Quartierssanierung Flensburg-Fruerlund

1234567891011121314

Rundgang schließen

©  Anette Schnoor | kessler.krämer Landschaftsarchitekten Willi-Sander-Platz 

©  kessler.krämer Landschaftsarchitekten Quartierspark, Wohnweg Richtung Westen 

©  kessler.krämer Landschaftsarchitekten Parkweg am Nordrand 

©  kessler.krämer Landschaftsarchitekten Betonkante entlang des Parkweg 

©  kessler.krämer Landschaftsarchitekten Quartierspark Richtung Osten 

©  kessler.krämer Landschaftsarchitekten Spielplatz 

©  kessler.krämer Landschaftsarchitekten Bolzfeld am Spielplatz 

©  kessler.krämer Landschaftsarchitekten Spieltisch im Park 

©  kessler.krämer Landschaftsarchitekten Pergola im Park 

©  kessler.krämer Landschaftsarchitekten Abgeschirmter Aufenthaltsbereich 

©  kessler.krämer Landschaftsarchitekten Pergola im Hof 

©  kessler.krämer Landschaftsarchitekten Neugestaltete Straße Mühlenholz 

©  kessler.krämer Landschaftsarchitekten Lageplan 

©  kessler.krämer Landschaftsarchitekten Pictogramm Flächenvernetzung 

Quartierssanierung Flensburg-Fruerlund Wohnen für Generationen


In den Jahren 2009 bis 2014 sanierte die Wohnungsbaugesellschaft Selbsthilfebauverein (SBV) gemeinsam mit der Stadt Flensburg das Quartier Fruerlund. Das in den frühen 1950er Jahren entstandene Quartier wurde städtebaulich-freiraumplanerisch neu geordnet. 16 Gebäudezeilen mit 280 kleinen Wohnungen wurden aufgrund baulicher Mängel abgerissen und durch 19 neue Geschoßwohnungsbauten mit rund 200 Wohnungen unterschiedlicher Größen ersetzt.

Die Reaktivierung des Quartiers steht unter dem Motto ‚Wohnen für Generationen‘. Dabei spielt die Wohnumfeldgestaltung eine große Rolle. Im Herbst 2009 führte die Stadt Flensburg einen freiraumplanerischen Wettbewerb durch, um Vorschläge für die Gestaltung des Wohnumfeldes mit Quartierspark, gebäudenahen Freiflächen und öffentlichen Straßenräumen zu erhalten. Der mit dem ersten Preis prämierte Entwurf von kessler.krämer Landschaftsarchitekten bildete die Grundlage der Park- und Wohnumfeldgestaltung.

Die klare Zuordnung und Ausformung der privaten und öffentlichen Freiflächen im Quartier soll das Neben- und Miteinander der unterschiedlichen Bewohnergruppen fördern. Eine attraktive und vielfältige Gestaltung fordert zu Bewegung, Aufenthalt und Begegnung im Freien auf und erweitert die Wohnbereiche in den Außenraum.

Die Freiflächen bieten abgestufte Möglichkeiten von der Privatheit bis zur Öffentlichkeit, es gibt wohnungs-, nachbarschafts- und quartierszugeordnete Außenanlagen. Das soziale Bezugsfeld kann - von der privaten Terrasse über zeilenbezogene Gemeinschaftsflächen bis zum öffentlichen Quartierspark - stufenweise gefunden und bestimmt werden.

Der zentrale Freiraum ist der Quartierspark, der vom neu geordneten Willi-Sander-Platz im Westen als lang gestreckter Grünzug bis an die Ostlandstraße verläuft. Die wesentlichen Entwurfsgedanken für den Park sind
- eine klare räumliche Fassung: entlang des Nordrandes eine geschwungene Kante, entlang des Südrandes der Parkweg Fruerlundlücke mit heckengesäumtem Baumbogen
- ein ‚langsamer’ Flanier- und Aufenthaltsweg im Norden und ein ‚schneller’ Durchgangsweg im Süden
- Aufenthaltsschwerpunkte an den beiden Auftakt-/Endbereichen des Parks: Am Westrand der ruhige Sitzbereich am Willi-Sander-Platz, am Ostrand im breiteren Parkabschnitt bietet der Spielplatz einen belebten Treffpunkt und Aktivitätsbereich
- Die kräftige ziegelrote Farbe der Möblierungselemente wie Pergolen, Bank-/Tisch-Kombinationen u.a. soll die Identität des Parks stärken
- alle anliegenden Wohngebäude werden durch Fußwege an den Park angebunden Das direkte Wohnumfeld sollte so gestaltet und ausgestattet werden, dass die alltäglichen Funktionen auf praktische und ansprechende Weise gewährleistet sind.
- allen Erdgeschoßwohnungen ist nach Süden oder Westen orientiert eine mindesten 5m breite private Terrassen- und Rasenzone vorgelagert.
- im Nahumfeld aller Gebäudezeilen gibt es Gemeinschaftsflächen (Kleinkinderspiel, Aufenthalt, Treffpunkte) für die Anwohner
- Stellplatzanlagen werden generell möglichst kompakt angeordnet und durch Pergolen von
den Aufenthaltsbereichen abgeschirmt
- jedem Haus sind Flächen für Fahrradschuppen etc. zugeordnet, die Mülleinhausungen stehen jeweils nahe der Stellplatzzufahrt
- Ein Netz von kleineren straßenabseitigen Fußwegen verbindet die Wohnhäuser untereinander
- wie im Park ist die ziegelrote Farbe an Pergolen, Mülleinhausungen und Möblierungselementen ein identitätsbildendes und verbindendes Gestaltelement

 


Deutscher Landschaftsarchitektur-Preis 2015

Sonderpreis Wohnumfeld
Juryurteil:

Gemeinsam mit der Stadt Flensburg und der Flensburger Gesellschaft für Stadterneuerung hat die Wohnungsgenossenschaft Selbsthilfebauverein ein in den frühen 1950er Jahren erbautes Quartier freiraumplanerisch so neu geordnet, dass ein zentraler Quartierspark mit klarer räumlicher Fassung entstanden ist, der mit den wohnungsnahen Freiflächen in gleicher Form- und Materialsprache korrespondiert.

Den Bauherren ist es gemeinsam mit den Gewinnern eines freiraumplanerischen Wettbewerbs gelungen, abgestufte wohnungs-, nachbarschafts- und quartiersbezogene Freiräume zu schaffen, die vielfältige Nutzungsmöglichkeiten bieten und das Miteinander unterschiedlicher Bewohnergruppen fördern.

Das direkte Wohnumfeld ist so gestaltet und ausgestattet, dass private Terrassen, Gemeinschaftsflächen, Mülleinhausungen und Fahrradschuppen nutzerfreundlich angeordnet sind. Die kompakte, die Wohnruhe störende Anordnung von Stellplätzen zwischen einigen Wohnzeilen sollte bei zukünftigen Vorhaben überdacht werden.

Die Jury würdigte das kooperative Zusammenwirken zwischen Stadt, Sanierungsträger und Genossenschaft im Rahmen einer komplexen Quartierserneuerung, bei der die Freiraumgestaltung eine herausragende Rolle für das Erscheinungsbild des Viertels und den sozialen Zusammenhalt in den Nachbarschaften spielt.

  

Projektbeteiligte Mitarbeiter innerhalb des Büros

Brigitta Lersner, Lena Schäfer, Dorothee Köster, Anton Rieckhoff

 


Planungsbeteiligte Partner • Bauausführende Firmen


Stohn & Henningsen GmbH, Bordesholm



Dieter Schnoor GmbH & Co. KG



Ideen in Metall GmbH



Piolka Holzgestaltung GbR

Planung

Kessler.Krämer

Neustadt 16
24939 Flensburg


Projektinformationen

Projektzeitraum
2009 - 2014

Bausumme
ca. 2,5 Mio. €

Auftraggeber • Bauherr
IHR Sanierungsträger Flensburger Gesellschaft für Stadterneuerung mbH, Selbsthilfe-Bauverein eG

Adresse

Flensburg


Projekt auf Karte anzeigen

 

Video schließen

Anfang

Übersicht schließen