Rehmplätze, Aachen-Nord

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© 2015  planung.freiraum Eröffnung 

© 2015  planung.freiraum Eröffnung 

© 2012  planung.freiraum Bestand Rehmplatz 

© 2012  planung.freiraum Entwurf Rehmplatz 

© 2012  planung.freiraum Bestand Wenzelplatz 

© 2012  planung.freiraum Entwurf Wenzelplatz 

© 2012  planung.freiraum Bestand Oberplatz 

© 2012  planung.freiraum Entwurf Oberplatz 

© 2012  planung.freiraum Beteiligung 

© 2012  planung.freiraum Beteiligung 

© 2012  planung.freiraum Beteiligung 

© 2012  planung.freiraum Beteiligung 

© 2012  planung.freiraum Übersichtsplan 

© 2012  planung.freiraum Plan Rehmplatz 

© 2012  planung.freiraum räumlich-strukturelles Konzept Rehmplatz 

© 2015  Andreas [FranzXaver] Süß Rehmplatz 

© 2015  Andreas [FranzXaver] Süß Rehmplatz 

© 2015  Andreas [FranzXaver] Süß Rehmplatz 

© 2015  Andreas [FranzXaver] Süß Rehmplatz 

© 2015  Andreas [FranzXaver] Süß Rehmplatz 

© 2015  Andreas [FranzXaver] Süß Oberplatz 

© 2015  Andreas [FranzXaver] Süß Oberplatz 

© 2015  Andreas [FranzXaver] Süß Oberplatz 

© 2015  Andreas [FranzXaver] Süß Oberplatz 

© 2015  Andreas [FranzXaver] Süß Wenzelplatz 

© 2015  Andreas [FranzXaver] Süß Wenzelplatz 

Rehmplätze, Aachen-Nord Umgestaltung der Rehm-Plätze (Rehmplatz, Wenzelplatz und Oberplatz) im Rahmen des Projekts „Soziale Stadt Aachen-Nord“


„draußen zuhause“: planung.freiraum wurde von der Stadt Aachen zu einem Gutachterverfahren mit Testentwurf und Vorschlag eines Beteiligungskonzeptes eingeladen und schließlich mit der Beteiligung und Planung beauftragt. Die im Folgenden dargestellten Beteiligungsmethoden – und -strategien wurden von planung.freiraum eigens für das Partizipationsverfahren Rehm-Plätze entwickelt und vom Landschaftsplanungsbüro mit Unterstützung des Moderators Holger Scheibig durchgeführt.

Exkurs
Der sich vollziehende gesellschaftliche Wandel hat für Freianlagen sowohl neue Nutzende als auch neue / andere Nutzungswünsche zur Folge. Diese erwachsen aus veränderten Familien- und Erwerbsmodellen, dem demographischen Wandel und dem Einfluss vielfältiger Kulturen. Aus dem gesellschaftlichen Miteinander unterschiedlichster Lebensmodelle, dem Wunsch nach Integration und Interaktion, entstehen neue Leitbilder, denen bei der Gestaltung der Rehm-Plätze Rechnung getragen werden sollte und konnte.
Wo chillen Kinder, wie spielen Männer, welche Bewegungsbedarfe haben ältere Menschen, wie machen Frauen Pause –Freiflächen, geplant nach den Kriterien von Chancengleichheit, Vielfalt und Inklusion, wirken alters- und geschlechtsspezifischen, kulturellen und sozialen Stereotypen entgegen und sind weitestgehend vor Vandalismus geschützt. Sie unterstützen, beginnend beim Beteiligungsverfahren, demokratische Aushandlungsprozesse und besonders solche Nutzungsgruppen, die sich sonst seltener öffentlich einbringen und aufhalten.

Partizipationsverfahren für die Rehm-Plätze Aachen
Im Rahmen des Beteiligungsprozesses zur Umgestaltung der Rehm-Plätze wurden gezielt konkrete Nutzungsgruppen angesprochen und zu ihren spezifischen Bedarfen befragt, beispielsweise Mädchen und Jungen unterschiedlicher Altersgruppen, Mütter, Ältere, Menschen mit diversen kulturellen Hintergründen.

Methoden
• die (potentiellen) Nutzerinnen und Nutzer in ihrer Vielfalt werden als Expertinnen und Experten ihres Alltags und Umfelds einbezogen
• Gruppen werden differenziert nach Alter, Geschlecht und kulturellem Hintergrund beteiligt zur Vermeidung von Konkurrenzen und Minimierung von Konflikten
• nutzungsorientierte offene Planungsprozesse

Die niedrigschwelligen, aufsuchenden Methoden haben den Gruppen eine sehr differenzierte Auseinandersetzung mit dem Raum und ihren jeweiligen Bedarfen ermöglicht, wobei nicht nur die eigenen sondern auch die Bedarfe anderer Gruppen mit bedacht wurden.

Spiel und Begehung
Spiel und Begehung wurden spezifisch für die Rehm-Plätze entwickelt, um Bedarfe, Potentiale, Schönes und weniger Schönes, gewünschte Stimmungen und Benachbarungen zu erfragen. Diese Instrumente sind generationenübergreifend einsetzbar und erreichen auch Menschen, die öffentliche Äußerungen eigentlich scheuen. Da sowohl im Spiel als auch während der Begehungen hauptsächlich mit Symbolen und Bildern agiert wurde, waren mangelnde Deutschkenntnisse keine Hürde.

Einbindung engagierter Bürgerinnen und Bürger
Engagierte Bürgerinnen und Bürger wurden im Rahmen der Begehungen und Bürgerversammlungen sowie über Termine mit der Stadtteilkonferenz in den Beteiligungsprozess eingebunden. Die Ergebnisse der Beteiligung sowie einzelne Entwurfsschritte wurden mit ihnen rückgekoppelt.
Im Stadtteilbüro gab es prozessbegleitende Aushänge, dort waren auch Rückmeldungen möglich.

Ergebnisse
Neben den Ergebnissen zu räumlichen Strukturen und gewünschten Tätigkeiten war eine wichtige Erkenntnis, dass der Ober- und Wenzelplatz vor allem für die Nutzerinnen und Nutzer, die um diese Plätze herum wohnen, dort öffentliche Einrichtungen oder das kurdische Kulturcafé nutzen, eine große Rolle spielen könnten. Bisher wurden diese Räume teilweise bewusst gemieden. Es besteht jedoch ein großer Bedarf, die Freiräume der drei Plätze als Ergänzung für den oft beengten Wohnraum zu nutzen. Hierfür wurden vielfältige Tätigkeitswünsche geäußert, von Ausruhen bis Ballspielen, von Kleinkinder- bis Erwachsenenspiel und -sport.

Die beteiligten Personen als Vertretende ihrer Nutzungsgruppen äußerten keine illusorischen oder utopisch teuren Wünsche. Ein sparsamer Umgang mit allen Ressourcen war den aufgesuchten Gruppen im Rahmen der Auseinandersetzung mit den Räumen immer wichtig. Dies entspricht dem Alltag und der Lebensrealität in diesem Viertel. Aus diesem Grund wären sichtbar teure Materialien oder ein kompletter Abriss von Bestehendem nicht zu vermitteln und auch nicht nötig gewesen. Statt dessen bestätigt sich die These, dass ein „draußen zu Hause“, eine Ergänzung zum bestehenden privaten Lebensraum, dringend benötigt und als gemeinschaftlicher Freiraum gewünscht wird. Diesen Beteiligungs-Ergebnissen folgend wurden die Entwürfe für die drei Rehm-Plätze konzipiert.

in Betrieb
Menschen jeden Alters, aus aller Welt, Sand, Wasser, Kiesel, Findlinge, Gräserrascheln, Blätterrauschen, Geplätscher, Gelächter, Blumenduft, Kinderlachen, Familienausflug, Mittagspause, ein Date, Auszeit, kurz die Einkäufe abstellen, auf der Bank sitzen und radfahren, schaukeln und schwatzen…
Die aus den Spielerunden und Begehungen entwickelten Strukturpläne für die drei Plätze zeigten, dass eine große räumliche und funktionale Dichte möglich und von den künftigen Nutzerinnen und Nutzern mehrheitlich mitgetragen und gewünscht ist. Daraus hat inzwischen räumliche Gerechtigkeit und Integration entstehen können. Auf den Rehm-Plätzen wurde mit vergleichsweise geringem Aufwand ein Grundstein für sozialen Frieden und ein gutes Miteinander gelegt. Diese basieren darauf, dass alle sich gesehen, berücksichtigt und repräsentiert fühlen.

  

Projektbeteiligte Mitarbeiter innerhalb des Büros

Tobias Glahn, Clara Jäkel, Ronny Kräft, Holger Scheibig

  

Zugänglichkeit, Öffnungszeiten & Informationen zur Anfahrt

frei zugänglich

Planung

planung.freiraum
Barbara Willecke

Richard-Sorge-Straße 73
10249 Berlin


Projektinformationen

Projektzeitraum
2012 - 2015

Größe
4.100 qm

Bausumme
810.000 EUR

Auftraggeber • Bauherr
Stadt Aachen

Adresse
Rehmplatz, Oberplatz, Wenzelplatz
52070 Aachen


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