Langwarder Groden

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19. Jahrhundert und älter

1933 - 1934

1934 -1986

1986/2009

1995

1997

1998

2007

2007

2007

2008

2010

2012

2012 - 2015

2015 - 2026

© 2010 Nachrichten d. Marschenrates 52/2015 | Forschungsstelle Küste

Historisches Kartenwerk Niedersächsische Küste: Morphologische Entwicklung der Butjadinger Küste

Langwarder Groden

Die Butjadinger Nordküste zwischen Weser und Jadebusen wurde in ihrer Geschichte immer wieder durch Fluten bedroht. In den vergangenen Jahrhunderten entwickelte sich die Küstensituation morphologisch durch Deichbauten. Nach 1814 hatte sich ein Groden zwischen Deich und Watt gebildet.

©  K.H. Peters | Rüstringer Archiv

Erlass von 1932 zur Arbeitsbeschaffungsmaßnahme Bau des Vordeichs

Bau des Vordeiches

Die Baumaßnahmen zur Eindeichung des Langwarder Grodens ("Sommerdeich" NN +4,75 bis +5,25 m) begannen 1933 im Rahmen eines 1932 vom Reichstag beschlossenen Sofort-Programms zur planmäßigen Arbeitsbeschaffung. Die Gewinnung von landwirtschaftlichen Flächen stand nicht mehr - anders als bei Planungen für einen Winterdeich wenige Jahre zuvor - im Vordergrund. Zeitgleich wurde ein Entwässerungssiel fertiggestellt. Zusammen mit der Sielbaustelle waren in Spitzenzeiten 1150 Arbeitskräfte vor Ort.

©  pgg | pgg

Langwarder Groden vor der Maßnahme

Nutzung des bedeichten Grodens

Der eingedeichte Groden wurde zunächst beweidet, ab 1936 wurden Teilflächen ackerbaulich genutzt. Im II. Weltkrieg war der Groden ein Schießplatz. Nach dem II. Weltkrieg wurde die gesamte Grodenfläche durch die Domänenverwaltung an ortsansässige Landwirte verpachtet und landwirtschaftlich genutzt.

©  J. Bunje | Nationalparkveraltung NP Niedersächsiches Wattenmeer

Unesco Weltnaturerbe Wattenmeer

Unterschutzstellung des Langwarder Groden

Das Vorland (Schutzzone I) und der gesamte bedeichte Groden (Schutzzone II) gehören seit 1986 zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Das Wattenmeer wurde im Jahr 2009 Unesco Weltnaturerbe. Im Binnengroden ist die Grünlandnutzung unter Beachtung von Naturschutzauflagen weiterhin zulässig.

Der Groden als Objekt für naturschutzfachliche Kompensationen

Zur Kompensation deichbaubedingter Eingriffe brachte der II. Oldenburgische Deichband 1995 erstmals die Öffnung des Langwarder Grodens ins Gespräch (Erdmassen aus Vordeich als Kleidepot für die Verstärkung des Hauptdeichs). International hatten sich die Anrainerstaaten zum Schutz der Nordsee und ihrer Vorländer verpflichtet: Durch Öffnen von Sommerdeichen wollte man die Wiederherstellung von Salzwiesen initiieren.

Planfeststellungsbeschluss Deichverstärkung Cäciliengroden

In den Planfeststellungsbeschlüssen zu den Deichverstärkungen Cäciliengroden 1997 und Augustgroden wurden den II. und III. Oldenburgischen Deichbänden auferlegt, den Verlust von Salzwiesen durch die deichbaubedingten Überbauungen am westlichen Jadebusen durch Schaffung neuer Salzwiesen im Langwarder Groden auszugleichen. U.a. hatten 1996 der BUND und WWF gegen die Überbauung der Salzwiesen durch die seeseitige Hauptdeichverstärkung am Cäciliengroden geklagt.

Klage der Gemeinde Butjadingen gegen den PFB Deichverstärkung Cäciliengroden

Die Gemeinde Butjadingen klagte 1998 gegen den Planfeststellungsbeschluss von 1997, um die Bestimmung des Langwarder Groden als Ausgleichsfläche und eine Beseitigung des Vordeichs abzuwehren. Sie fühlte sich in ihren subjektiven Rechten verletzt. Das Oberverwaltungsgericht Oldenburg wies die Klage im Jahr 2000 ab.

©   | pgg

Geplanter JadeWeserPort in Wilhemshaven und Kompensationsfläche Langwarder Groden

Planfeststellungsbeschluss für den Bau des JadeWeserPorts in Wilhelmshaven

Die Eingriffe in das Wattenmeer durch den Bau des JadeWeserPorts in Wilhelmshaven sollten gemäß PFB vom 15.03.2007 im Langwarder Groden durch Schaffung neuer Salzwiesen ausgeglichen werden. Der Beschluss sah vor, für die Kompensation des Eingriffs in das Schutzgut Landschaftsbild durch den Bau der Hafenkräne den ungewidmeten Vordeich (Sommerdeich) vollständig abzutragen.

Klage der Deichbände gegen den PFB JadeWeserPort

Die II. und III. Oldenburgischen Deichbände reichten am 10.05.2007 gegen den Beschluss eine Normenkontroll-Klage ein, um den geplanten vollständigen Abtrag des Vordeichs zu verhindern. Die Verbände plädierten für eine partielle Öffnung des Vordeiches. Es konnte nachfolgend im Auftrag der Deichbände nachgewiesen werden, dass durch Maßnahmen in der Grodenfläche der Eingriff in das Schutzgut Landschaftsbild ohne vollständige Schleifung des Vordeichs ausgeglichen werden kann (pgg, 2007).

Bildung der 'Arbeitsgruppe Langwarder Groden'

Um den Konflikt um den vollständigen Abtrag des Vordeiches einvernehmlich zu lösen, wurde im Juli 2007 eine Arbeitsgruppe der TÖB zur Kompromissfindung eingerichtet. Dieser gehörten die Nationalparkverwaltung, das NLWKN (Direktion), die Naturschutzverbände WWF, BUND, NABU, II./III. Oldenburgische Deichbände an. Das NLWKN (Bestriebsstelle Brake-Oldenburg, GB II) sowie die planungsgruppe grün traten als Fachgutachter auf. Ziel war, der JadeWeserPort Realisierungsgesellschaft einen abgestimmten, einvernehmlich getragenen Entwurf vozulegen, der formal als Änderungsantrag zum PFB eingereicht werden sollte, um den Konflikt außergerichtlich beilegen zu können.

©   | pgg

Konzept der AG Langwarder Groden 2008 Das einvernehmlich beschlossene Konzept sah die Öffnung des Vordeichs an 2 Stellen, die Anbindung an geeignete Vorlandpriele, die sinnvolle Verwertung des zu bewegenden Bodens, Überflutungsflächen für die Salzwiesenentwicklung sowie ein Beweidungsmanagement höher gelegener Bereiche vor.

Entwicklungskonzept für die Neugestaltung Langwarder Groden

Nach Entwicklung von 5 Varianten verabschiedete die Arbeitsgruppe einstimmig ein Konzept für den Langwarder Groden (Januar 2008). Bezüglich der Öffnung des Vordeichs einigte man sich auf eine Variante mit 2 Teilöffnungen. Für die Ausführungsplanung blieb die AG Langwarder Groden als beratendes Gremium erhalten.

©   | pgg

Beteiligte am Planungsprozess Erweiterte Arbeitsgruppe Langwarder Groden (2010)

Widerstand der Bevölkerung - Erweiterung der Arbeitsgruppe Langwarder Groden

Mit Bekanntwerden des Entwicklungskonzeptes der AG im Zuge der Ausführungsplanung entstand erheblicher Widerstand in der Bevölkerung gegen die geplante Kompensationsmaßnahme im Langwarder Groden. Im Februar 2010 hatte sich die örtliche Bürgerinitiative "Förderverein Langwarder Groden e.V." formiert, um die Vordeichöffnung und das "Opfern der Kulturlandschaft" zu verhindern. Seitdem wurde die Arbeitsgruppe um die Bürgerinitiative und die Gemeinde Butjadingen erweitert und befasste sich weiterhin mit Alternativlösungen. Parallel ging das Bemühen um eine Verhinderung der Planung durch den Förderverein weiter, er schaltet die Landespolitik ein. Noch heute beobachtet die Bürgerinitiative die Entwicklung in den Grodenflächen kritisch.

© 2014  | pgg

Lageplan Ausführungsplanung Lageplan der Maßnahmen der mit allen am Planungsprozess Beteiligten erarbeiteten Kompromisslösung.

Kompromisslösung Entwicklungskonzept Langwarder Groden

Unter Vermittlung beteiligter Landespolitiker und Ministerien wurde eine Kompromisslösung zur Entwicklung des Grodens vereinbart. Darin ist die Teilöffnung des Vordeiches nur an einer Stelle vorgesehen. Zusätzlich wurde der Bau eines Naturerlebnispfades mit Fördermitteln des Landes Niedersachsen vereinbart.

© 2015 G. Scheiffahrth | Nationalparkveraltung NP Niedersächsiches Wattenmeer

Langwarder Groden aus der Vogelperspektive Der Groden nach Fertigstellung aller Maßnahmen.

Umsetzung der Maßnahmen im Langwarder Groden

Im Jahr 2012 konnten die Arbeiten für die Verstärkung des Hauptdeichs beginnen in Verbindung mit flächigem Bodenabtrag im westlichen Grodenbereich. Nach anschließender Bodenmodellierung in der Grodenfläche wurden in 2014 der Vordeich auf 900 m geöffnet und das Sieltief erweitert. Nach Abschluss aller Bodenarbeiten wurden abschließend die Maßnahmen des Naturerlebniskonzepts realisiert.

© 2015 M. Sprötge | pgg

Watt- und Tiefwasserzonen In den Wattflächen ist die Sukzession der Salzwiesenbiotope erkennbar.

Monitoring Langwarder Groden

Die Entwicklungsziele der Maßnahmen Langwarder Groden werden seit 2015 durch die planungsgruppe grün in einem Monitoring erfasst. Bereits nach einem Jahr zeigt sich, dass sich die Salzwiesenvegetation und Vogelwelt entsprechend der Planungsziele zeitnah sehr gut entwickeln.

 

Zeitblende

Stories

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Planungsprozess - Partizipation - Kompromisslösung

Bodenmassen-Management und Verstärkung des Hauptdeiches

Hydraulik und Tideeinfluss

NaturErleben Langwarder Groden

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Planungsstand Langwarder Groden Planfeststellungsbeschluss 2007

Der Beschluss sah den vollständigen Abtrag des Vordeichs und die Aufgabe der Beweidung im Goden vor.

©   | JadeWeserPort Realisierungs GmbH

Konzept der AG Langwarder Groden 2008

Das einvernehmlich beschlossene Konzept sah die Öffnung des Vordeichs an 2 Stellen, die Anbindung an geeignete Vorlandpriele, die sinnvolle Verwertung des zu bewegenden Bodens, Überflutungsflächen für die Salzwiesenentwicklung sowie ein Beweidungsmanagement höher gelegener Bereiche vor.

©   | pgg

Bürgerinitiative Förderverein Langwarder Groden e.V. fordert die Verhinderung der Maßnahme

© 2010 M. Sprötge | pgg

Presseartikel zum Widerstand der Bürger

©   | pgg

Beteiligte am Planungsprozess

Erweiterte Arbeitsgruppe Langwarder Groden (2010)

©   | pgg

Exkursion (2010) in die Niederlande

Die AG Langwarder Groden unter Beteiligung der Bürgerinintiative besucht beispielhafte Projekte in den Niederlanden.

© 2010 M. Sprötge | pgg

Lageplan Ausführungsplanung

Lageplan der Maßnahmen der mit allen am Planungsprozess Beteiligten erarbeiteten Kompromisslösung.

© 2014  | pgg

Langwarder Groden aus der Vogelperspektive

Der Groden nach Fertigstellung aller Maßnahmen.

© 2015 G. Scheiffahrth | Nationalparkveraltung NP Niedersächsiches Wattenmeer

Presseberichte nach Umsetzung der Maßnahme

©   | pgg

Planungsprozess - Partizipation - Kompromisslösung

Die Zielvorgabe 'Tidebeeinflussung der Grünlandflächen des Binnengrodens durch Ausdeichung' (Planfeststellungsbeschluss, 2007) für den Langwarder Groden löste eine öffentliche Kontroverse aus.
Dabei führte die öffentliche Diskussion um die geplante Schleifung des Vordeichs auf ganzer Länge zu erheblichem politischen Druck. Das Thema Deichsicherheit stand im Vordergrund. Es traten aber auch Zweifel am prognostiziertem Erfolg der Maßnahme (regelmäßiges Einschwingen der Tide) und Ängste vor wirtschaftlichen Verlusten durch Aufgabe landwirtschaftlicher Nutzung hinzu.

Der Widerstand in der Bevölkerung gegen die Kompensationsmaßnahme organisierte sich v.a. in der Bürgerinitiative 'Förderverein Langwarder Groden e.V. (2010) mit dem Ziel, die geplante Ausdeichung des Langwarder Grodens zu verhindern.
Es ist der Bevölkerung im Küstenraum nur schwer zu vermitteln, dass das Land, das von ihren Vorfahren dem Meer abgerungen wurde, dem Meer wieder "geopfert" werden soll. Auch wird die Kulturlandschaft zwischen den Deichen als hochwertige Natur betrachtet und die Natur vor den Deichen als "bedrohliches Chaos". Daher wird die Öffnung oder Schleifung eines Deiches mit dem Verlust an Sicherheit gleichgesetzt.
Der öffentlichen Kritik wurde begegnet, indem die Bürgerinitiative in die Beratungen einer interdisziplinären Arbeitsgruppe zur Realisierung des Vorhabens einbezogen wurde. Es wurden Planungsalternativen geprüft und ihre Landschaftsentwicklung prognostiziert sowie beispielhafte Vorhaben in den Niederlanden (2010) besichtigt.

Ergebnis dieses Prozesses war die Schaffung der Akzeptanz für die Kompensationsmaßnahme und die Ausarbeitung einer Kompromisslösung mit allen Verfahrenbeteiligten, die das Erreichen der naturschutzfachlichen Ziele und der planerischen Vorgaben garantiert:
- Weitestgehender Erhalt des Vordeiches - Öffnung auf ca. 900 m Länge
- Ausbau des binnenseitigen Sieltiefs, Anbinden an die leistungsfähigsten Außenpriele
- Salzwiesenrenaturierung auf ca. 70 ha durch Bodenabtrag
- Beweidungsmanagement auf höher gelegenen Geländebereichen, die nicht der Tide ausgesetzt sind. Pflege
unter Beteiligung der Landwirte, die bereits vorher die Flächen im Groden extensiv genutzt haben
- Bau und Unterhaltung eines Naturerlebnispfades durch die Gemeinde zur Erfahrbarmachung der
Naturentwicklung im Groden (Fördermittel des Landes Niedersachsen)
- Hauptdeichverstärkung durch deichbaufähiges Material aus dem Groden (Bodenmassen-Management)
- Monitoring

Beteiligte im Planungsprozess:
- JadeWeserPort
- Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmmeer
- II. / III. Oldenburgische Deichbände
- Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
- Naturschutz- und Umweltverbände
- Gemeinde Butjadingen, Touristik Butjadingen
- Bürgerinitiative Förderverein Langwarder Groden e.V.
- Landwirtschaft, Domänenamt
- planungsgruppe grün

 

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Baubeginn Hauptdeichverstärkungs- und Kompensationsmaßnahmen 2012

© 2012 M. Sprötge | pgg

Bodenabtrag im Binnengroden

Durch den Bodenabtrag wird der Klei für die erforderliche Hauptdeichverstärkung gewonnen.

© 2012 M. Sprötge | pgg

Großflächiger Bodenabtrag im westlichen Binnengroden

© 2012 M. Sprötge | pgg

Austernfischer auf Baustellen-Besuch

Herstellung von Flächen mit täglicher Überflutung.

©  M. Sprötge | pgg

Hergestellter, verstärkter Hauptdeich

© 2015 R. König | pgg

Bodenmassen-Management und Verstärkung des Hauptdeiches

Aufgrund der kontroversen Zielvorgabe Öffnung des Vordeichs beinhaltete die Maßnahme im Langwarder Groden von Anfang an auch die Verstärkung des Hauptdeiches. Der hierfür notwendige Boden musste vor Ort im Groden gewonnen werden, um unnötige Belastungen der Bevölkerung durch Bodentransporte zu vermeiden.
Da der Boden im Groden nicht überall deichbaufähig war, ergaben sich durch die Verteilung geeigneter Böden im Groden auch Zwangspunkte für die Gestaltung der Maßnahme. Die für die Verstärkung des Hauptdeiches benötigen Bodenmassen konnten verstärkt im westlichen Teil des Grodens gewonnen werden.
Hier konnten durch das großflächige Abschieben von Boden Flächen mit täglicher Überflutung hergestellt und auf ein für die Salzwiesen notwendiges Höhenniveau modelliert werden. Für den zu bewegenden Boden sorgte ein Massenmanagement innerhalb des Grodens sowohl für den Ab- und Einbau je nach Bodenbeschaffenheit als auch für die Einhaltung geforderter Planhöhen und eine Vermeidung von Bodentransporten außerhalb des Projektgebietes. Insgesamt wurden ca. 739.000 m³ Boden bewegt.

 

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Durchstich des Vordeichs

© 2014 M. Sprötge | pgg

Erweitertes Sieltief mit Vordeichöffnung

© 2015 M. Sprötge | pgg

Anbindung Sieltief an Außenpriel

© 2015 R. König | pgg

Sieltief

© 2015 M. Sprötge | pgg

Tideeinfluss (schematisch) bei niedriger Tide NN +0,50m (620 Überflutungen/Jahr)

Tideeinfluss in Tiefwasserzonen

©  pgg | pgg

Tideeinfluss (schematisch) bei Normaltide/MThW NN +1,70 (365 Überflutungen/Jahr)

Tideeinfluss bis in die Vegetationszone des Watts, der Pionierzone und unteren Salzwiese

©  pgg | pgg

Tideeinfluss (schematisch) bei erhöhter Tide NN +2,25 (60 Überflutungen/Jahr)

Tideeinfluss bis in die Vegetationszone der mittleren und oberen Salzwiese

©  pgg | pgg

Holzbohlenweg

Der Bohlenweg als Teil des Rundwanderweges im Langwarder Groden führt in Randbereiche der periodisch überfluteten Salzwiesenentwicklungsfläche.

© 2014 M. Baritz | pgg

Bohlenweg bei niedriger Tide

© 2015 R. König | pgg

Vogelbeobachtungshütte bei Sturmflut

© 2014 J. Bunje | Nationalparkveraltung NP Niedersächsiches Wattenmeer

Schnitt Vogelbeobachtungshütte mit Pegelständen

©   | pgg

Wattflächen mit natürlichen Prielstrukturen

© 2015 M. Sprötge | pgg

Watt- und Tiefwasserzonen

In den Wattflächen ist die Sukzession der Salzwiesenbiotope erkennbar.

© 2015 M. Sprötge | pgg

Entwicklung der Vegetation der Salzwiesenzonen (Monitoring 2015)

© 2015 M. Sprötge | pgg

Lebensraum für Brutvögel

Das neu hergestellte Prielsystem und die Wattflächen sind von Rotschenkeln gut besucht.

© 2015 M. Sprötge | pgg

Bruterfolg von Säbelschnäblern

© 2015 M. Sprötge | pgg

Hydraulik und Tideeinfluss

Um im Langwarder Groden die angestrebte natürliche Tidedynamik als Voraussetzung für die Entwicklung von tidebeeinflussten Salzwiesen zu gewährleisten, wurde der Vordeich im östlichen Bereich nahe dem Fedderwarder Priel auf einer Länge von ca. 900 m geöffnet (09/2014).
Für die Initialisierung einer Salzwiesenzonierung in Abhängigkeit von der Überflutungshäufigkeit wurde das binnenseitige Sieltief optimal dimensioniert und an die leistungsfähigsten Außenprielen angebunden, so dass die Tidedynamik der Nordsee/Fedderwarder Priel erreicht wird. Um weitere Flächen mit täglicher Überflutung zu erhalten, wurden zusätzlich großflächig Teile des Grodens abgeschoben und auf ein für die Salzwiesen (Zielbiotope) notwendiges Höhenniveau modelliert.
Die tägliche Tide schwingt in den Binnengroden ein und aus und überflutet infolge flächigen Bodenabtrags mit Tiefwasserzonen die Flächen für die Salzwiesenentwicklung (vom Watt bis zur oberen Salzwiesenvegetation). Die höher liegenden Flächen werden vorwiegend in den Wintermonaten überflutet (Sturmfluten) und sollen sich durch eine extensive Pflegebeweidung in Richtung obere Salzwiese entwickeln. Hieran sind Landwirte beteiligt, die bereits bisher die Flächen im Groden genutzt haben.

 

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Tidelandschaft erleben

Die Sukzesssion der Salzwiesenvegetation und das Tidegeschehen in den Prielen ist vom Bohlenweg aus hautnah zu beobachten.

© 2016 M. Sprötge | pgg

Feierliche Eröffnung NaturErleben Langwarder Groden 2015

Das Naturerlebnisprojekt NaturErleben Langwarder Groden wurde am 15.04.2015 im Beisein des niedersächsischen Umweltministers Stefan Wenzel feierlich eröffnet.

© 2015 R. König | pgg

Bohlenweg in den Watt- / Salzwiesenentwicklungsflächen aus der Vogelperspektive

© 2015 T. Sander | pgg

Bohlenweg: Informationstafeln und Steg

© 2015 R. König | pgg

Tide erleben - Bohlenweg bei Flut

© 2014 J. Köhler | pgg

Bohlenweg bei niedriger Tide

© 2015 M. Sprötge | pgg

Blick auf den Bohlenweg, im Hintergrund der Hauptdeich

© 2015 R. König | pgg

Brücke über das Sieltief

Die Brücke führt den Besucher weiter auf den Vordeich.

© 2015 R. König | pgg

Blick von der Aussichtsplattform (Vordeich) auf den Außengroden

Ein Spektiv lädt zum Beobachten der Vogelwelt und Grodenlandschaft ein, die von Informationstafeln erläutert werden.

© 2015 R. König | pgg

Aussichtsplattform mit Informationstafeln

© 2015 R. König | pgg

Info-Punkt mit Exponat und Schautafeln

© 2015 R. König | pgg

Exponat am Naturerlebnispfad

© 2015 R. König | pgg

Watt / Salzwiesenentwicklungsflächen mit Vogelbeobachtungshütte aus der Vogelperspektive

© 2015 T. Sander | pgg

Vogelbeobachtungshütte

Die Vogelbeobachtungshütte am südlichen Rand der Salzentwicklungszone gibt den Weg frei auf neu geschaffene Wasser- und Verlandungsflächen.

© 2014 M. Baritz | pgg

Blick aus der Vogelbeobachtungshütte

© 2015 M. Sprötge | pgg

Beobachtung von Wat- und Wasservögeln in den Tief- und Flachwasserbereichen

© 2015 M. Sprötge | pgg

Rotschenkel beim Bad

© 2015 M. Sprötge | pgg

NaturErleben Langwarder Groden

Die Maßnahme NaturErleben Langwarder Goden bietet eine attraktive Möglichkeit des Naturerlebens für Einheimische und Gäste der Gemeinde Butjadingen inmitten des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer. Die Entwicklungen und Veränderungen der neu angelegten Wattlandschaft (Priele, Watt, Salzwiesensukzession) können über einen direkt in das Maßnahmengebiet geführten Rundwanderweg beobachtet werden. Die Besucher erleben unmittelbar die zweimal täglich wechselnden, sichtbaren Wasserstände und die dazugehörige Tier- und Pflanzenwelt. Begleitende Informationen entlang des Weges erklären anschaulich die gesamten Projektinhalte im Langwarder Groden. Dabei schützt eine gezielte Besucherlenkung vor Störungen des als Ruhezone II des Nationalparks ausgewiesenen Binnengrodens. Der Wanderweg schließt an den bereits bestehenden Salzwiesenpfad zum Nationalparkhaus Fedderwardersiel an.

Verschiedene bauliche Elemente bilden die Schwerpunkte des ca. 4 km langen, insbesondere für Familien mit Kindern attraktiven Rundwanderweges:
• Bohlenweg durchs Watt
• Holzbrücke über das ausgebaute Sieltief
• Schutz-/Vogelbeobachtungshütte
• Informationspunkte/Aussichtsplattformen mit Infotafeln, Exponaten und Spektiven

 

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© 2014  M. Baritz | pgg Holzbohlenweg 

Der Bohlenweg als Teil des Rundwanderweges im Langwarder Groden führt in Randbereiche der periodisch überfluteten Salzwiesenentwicklungsfläche.

©   | pgg Lage Langwarder Groden an der Nordküste Butjadingens 

© 2014   | pgg Lageplan Ausführungsplanung 

Lageplan der Maßnahmen der mit allen am Planungsprozess Beteiligten erarbeiteten Kompromisslösung.

© 2015  M. Sprötge | pgg Blick auf das erweiterte Sielgewässer und die Grodenflächen 

Im rechten vorderen Uferbereich des Siels ist die Fläche des auf ca. 900 m abgetragenen Vordeiches erkennbar.

© 2015  M. Sprötge | pgg Erweitertes Sieltief mit Vordeichöffnung 

© 2015  M. Sprötge | pgg Salzwiesenentwicklungslandschaft von oben 

© 2015  R. König | pgg Wege durchs Watt 

Der Bohlenweg ist eine rund 350 m lange Holzkontruktion mit Stegen .

© 2015  R. König | pgg Bohlenweg: Informationstafeln und Steg 

© 2015  R. König | pgg Info-Punkt mit Exponat und Schautafeln 

© 2015  S. Conradi | pgg Rundwanderweg bei Sturmflut 

© 2014  M. Baritz | pgg Vogelbeobachtungshütte 

Die Vogelbeobachtungshütte am südlichen Rand der Salzentwicklungszone gibt den Weg frei auf neu geschaffene Wasser- und Verlandungsflächen.

© 2014  M. Sprötge | pgg Lebensraum für Wasservögel 

Langwarder Groden Ausgleichsmaßnahmen I Deichverstärkung I NaturErleben


Bei den Ausgleichsmaßnahmen und der Verstärkung des Hauptdeiches am Langwarder Groden (Halbinsel Butjadingen) handelt es sich um ein Projektkomplex aus Kompensationsmaßnahmen, Deichbau und Bodenabbau im Bereich des Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Erstgenannte waren u.a. für erhebliche Beeinträchtigungen durch die Errichtung des Tiefwasserhafens JadeWeserPort in Wilhelmshaven durchzuführen.
Das Naturerlebnis-Projekt NaturErleben Langwarder Groden ergänzt den Maßnahmenkomplex und bietet eine attraktive, in Deutschland einmalige Möglichkeit die Tidedynamik und die Entwicklung von Salzwiesen inmitten des Nationalparks hautnah zu erleben.

Beim Bau des JadeWeserPorts (2008 - 2012) sowie der Deichverstärkungen Cäciliengroden (1995 - 2000) und Augustgroden (2000 - 2004) entstanden erhebliche Beeinträchtigungen von Lebensräumen und ihrer Fauna im Außendeichsbereich, für die Ersatzmaßnahmen im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer zu planen und realisieren waren.

Infolge des 2007 planfestgestellten Entwicklungsziels Entwicklung von tidebeeinflussten Lebensräumen im Langwarder Groden mit Maßnahmen wie der Schleifung des gesamten Vordeiches wurde eine öffentliche Kontroverse ausgelöst.
Um die Akzeptanz für die geplanten Maßnahmen zu schaffen, wurde eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe eingerichtet und betroffene Verbände, Vereine und Bürger in den Planungsprozess eingebunden. Unter gutachterlicher Beratung und Begleitung durch die planungsgruppe grün konnte 2012 gemeinsam eine Kompromisslösung für den Langwarder Groden erarbeitet werden. Noch heute tagt das Gremium aus allen Verfahrensbeteiligten regelmäßig, um die Entwicklung der umgesetzten Maßnahmen im Langwarder Goden zu beobachten und zu erörtern. Weitere Informationen zur Partizipation sind in der 'Story' Planungsprozess - Partizipation - Kompromissbildung und in der 'Zeitblende' nachzulesen.

Gemäß der Vorgabe des Planfeststellungsbeschlusses werden die Flächen des Binnengrodens seit September 2014 dem Einfluss der natürlichen Tidedynamik ausgesetzt. Damit ist die Voraussetzung für die dauerhafte Entwicklung eines regelmäßig überfluteten naturnahen Salzwiesenkomplexes mit natürlichen Prielstrukturen geschaffen worden.

Als Ergebnis der prozessbegleitenden 'Arbeitsgruppe Langwarder Groden' umfassen die durchgeführten Kompensationsmaßnahmen die teilweise Öffnung des Vordeiches, die Modulation der Höhenverhältnisse durch flächenhaften Bodenabtrag sowie die hydraulische Anpassung der Profile des Binnensieltiefs und der Gräben. Ein Beweidungs-Management regelt die extensive Nutzung auf höher liegenden Flächen im Langwarder Groden. Durch den Bodenabtrag wurde der Klei für die erforderliche Verstärkung des Hauptdeichs gewonnen. Als weitere Maßnahme ist das Naturerlebniskonzept NaturErleben Langwarder Goden für Einheimische und Gäste umgesetzt worden.

Positive Auswirkungen der Deichöffnung sind im ersten Jahr Monitoring (pgg) auf die Entwicklung der Salzwiesenvegetation und der Vogelwelt bereits erkennbar. Es zeigt sich deutlich, dass mit den Maßnahmen die Planungsziele zeitnah erreicht werden.
Darüber hinaus freuen sich die Planungsbeteiligten, dass der Naturerlebnispfad durch Einheimische und Gäste sehr gut angenommen wird.

Das Projekt ist im Juni 2015 mit dem 2. Preis des IAPH Environment-Award 2015 (Nachhaltigkeits-/Umweltschutz-wettbewerb, Bewerbung des JadeWeserPort) ausgezeichnet worden. Die auslobende IAPH (International Association of Ports and Harbours) mit Sitz in Tokio (Japan) ist eine weltweit agierende Interessenvertretung, die über 200 Häfen aus 90 Nationen repräsentiert.

 


Garten des Monats • Jahrgang 2015

September 2015

 


Weitere Informationen im Internet

planungsgruppe grün gmbh I Langwarder Groden - Ausgleichsmaßnahmen / Deichverstärkung

planungsgruppe grün gmbh I NaturErleben Langwarder Groden

Nordsee Halbinsel Butjadingen - Natur Erleben Langwarder Groden

Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer - Renaturierung Langwarder Groden

Planung

planungsgruppe grün gmbh

Rembertistraße 30
28203 Bremen


Projektinformationen

Projektzeitraum
2007 - 2015, bis 2026 Monit

Größe
ca. 148 ha

Auftraggeber • Bauherr
Kompensationsmaßnahme / Deichverstärkung:
JadeWeserPort Realisierungs GmbH & Co. KG,
II. und III. Oldenburgische Deichband
Projektkoordination: NLWKN Brake

NaturErleben:
Gemeinde Butjadingen

Adresse

26969 Butjadingen


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