Place Flagey, Brüssel

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© 2008  Bernard Capelle Place Flagey, Brüssel 

© 2009  Serge Brison Place Flagey, Brüssel 

© 2008  Bernard Capelle Place Flagey, Brüssel 

© 2008  Bernard Capelle Place Flagey, Brüssel 

© 2008  Bernard Capelle Place Flagey, Brüssel 

© 2008  Bernard Capelle Place Flagey, Brüssel 

© 2008  Bernard Capelle Place Flagey, Brüssel 

© 2008  Bernard Capelle Place Flagey, Brüssel 

© 2009  Serge Brison Place Flagey, Brüssel 

© 2009  Serge Brison Place Flagey, Brüssel 

© 2009  Serge Brison Place Flagey, Brüssel 

© 2008  D+A International S.A. Place Flagey, Brüssel 

Place Flagey, Brüssel Neugestaltung eines großen Stadtplatzes


Als zentraler, historischer Platz inmitten eines lebendigen und vielfältigen Quartiers hat der Platz Flagey eine große Bedeutung, der er nur gerecht wird, indem er die Stadt einbindet und einen kontinuierlichen Raum schafft, der den Fußgängern die Priorität zurück gibt.
Die drei Bereiche Place Sainte-Croix, Place Flagey, Seeufer, die durch die Straßen- und Tramführung stark von einander getrennt waren, bilden nun ein zusammenhängendes Ensemble, das als Gesamtheit den neuen Mittelpunkt des Quartiers markiert.

Der Place Flagey ist ein offener Raum, der sich selbst in seiner Gestaltung zurücknimmt und durch die Inszenierung der Umgebung und der räumlichen Zusammenhänge stark wird.

Durch die dicht bebauten angrenzenden Viertel besteht ein hoher Nutzungsdruck. Die portugiesisch und marokkanisch geprägten Quartiere im Norden des Platzes stehen im Kontrast zu den wohlhabenden Wohngebieten im Süden, entlang der Gewässer. Hinzu kommen Studenten der nahegelegenen Architekturschule, sowie Besucher des Flagey Cultural Centre.
Auf diese sehr heterogene Struktur reagiert der Place Fagey als multifunktionale Plattform, die keine Nutzungen vorgibt, sondern als Raum, der die Besucher motiviert und agieren lässt.
Der gestalterische Rahmen dieses Raumes resultiert aus dem Ansatz, den Platz möglichst frei zu halten und dem Bestreben, Bewegungen und historische Elemente fortzuführen, beziehungsweise wiederzuentdecken.
Mit der Einweihung im Sommer 2008 wurde der Platz von Anwohnern und Besuchern in Besitz genommen und mehr noch als urbaner Platz, im Sinne eines Parks, bzw. Spielraums genutzt.

Die Grenzen des Sees zogen sich ursprünglich weit auf die Fläche des jetzigen Platzes, bevor dieser aufgeschüttet wurde. Dieser Verlauf wurde thematisch aufgegriffen und spiegelt sich in dem Schwung der Pflasterung und in der Positionierung der Bäume und Fontänen wieder.
Auf dem Platz entstanden so Räume mit unterschiedlichen Aufenthalts- und Nutzungsqualitäten, die durch die zurückhaltende Möblierungsstrategie ergänzt wurden. Die großzügigen, frei geschwungenen Bänke aus Holz sind ungerichtet und bieten durch überbreite Bereiche und teilweise hohe Rückenlehnen viel Sitzkomfort. Sie flankieren den Platz und lassen diesen zur Aktionsfläche werden. Temporäre Nutzungen wie die regelmäßig stattfindenden Märkte, Ausstellungen, Versammlungen, Sportevents, aber auch eine ruhende Fläche verändern die Stimmungen des Platzes.

Die freistehenden Fontänen, die scheinbar direkt aus dem Boden emporschießen, schaffen einen visuellen und akustischen Anziehungspunkt und vermitteln im Sommer Kühle und Erfrischung. Das Wasser fließt großflächig die geschwungene Bodenform entlang, bis es kaum merkbar in Schlitzrinnen abläuft.

Die Auswahl der Materialien und der Umgang mit Oberflächen ist ein wichtiges Element des Entwurfkonzepts. Durch eine weitgehende Homogenisierung der Oberflächen, der architektonischen Elemente und Ausstattungsgegenstände wurden die verschiedenen Bereiche der beiden Plätze und des Sees zu einem zusammenhängenden Raum.

Der traditionelle Blaustein begleitet in seiner gerichteten Verlegstruktur den Schwung der Bäume und des Wassers. Der Platz erhielt einen spürbaren dynamischen Charakter.
Die vielfältigen Methoden, den Blaustein in seiner Oberfläche zu bearbeiten, ermöglichten es, einen einzigen Bodenbelag beizubehalten und gleichzeitig auf die unterschiedlichen Bedürfnisse zu reagieren.

In einem angenehmen Kontrast zu dem gleichmäßigen grau-blau des Blausteins stehen die großzügigen Bänke. Der warme Ton des Holzes und die geschwungene Form der Bänke lösen den Platz von der sachlichen Strenge der umgebenden Architektur.

Vor dem Hintergrund der umgebenden Gebäude wurden die funktionalen Kleinarchitekturen auf ein bauliches Mindestmaß reduziert. Die architektonischen Elemente (Tramüberdachung, Bushäuschen, Aufgänge Tiefgarage, Fahrstuhl, Pavillons) sind eigenständige, funktionale wie gestalterische Elemente im Platzraum.

Der Wartebereich für die Tram wurde großzügig überdacht. Das gesamte Element der Haltestellenüberdachung stellt kein visuelles Hindernis dar, da auch die vertikalen Elemente transparent gehalten werden. Die baumgleiche Struktur der Konstruktion aus Stahl und Glas fügt sich in die umgebenden Baumgruppen ein, das Glasdach lässt das Licht- und Schattenspiel der darüberliegenden Baumkronen mit ihren Blättern wirken. Die Kontinuität des Raumes wird gewahrt.

Die Baumarten, die auf dem Platz Flagey gepflanzt wurden, orientieren sich an dem historischen Bestand, bzw. seiner Umgebung. Entsprechend dem Vorkommen von Weiden im Umkreis des Sees ziehen sich eben diese Bäume von Süden auf den Platz. Im Norden nehmen Kastanien den Bezug zur Umgebung auf. In Kombination mit den historischen Platanen wurde ein einheitliches, kontinuierliches Bild des gesamten Gebietes auch über die Vegetation erreicht.

Die funktionale Beleuchtung entlang der umgebenden Straßen, bzw. des Platzes selbst wurde auf das unbedingt notwendige reduziert und blendfrei umgesetzt.
Die eigentliche Lichtgestaltung verleiht dem Platz auf der Basis eines ganzheitlichen Stadtpanoramas eine großräumliche und differenzierte Abendwirkung. Durch sanfte und blendfreie Aufhellung der den Platz umgebenden Fassaden wird ein starkes Raumgefühl erzeugt. Es wurden keine Objekte, Leuchten oder Blendpunkte in den Vordergrund gestellt, sondern das betont was zum Platz gehört: die umgebende Architektur in ihrer gesamten Vielfalt.

 


Planungsbeteiligte Partner • Bauausführende Firmen


D+A International

Brüssel



Pfarré Lighting Design

München


Statik Platzarchitekturen
Greisch

Lüttich


Bauleitung
Bagon-BGroupe

Brüssel

Planung

LATZ+PARTNER
Tilman Latz, Iris Dupper

Ampertshausen 6
85402 Kranzberg


Projektinformationen

Projektzeitraum
2005 - 2009

Größe
2,4 Hektar

Auftraggeber • Bauherr
Ministère de la Région de Bruxelles
Capitale MRBC-AED-Dir des Voiries

Adresse
Flageyplein
1050 Brüssel


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