Poetische Wege - Neugestaltung südlicher Hofgarten in Oettingen

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©  Ludwig Schegk Wettbewerbsbeitrag, Plakat 1 

Poetische Wege - Neugestaltung südlicher Hofgarten in Oettingen Wettbewerb, 1. Preis


Poetische Wege
Wege, die mehr sind als nur Verbindung zwischen zwei oder mehreren Punkten, Wege die auch ein Ziel sind: das ist die Grundidee des Konzeptes. Infolgedessen werden nicht nur Wege zwischen und zu den wichtigen Quell- und Zielpunkten eingerichtet, sondern ein ganzes Netz aus Wegen geschaffen, die in heiter-schwingender Weise Bushaltestelle, Parkplätze, Altstadt und Schule miteinander verbinden sowie an den nördlich gelegenen Stadtpark anbinden: poetische Wege.

Die Nutzer haben in jede Richtung die Wahlfreiheit zwischen mehreren Alternativen. Direkte Verbindung oder kleine, verspielte Umwege, breitere Wege oder schmälere, stärker befestigte oder typische Waldwege, wechselnde Steigungen, wechselnde Perspektiven. Der Raum zwischen den Zielen wird zum Raum bewusster Bewegung, bewussten Erlebens und unterschiedlicher Dynamik. Auf ‚schnellen‘ Wegen fahren Radler, Blader, Skater etc., auf den ‚langsameren‘ genießt man das Schlendern durch den parkartigen Bestand. Wer sich buchstäblich aus dem Weg gehen will, hat hier alle Möglichkeiten. Ältere werden nicht von ungestümen Kindern bedrängt, Paare suchen sich Ihren Weg abseits und so fort.
Ganz nebenbei entsteht so auch ein sehr leistungsfähiges Wegenetz, das den Anforderungen gewachsen ist und auch größere Menschenbewegungen verkraftet. Ankommende Reisebusse, die ihre ‚Fracht‘ zum Rundgang durch die historische Stadt absetzen, Schulbeginn und Schulschluss, die große Menschenmengen auslösen (können) u.v.a.m. werden konfliktfrei an einander vorbei geführt. Aber auch Punkte zum längeren Verweilen sind vorgesehen. Runde oder elliptische Sitzmauern aus Naturstein, die Bäume oder bepflanzte Bereich umfassen und an mehreren Stellen ins Wegenetz eingebunden sind , laden zum Aufenthalt. Ein Angebot an ‚klassischen‘ Parkbänken mit Lehnen bieten in Ergänzung auch komfortbedürftigeren oder -abhängigen Mitmenschen Möglichkeiten zum Verweilen. Mit halbhohen Mastleuchten und nicht zu grellen Leuchten entlang der Wege wird eine angenehme, auch nach Einsetzen der Dämmerung Sicherheit vermittelnde Ausleuchtung erreicht, ohne den Charakter des Parkes zu grell zu ‚übertönen‘.
Das Materialkonzept unterstützt die Grundidee der wählbaren Wegealternativen. Auch die Wegedecken sind unterschiedlich, wenn auch farblich möglichst gleich gehalten. Die Hauptwege und –zugänge werden mit verfestigter Oberfläche/ Decke mit bituminöser ( Farbasphalt) oder hydraulischer Bindung ( HGT) hergestellt. Auf diesen Oberflächen lässt sich schnell und mit Komfort vorankommen. Die ‚Waldwege‘ mit typischer wassergebundener Decke sind eher für langsamere Fortbewegung gedacht.
Nördlich und südöstlich des Schulgebäudes fällt das Gelände sanft zum Neubau hin ab. Dadurch wird die Höhensituation deutlich entschärft. Der Baumbestand bleibt erhalten und wird entlang der Parkwege durch Neupflanzungen (Baumpflanzungen: 24 Stk., Ausgleichsmaßnahme) erweitert.

  

Projektbeteiligte Mitarbeiter innerhalb des Büros

Ludwig Schegk

Ingrid Schegk

Anna-Lena Wenger

Planung

Schegk Landschaftsarchitekten I Stadtplaner

Am Pfanderling 4
85778 Haimhausen


Projektinformationen

Projektzeitraum
2013

Auftraggeber • Bauherr
Stadt oettingen

Adresse

Oettingen


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