diskutiert werden, ohne dass der Einzelne den persönlichen Kontakt verliert. Um eine hinreichende Reichweite der Infomärkte zu gewährleisten, ist es erforderlich, möglichst nah zum betroffenen Bürger zu kommen. Dazu wurden bei dem Projekt Audorf – HH/Nord Infomärkte in einem räumlichen Abstand von maximal 15 – 20 km zueinander veranstaltet und die Anfahrtswege für die Bürger damit kurz gehalten. Weiterhin wurde ein ausreichendes Zeitspektrum gewählt, damit auch Berufstätigen eine Teilnahme ermöglicht wird.
BHF Landschaftsarchitekten organisieren und betreuen diese Infomärkte und stehen mit mehreren Mitarbeitern als Gesprächspartner zur Verfügung. Damit kann die Kontinuität bei den Ansprechpartnern sichergestellt und ein Informationsverlust vermieden werden. Die als Konsequenz aus den Infomärkten gewachsene Kenntnis der einzelnen Befindlichkeiten ermöglicht eine zielgerichtete Berücksichtigung und befördert in enger Abstimmung mit dem Vorhabenträger und der Trassierungsplanung die Entwicklung konsensfähiger Lösungen.

 

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Stakeholderermittlung

Die Stakeholderermittlung erfordert eine Klärung der räumlichen Zuständigikeiten.

© 2012 Uwe Herrmann | BHF

Diskussionsgrundlage der detaillierten Trassierung

Hochauflösende Luftbilddaten bieten eine geeignete Grundlage für die Erstellung einer detaillierten Trassierung für den öffentlichen Diskussionsprozess und die gezielte Stakeholderansprache.

© 2012 Uwe Herrmann | TenneT

Stakeholderansprache

Neben dem offenen Informationsaustausch zum Gesamtprojekt ist auch die gezielte Ansprache einzelner Stakeholder zu fachlichen Detailfragestellungen bzw. räumlichen Teilaspekten erforderlich. Dazu muss der Kontakt zu allen betroffenen Gemeinden sowie den maßgeblichen Behörden und Verbänden hergestellt werden. Diese müssen regelmäßig über den Bearbeitungsprozess informiert und in Entscheidungen, die ihre Belange betreffen, eingebunden werden. Aufgrund der umfangreichen Stakeholderliste verlangt dies eine häufige Präsens im Plangebiet und ist mit einem hohen Personaleinsatz verbunden.
Eine gute Ortskenntnis und die Kenntnis möglichst vieler Stakeholder der betroffenen Region ist dabei sehr hilfreich. BHF Landschaftsarchitekten organisieren in diesem Prozess die Ermittlung der Stakeholder, vereinbaren Termine, bereiten auf die Gesprächspartner zugeschnittene Unterlagen vor und betreuen die Termine. Damit wird erreicht, dass wichtige Entscheidungsgrundlagen bereits zu Beginn der Detailplanung bekannt sind und Einzelfragen zum gegebenen Zeitpunkt kurzfristig und zielgerichtet abgestimmt werden können. Das Risiko von Änderungserfordernissen im Planfeststellungsverfahren kann damit maßgeblich vermindert werden.

 

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Projektbüro - Kommunikation braucht neue Formen und regelmäßige lokale Präsenz

Kommunikation aus der Ferne ist trotz neuer Medien bestenfalls zweite Wahl. Wer überzeugen will, muss die lokalen Probleme erkennen und regelmäßig persönlich zur Verfügung stehen. Das persönliche Gespräch schafft das Vertrauenverhältnis, um kritische Fragen offen zu diskutieren, […]

© 2012 Christian Rohweder | TenneT

Projektbüro

Neben der guten Erreichbarkeit sind nutzerfreundliche und regelmäßige Öffnungszeiten sowie qualifiziertes Personal wichtige Faktoren für den Erfolg eines Projektbüros.

© 2012 Uwe Herrmann | BHF

Projektbüro

Ein maßgeblicher Faktor für eine erfolgreiche Projektkommunikation ist die dauerhafte Erreichbarkeit kompetenter und aussagefähige Gesprächspartner. Diese müssen für ein persönliches Gespräch mit ausreichend Zeit auch zur widerholten Beantwortung von Fragestellungen zur Verfügung stehen.
BHF Landschaftsarchitekten betreiben zu diesem Zweck ein TenneT-Projektbüro in Kaltenkirchen. Dieser Punkt stellt einen zentralen Verknüpfungsbereich im Leitungsnetz von Schleswig-Holstein dar. Gleichzeitig kommt die Leitung Audorf – HH/Nord hier in den Verdichtungsraum nördlich Hamburgs, in dem in verstärktem Maße mit Widerständen bezüglich des Leitungsbaus zu rechnen ist. Dieser Bereich ist daher für Bürger mit Informationsbedarf sowohl zu dem o. g. Vorhaben als auch zum weiteren Netzausbau gut zu erreichen. Durch die Öffnungszeiten bis in die Abendstunden an drei Tagen in der Woche können alle Anfragen und Wünsche zur Einsichtnahme in die Unterlagen kurzfristig bearbeitet werden. Geschultes Personal mit einem umfangreichen Kenntnisstand zum konkreten Projekt und zu weiteren Fragen des Netzausbaus kann Anfragen im Regelfall sofort beantworten. Sollte dies in speziellen Einzelfällen nicht möglich sein, wird über ein detailliertes Anfragemanagement sichergestellt, dass die Fragestellungen innerhalb weniger Tage beantwortet werden.
Neben der Verbesserung der Kommunikation während des ganzen Verfahrens trägt die Information und Möglichkeit zur Einsichtnahme in die Verfahrensunterlagen während der Auslegung dazu bei, dass die Zahl der Einwendungen im Beteiligungsverfahren und damit der Zeitaufwand für die Bearbeitung vermindert werden. Somit ist das Projektbüro ein weiterer Baustein der Verfahrensbeschleunigung.

 

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© 2012  Michael Müller-Bründel | BHF Energiewende braucht neue Netze 

Seilzugarbeiten im Bereich einer neuen Höchstspannungsleitung

© 2012  BNetzA | NEP 2012, Stand: August 2012, www.netzentwicklungsplan.de Netzentwicklungsplan 

Der Netzenwicklungsplan stellt das zentrale Element einer neuen Form der Bedarfsbestimmung im Höchstspannungsnetz dar.

© 2012  U. Herrmann | BHF Raumwiderstandsanalyse als ein maßgeblicher Schritt zur Trassenfindung 

Die Kommunikation der Trassenbestimmung braucht transparente Bewertungskriterien und nachvollziehbare Darstellungen, um in der Öffentlichkeit eine konsensfähige Abwägung zu vermitteln.

© 2012  Uwe Herrmann | NDR Regionalkonferenz 

Die umfangreichste Öffentlichkeitswirkung sichert eine Präsenz in Rundfunk und Fernshen. Die Regionalkonferenz ist ein Weg, diese Medien anzusprechen. Die Vermittlung von Deitailinformationen wird in diesem Rahmen nicht gelingen, allerdings kann damit eine Diskussionsprozess initiiert werden.

© 2012  Uwe Herrmann | Kieler Nachrichten Pressearbeit 

Gezielte Pressearbeit ermöglicht die Information einer breiten Öffentlichkeit. Auch wenn die Informationen oft oberflächlich sind und nicht immer korrekt widergegeben werden, dienen sie jedoch als Anstoß für eine frühzeitige Diskussion.

© 2012  Christian Rohweder | TenneT Infomarkt als integraler Bestandteil eines Kommunikationskonzepts 

Gute Kommunikation braucht viele Kommunikationswege, um die Öffentlichkeit zu erreichen. Infomärkte stellen ein geeignetes Medium dar, um frühzeitig ins Gespräch zu kommen und Verfahrensverzögerungen zu vermeiden. Durch den persönlichen Kontakt zu kompetenten Fachplanern kann ein Vertrauensverhältnis zwischen Vorhabensträger und betroffenen Bürgern geschaffen werden.

© 2012  Christian Roweder | TenneT Infomarkt 

© 2012  Christian Rohweder | TenneT Infomarkt - das persönliche Gespräch zählt 

Das persönliche Gespräch mit kompetenten Gesprächspartnern ist entscheidend.

© 2012  Uwe Herrmann | TenneT Diskussionsgrundlage der detaillierten Trassierung 

Hochauflösende Luftbilddaten bieten eine geeignete Grundlage für die Erstellung einer detaillierten Trassierung für den öffentlichen Diskussionsprozess und die gezielte Stakeholderansprache.

© 2012  Christian Rohweder | TenneT Projektbüro - Kommunikation braucht neue Formen und regelmäßige lokale Präsenz 

Kommunikation aus der Ferne ist trotz neuer Medien bestenfalls zweite Wahl. Wer überzeugen will, muss die lokalen Probleme erkennen und regelmäßig persönlich zur Verfügung stehen. Das persönliche Gespräch schafft das Vertrauenverhältnis, um kritische Fragen offen zu diskutieren, Beweggründe offenzulegen und Lösungen vorzubereiten. Hier ist der Sachverstand des Landschaftsrchitekten vor Ort zielführender als die weltweite Präsenz des international tätigen Dienstleisters.

© 2012  Uwe Herrmann | BHF Detailplanung 

Verzögerungen bei Genehmigung und Bau können durch eine frühzeitig im Detail abgestimmte Trassierung und Maßnahmenplanung verringert werden. Dies erfordert einen fortlaufenden Kontakt zu den betroffenen Behörden, Gemeinden und Bürgern.

© 2012  Uwe Herrmann | BHF Die Erheblichkeit der Wirkungen von Leitungstrassen auf faunistisch sensible Bereiche ist im Einzelfall zu prüfen 

Insbesondere Rastplätze von Großvöglen haben eine hohe Empfindlichkeit und Relevanz in Bezug auf Leitungstrassen. Neben der Abwägung der Wirkungen auf andere Umweltschutzgüter durch veränderte Trassenführungen ist auch die mögliche Verminderung der Wirkungen durch technische Lösungen zu betrachten.

© 2011  Uwe Herrmann | BHF Vogelschutzmarker 

Die Markierung von Freileitungen mit effektiven Vogelschutzmarkern verhindert weitgehend die Verletzung von Vögeln durch Anflug an die Seile stellt eine Möglichkeit dar, die negativen Auswirkungen des Baus von Freileitungen auf die Vogelwelt zu vermindern.

© 2012  Michael Müller-Bründel | BHF Vermeidungsmaßnahme zur Beschleunigung des Baubetriebs 

Amphibienschutzmaßnahmen ermöglichen den Baubetrieb auch im Bereich von Lebensstätten europarechtlich geschützter Amphibienarten im Sommerhalbjahr

© 2011  Uwe Herrmann | Kieler Nachrichten Klageverfahren gegen Freileitungsprojekt 

Bei strittigen Großprojekten muss immer auch mit gerichtlichen Überprüfungen gerechnet werden. Rechtskonforme Unterlagen sind daher maßgeblich für eine verzögerungsfreie Umsetzung.

© 2012  Michael Müller-Bründel | BHF Maststockung im Zuge des Neubaus einer Höchstspannungsleitung 

Großes Projekt mit überschaubaren baulichen Umweltauswirkungen

© 2011  Katrin Fabricius | BHF Neue Hochspannungsleitung im Bau 

Der Bau neuer Hochspannungsleitungen mit den damit verbundenen Umweltwirkungen ist anders als der Neubau von Straßen in der Bevölkerung nur wenig bekannt. Hier ist viel Aufklärungsarbeit notwendig.

© 2012  Uwe Herrmann | Kieler Nachrichten Einweihung einer neuen 380 kV-Leitung 

Planungs- und Genehmigungszeiträume von bis zu 10 Jahren führten in der Vergagneheit zu deutlichen Verzögerungen des Netzausbaus. Die Ursachen der überlangen Planungszeiträume waren zu klären und Lösungsansätze zu entwickeln.

Netzausbauprojekte in Schleswig-Holstein Herausforderungen an Planung und Kommunikation zur Beschleunigung des Stromnetzausbaus


Die Energiewende wird zusammen mit dem erforderlichen Netzausbau die Landschaft Schleswig-Holsteins nachhaltig verändern. Offenheit und Konsensbildung in den Planungsprozessen kann die Veränderungen für die Bevölkerung erträglicher gestalten. Lässt sich dies in das formalisierte deutsche Planungssystem integrieren, in dem Teilhabe regelmäßig auf Stellungnahme, Abwägung und ggf. Klagemöglichkeit beschränkt ist?

Das Projekt Netzausbau besteht aus einer Vielzahl von Bausteinen, die in der Summe eine neue Planungskultur schaffen und den Stromnetzausbau in Schleswig-Holstein beschleunigen. Es umfasst an die jeweiligen Anforderungen angepasste Schritte in der Planung und Kommunikation. Maßgeblicher Bestandteil neben dem spezifischen Projektdesign der Einzelprojekte ist die Koordination zwischen einer Vielzahl von Teilprojekten. Dabei sind nicht nur technische Herausforderungen einer neuen Netzstruktur zu bewältigen, sondern auch neue Formen der Planungskultur zu integrieren, um den gewachsenen Anforderungen der Öffentlichkeitsbeteiligung gerecht zu werden. Ziel ist ein Grundkonsens über die Erforderlichkeit des Netzausbaus der in eine erhöhte Akzeptanz des Netzausbaus auf den zukünftigen Baustrecken mündet. Schleswig-Holstein befindet sich unter maßgeblicher Mitwirkung von Landschaftsarchitekten auf einem guten Weg, der Vorbildfunktionen für andere Bundesländer übernehmen kann.

In Schleswig-Holstein wurden in den letzten 10 Jahren deutlich weniger als 100 km Hoch- und Höchstspannungsleitungen genehmigt und gebaut. Teilweise zogen sich die Genhmigungsverfahren über nahezu 10 Jahre und Projekte mussten vor Bau und Inbetriebnahme durch zeitraubende gerichtliche Verfahren.
Um das Ziel des Ausbaus von ca. 600 km neuer Höchstspannungsleitungen bis 2022 zu erreichen ist daher eine deutliche Beschleunigung erforderlich. Die vorgestellten Projekte sollen einen maßgeblichen Beitrag liefern und können bereits erste Erfolge vorweisen.
So konnten bereits erste Projekte in Betrieb genommen und für weitere Projekte der Plaungsvorlauf deutlich verkürzt werden. Gleichzeitig wurde die Öffentlichkeit vor Beginn des formalen Verfahrens so umfangreich informiert, dass im Detail angepasste Lösungen gefunden und unnötige Projektwiderstände beseitigt wurden.

  

Projektbeteiligte Mitarbeiter innerhalb des Büros

Uwe Herrmann

Katrin Fabricius

Steffi Werhan

Philipp Schröder

Michael Müller-Bründel

Marcus Zunke

Sigrun Schneeberg

Gabi Peter

Claus-Christian Hinrichs

Gitta Iffländer

Mirja Eichert

Planung

BHF Bendfeldt Herrmann Franke Landschaftsarchitekten GmbH
Jens Bendfeldt, Uwe Herrmann, Uli Franke

Jungfernstieg 44
24116 Kiel


Projektinformationen

Projektzeitraum
2011 - 2022

Auftraggeber • Bauherr
TenneT TSO GmbH


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